Welttag der Alphabetisierung

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Welttag der Alphabetisierung

Für uns ist es kaum mehr vorstellbar, wie man in unserer Welt zurechtkommen kann, ohne einen Text lesen oder einen Brief schreiben zu können. Dennoch: Es gibt Millionen Erwachsene, die genau dies nicht können. Der Welttag der Alphabetisierung am 8. September 2010 soll auf den weltweiten Analphabetismus aufmerksam machen und sucht nach Möglichkeiten, die Situation zu verbessern.

Was ist ein Analphabet?

Analphabeten können nicht lesen und schreiben. Im Alltag haben sie dadurch oft Probleme. Für sie ist es unmöglich, ein Formular selbstständig auszufüllen oder einen Fahrkartenautomaten zu bedienen. Sie sind auf mündliche Informationen angewiesen und orientieren sich an bildhaften Symbolen.

Weltweit gibt es 862 Millionen Analphabeten. Sie stammen vorwiegend aus den so genannten Entwicklungsländern. Dort ist der fehlende Schulbesuch die Hauptursache für den Analphabetismus. Aber auch in den Industrieländern gibt es Analphabeten. In Deutschland sind dies vier Millionen Erwachsene (über 15 Jahre). Die Ursachen hierfür sind andere, aber die Konsequenzen für den Einzelnen sind ähnlich.

Analphabet trotz Schule?

In Deutschland tritt der Analphabetismus trotz neun Jahren Schulbesuchs auf. Wie kann das sein? In der Schule lernt man doch lesen und schreiben! Das stimmt, aber Lesen und Schreiben kann man leicht wieder verlernen, wenn man es nicht regelmäßig nutzt. Wer selten liest, kann in der Folge immer schlechter lesen. Dasselbe gilt für das Schreiben und hier vor allem für die Handschrift. Ein Schulabschluss ist also keine lebenslange Schreib- und Lese-Garantie. Die Übung macht es.

So genannte Total-Analphabeten -das sind Erwachsene, die kein Wort lesen und schreiben können- gibt es heute in Deutschland nur sehr wenige. Oft können sie ihren Namen schreiben und einfache Verträge lesen. Ihre Fähigkeiten reichen aber nicht aus, um die ständig ansteigenden Anforderungen am Arbeitsplatz oder im privaten Leben zu erfüllen. Man spricht in diesen Fällen von funktionalen Analphabeten.

In Afrika haben nur wenige Kinder die Möglichkeit in Dorfschulen das Lesen zu lernen.



Sozialkampagne gegen Analphabetismus

Täglich nutzen wir Rundfunk, Fernsehen, Video, Telefon und Handy. Ohne lesen zu müssen, kommen wir bequem an Informationen. Die Gefahr ist groß, dass sich die Zahl der Analphabeten durch unsere von Bildern bestimmte Welt weiter erhöht. Hinzu kommt, dass das Thema Analphabetismus in unserer Gesellschaft tabu ist.

Seit 1966 wird am 8. September jährlich der Welttag der Alphabetisierung von der UNESCO begangen, um auf den Analphabetismus in der Welt aufmerksam zu machen. Zusätzlich werden viele Förderpreise verliehen, die Projekte auszeichnen, die sich dem Kampf gegen den Analphabetismus verschieben haben, damit in Zukunft mehr Menschen lesen und schreiben lernen.

08.09.2003 Marion Dimitriadou; Update: 11.08.2010 // Jan Wrede; Bilder: Image Bank, School´s out, Schule: USAID (pd)


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