Robinson Crusoe

Berühmte Personen

Robinson Crusoe

1719 wurde der "Robinson Crusoe" veröffentlicht. Die Geschichte von Daniel Defoe gilt als erster englischer Roman. Mehr über Defoe, seinen Roman und den Mann, dessen Schicksal als Vorlage für Robinson Crusoe diente, erfahrt ihr hier ...

Autor von Robinson Crusoe ist Daniel Defoe (siehe Bild). Er wurde als Daniel Foe um 1660 in London geboren. Sein Vater war Wachszieher und Kerzenhändler und wollte, dass sein Sohn Geistlicher wird. Doch der machte sich als Kolonialwarenhändler selbständig und verfasste Texte, die ihn mitunter auch in Konflikt mit der Obrigkeit brachten.

Wegen des großen Erfolges eines seiner Gedichte erweiterte er seinen Nachnamen um das edel klingende De und machte sich so zu Daniel Defoe.


Der erste englische Roman


Der Titel der Erstausgabe von Defoes Werk.

Heute ist seine Geschichte von Robinson Crusoe weltberühmt, doch damals brachte sie ihrem Verfasser nur einen geringen Lohn ein. Robinson Crusoe, den Defoe mit 59 Jahren veröffentlichte, gilt als erster englischer Roman. Als Roman bezeichnet man eine schriftliche, lange Erzählung, die sich intensiv mit den Handlungen der Hauptpersonen und deren Auswirkungen auseinandersetzt.


Der vollständige Titel der Geschichte lautet übersetzt: Das Leben und die seltsamen überraschenden Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, Seemann: der 28 Jahre allein auf einer unbewohnten Insel an der Küste von Amerika lebte, in der Nähe der Mündung des großen Flusses Oroonoque; Durch einen Schiffbruch an Land gespült, bei dem alle außer ihm ums Leben kamen. Mit einer Aufzeichnung, wie er endlich seltsam aus den Händen von Piraten befreit wurde. Geschrieben von ihm selbst.


Der echte Robinson Pirat im Auftrag der Krone


Als Vorlage dienten die Erlebnisse des Seemannes Alexander Selkirk. Er war ein Raufbold und heuerte als Seemann an, um der englischen Justiz zu entgehen. Er verdingte sich als Bukanier, das waren professionelle Seeräuber im Dienste der englischen Krone, die besonders französische und spanische Schiffe in Übersee überfielen.


Als 1704 sein Schiff bei der Aufnahme von Trinkwasser und Vorräten auf der Insel Isla Mas a Tierra vor der Küste Chiles untersucht wurde, stellte sich heraus, dass der Rumpf durch Bohrmuscheln stark beschädigt war.

Selkirk befürchtete, dass das Schiff bald sinken könnte und versuchte, Kameraden zum Bleiben auf der Insel zu überreden. Niemand teilte seine Befürchtungen und er wurde alleine zurückgelassen. Das Schiff sank tatsächlich bald und fast die gesamte Mannschaft ertrank.


Insel der Einsamkeit


Selkirk hatte eine Muskete samt Pulver und einiger Kugeln, Tabak, Feuerstein, ein Beil, ein Messer und eine Bibel. Es gibt unterschiedliche Angaben über weitere Ausrüstungsgegenstände. Die erste Zeit blieb Selkirk in Strandnähe und hoffte auf Rettung. Nach einiger Zeit erkundete er das Innere der Insel und ernährte sich von früher auf der Insel ausgesetzten Ziegen, wilden Rüben, Kohl und anderen Pflanzen und Tieren.


Eine Illustration aus einer Ausgabe von "Robinson Crusoe" aus dem Jahr 1880 von Offterdinger [&] Zweigle.

Er zimmerte sich selbst zwei Hütten als Wohn- und Schlafstatt. Nachdem ihm das Pulver ausgegangen war, jagte er seine Beute zu Fuß, wobei er durch einen Sturz fast ums Leben kam. 1707 wurde er von einem feindlichen spanischen Schiff entdeckt und rettete sich vor seinen Verfolgern ins Innere der Insel. Erst 1709, nach vier Jahren und vier Monaten der Einsamkeit und Gefahren, erreichte ein britisches Schiff die Insel und rettete ihn.


Defoe verarbeitet Selkirk


Die Berichte über diese schicksalhafte Begebenheit nahm sich Defoe als Vorlage. Er erweiterte und veränderte seine Fassung jedoch deutlich, Robinson Crusoe ist also kein dokumentarischer Bericht über das Schicksal von Selkirk. Denn anders als Selkirk trifft Crusoe zum Beispiel auf einen Wilden, den er nach dem Tag dessen Erscheinens Freitag nennt. Robinson Crusoe ist aber mehr als nur ein Abenteuerroman. Defoe machte die Erzählung über den ausgedachten Gestrandeten zu einer Gesellschaftskritik an den Zuständen seiner Zeit.


Geschichten, die ein ähnliches Thema wie Robinson Crusoe behandeln, nennt man auch Robinsonaden. Die Geschichte wurde mehrfach verfilmt, etwa mit Tom Hanks unter demTitel Cast away Verschollen. 2008 fanden Archäologen auf der mittlerweile in Isla Alejandro Selkirk benannten Insel ein Stück eines bronzenen Stechzirkels, das nur Alexander Selkirk gehört haben kann.


Daniel Defoe starb am 26. April 1731 in London.

Wenn dich das Leben von Piraten interessiert, dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 71: Piraten.

Text: -jj- 22.4.2009//Bilder: PD

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt