Michael Ende: Schöpfer von Momo, Jim Knopf & Co.

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Michael Ende: Schöpfer von Momo, Jim Knopf & Co.

Er hat Helden wie Momo, Jim Knopf oder Bastian Balthasar Bux geschaffen - Michael Ende, einer der beliebtesten deutschen Kinderbuchautoren und Meister der fantastischen Literatur. Seine Werke wurden in über 40 Sprachen übersetzt und vielfach national und international ausgezeichnet. Am 12. November 2004 wäre der Schriftsteller 75 Jahre alt geworden.


Michael Ende kam 1929 als Sohn eines surrealistischen Malers im bayerischen Garmisch-Partenkirchen zur Welt. Weil der Vater in der Provinz kaum Bilder verkaufte, zog die Familie zwei Jahre später nach München. Dort stellte sich auch bald der gewünschte Erfolg ein. Doch als Edgar Endes Kunst durch die Nationalsozialisten für "entartet" erklärt wurde und nicht mehr ausgestellt werden durfte, begann der Kampf ums Überleben erneut.

Schauspieler und Kabarettist

Die Familie lebte beengt und die Eltern stritten sich häufig. Michael war ein schlechter Schüler. Erst nach den Kriegswirren machte er einen erfolgreichen Abschluss in einer Waldorfschule. Nach erfolgreichem Besuch der Münchener Otto-Falckenberg-Akademie für Schauspiel arbeitete Ende auf der Bühne sowie als Filmkritiker und Kabarettist.


Durchbruch mit "Jim Knopf"

Die Idee zu "Jim Knopf" entstand durch einen Schulfreund. Er hatte ein Bilderbuch gezeichnet und bat Michael Ende um ein paar nette Zeilen. Nachdem das Manuskript von zehn Verlagen abgelehnt worden war, veröffentlichte Thienemann 1960 Endes ersten Roman. Ein voller Erfolg - die fantasievolle Geschichte um den jungen mit schwarzer Hautfarbe, der als Baby in einem Postpaket auf Lummerland ankommt, brach sämtliche Konventionen der Nachkriegs-Kinderliteratur.

Populär durch die Puppenkiste

"Jim Knopf" erhielt den Deutschen Kinderbuchpreis und durfte in "Jim Knopf und die wilde 13" weitere Abenteuer erleben. Und wer das Buch bis heute nicht gelesen hat, kennt zumindest die TV-Version der Augsburger Puppenkiste.


"Momo" - der Erfolg geht weiter

Seit 1970 lebte Michael Ende mit seiner Frau auf einem Landgut bei Rom, wo er 1972 den Märchenroman "Momo" vollendete. Für die "seltsame Geschichte von den Zeitdieben und dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte", erhielt der Autor abermals den Deutschen Jugendliteraturpreis. Seit 1996 erhalten die Gewinner dieser Auszeichnung zusätzlich zum Preisgeld eine kleine, bronzene Momo-Skulptur. Eine echte Ehre für Michael Ende!

Phantasien bricht alle Rekorde

Der 1979 veröffentlichte Fantasy-Roman "Die unendliche Geschichte" sollte alle bislang errungenen Erfolge in den Schatten stellen. Die Gesamtauflage überschritt die Millionen-Grenze. Das Buch wurde weltweit veröffentlicht und diskutiert wie kaum ein anderes dieser Zeit. Es erregte sogar so viel Aufmerksamkeit, dass Lehrer öffentliche Streitgespräche über die Eignung und Bewertung des Romans für den Schulgebrauch führten. Ab 1980 wurde die Geschichte über Bastian Balthasar Bux, der die abenteuerliche Rettung zuerst als Leser mitverfolgt und dann selbst in die Geschichte eintaucht, im In- und Ausland mit Preisen überhäuft.

Produktiv wie nie zuvor

Was kaum jemand weiß: Ab 1980 war Michael Ende produktiv wie nie zuvor. Nach seinen größten Erfolgen schrieb er weitere Kinderbücher wie z.B. "Das Traumfresserchen" oder den "Wunschpunsch", verfasste aber auch über 30 Bücher für erwachsene Leser. Viele davon wurden für den Rundfunk oder das Fernsehen bearbeitet. Die Bücher von Michael Ende wurden in über 40 Sprachen übersetzt und haben eine weltweite Gesamtauflage von 20 Millionen erreicht.

Michael-Ende-Museum

Michael Ende starb 1995 nach langer, schwerer Krankheit in Stuttgart. Drei Jahre später wurde ihm zu Ehren bei München ein Museum eingerichtet. Hier.gelangt ihr zum Michael-Ende-Museum.

Nic - 10.11.2004 / Buchabbildungen: Thienemann Verlag, Peter Boccarius: Michael Ende, Ullstein Taschenbuch Verlag

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