L. Carroll: Aus seiner Feder stammt "Alice im Wunderland"

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L. Carroll: Aus seiner Feder stammt "Alice im Wunderland"

In England ist er ein nationales Heiligtum und genau so bekannt wie seine Schriftsteller-Kollegen William Shakespeare oder Charles Dickens: Lewis Carroll, der Schöpfer des berühmten Kinderbuchklassikers Alice im Wunderland. Am 27. Januar 1832 wurde er in England geboren und noch heute kennen Kinder in aller Welt die Abenteuer seiner mutigen kleinen Heldin.

Kinder verehrten ihn

Das Mädchen, das den literaturbegeisterten Mathematikprofessor zu seiner Dichtung inspirierte, hieß Alice Liddell. Sie war die Tochter des damaligen Dekans des Christ Church College, an dem auch Carroll unterrichtete. Gemeinsam mit ihren beiden Schwestern empfand sie eine innige Verbundenheit zum Kollegen ihres Vaters. Die Kinder waren regelrecht vernarrt in ihn. Stundenlang unterhielt er sie mit verrückten Späßen, erfand Spiele und Rätsel für sie, verzauberte sie mit Spieluhren und nahm sie ins Theater mit. Und nicht zuletzt erzählte er ihnen Geschichte - von ihm selbst erfunden.

Pedantischer Griesgram

Doch das war nur die eine Seite des Lewis Caroll, der als Kind in strenger Atmosphäre in einem Pfarrhaus in Daresbury aufgewachsen war. Nach außen hin erschien er seiner Umwelt als pedantischer, griesgrämiger Professor und menschenscheuer Einzelgänger. Schon seine Kleidung erweckte den Eindruck, als wolle er sich verstecken. Stets trug er ein dunkles, hochgeschlossenes Kirchengewand und sogar im Sommer wurde er nie ohne Handschuhe und Zylinder gesichtet.

Chaotisches Wunderland


Lewis Carroll galt als gewissenhafter Pädagoge, der seine Schüler bis zu seinem Tod im Jahre 1898 Tag für Tag in die trockene Materie der Mathematik einweihte. Erst durch seine tiefe Freundschaft zu den Liddell-Mädchen wurde er zum phantasievollen Dichter und erfand die Abenteuer der kleinen Alice, die einem weißen Kaninchen in seinen Bau folgt und hierbei das geheimnisvolle Wunderland entdeckt. Mit Hilfe eines Zaubertranks schrumpft sie auf Zwergengröße und entdeckt eine chaotische Märchenwelt, in der alle Regeln der Logik und Wirklichkeit auf den Kopf gestellt sind.

Grinsekatze und Herzkönigin

Auf ihrer Reise durchs Wunderland begegnet sie seltsamen Gestalten und erlebt aufregende Abenteuer: Sie trifft den verrückten Hutmacher und die geheimnisvollen Grinsekatze. Sie lernt, wie man einen Nicht-Geburtstag feiert und wie ein Wachmach-Schlaflied wirkt. Schließlich trifft sie sogar die merkwürdige Majestät des Wunderlands, die herrschsüchtige Herzkönigin mit ihrem ausgeflippten Hofstaat. Ob Alice wirklich Angst haben muss, ihren Kopf zu verlieren? Schließlich ist die Regentin nichts weiter als eine lebendige Spielkarte?

Bucherfolg in aller Welt

Die märchenhafte Geschichte von Alice im Wunderland erschien erstmals 1865 und hat bis heute nichts von ihrer traumhaften Faszination verloren. Auch die sieben Jahre später publizierte Fortsetzung Alice hinter den Spiegeln wurde inzwischen von ganzen Leser-Generationen verschlungen. Bis heute diente der Alice-Stoff als Vorlage für mehrer Spiel- und Zeichentrickfilme sowie für ein Musical. Das Buch ist in sämtliche Sprachen der Welt übersetzt.

Leseprobe für euch

Sicher haben viele von euch den Kinderbuchklassiker schon im Bücherregal stehen oder kennen die Geschichte aus Film oder Fernsehen. Wer Alice aber erst noch kennen lernen möchte, kann auch im Internet in die Geschichte reinschnuppern. Eine Netzversion findet ihr hier

Nic 27. 1.2002 / Bildcover: Lewis Carroll/ Helen Oxenbury, Alice im Wunderland

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