James Krüss: Der Autor von Timm Thaler & Co.

Berühmte Personen

James Krüss: Der Autor von Timm Thaler & Co.

Kennt ihr den Hasen Lodengrün? Den Zauberer Korinthe? Oder den Jungen Timm Thaler mit dem glockenhellen Lachen? Alle Geschichten stammen aus der Feder von James Krüss, einem der meistgelesenen deutschen Autoren überhaupt. Am 31. Mai 1926 kam der von der Nordseeinsel Helgoland stammende Schriftsteller zur Welt.


 Durchbruch mit "Timm Thaler"

Der Dichter aus dem hohen Norden hat über 300 Bücher, Lieder, Theaterstücke und Hörspiele geschrieben und damit auch die Vorlage für etliche Filme geliefert. Am bekanntesten ist sicher der Roman "Timm Thaler". Die aus dem Jahr 1962 stammende Geschichte, in der ein Junge sein Lachen dem Teufel verkauft und im Gegenzug jede Wette gewinnt, wurde 1979 mit Thomas Orner in der Hauptrolle verfilmt und war ein Riesenhit im ZDF. 

 

Echtes Inselkind

James Krüss ist ein echtes Inselkind. Am 31. Mai 1926 kam er auf Helgoland als ältester Sohn des Elektrikers Ludwig Krüss und seiner Ehefrau Margareta zu Welt. Getauft wurde der Junge auf den klangvollen Namen James Jacob Hinrich. Das Leben auf der Insel, das Meer und die typische Landschaft haben James Krüss stark geprägt. Mit den "Hummerklippen-Geschichten" ist er im Geiste immer wieder zum Ort seiner Kindheit zurückgekehrt. 

Aufs Festland

Im Zweiten Weltkrieg geriet Helgoland allerdings stark unter Beschuss. Auch die Familie Krüss wird evakuiert, zunächst nach Thüringen, dann nach Sachsen. James bleibt auch nach Kriegsende auf dem Festland, studiert in Lüneburg Grundschullehramt. Doch obwohl er das Examen nach drei Jahren in der Tasche hat, beschließt er sein Brot mit dem Schreiben zu verdienen. Er gründet eine Zeitschrift für alle vertriebenen Helgoländer, die bis 1956 existiert.

 

Von Kästner inspiriert

Weil James Krüss Freunde bei München hat, zieht es ihn Ende der 40er Jahre in den Süden. Dort arbeitet er bis 1951 für Radio und Presse, verfasst Hörspiele und Kindergedichte. Krüss ist auch dabei, als Erich Kästners "Konferenz der Tiere" vertont wird. Bei den Aufnahmen lernt er den berühmten Autor ("Emil und die Detektive", "Das fliegende Klassenzimmer", "Pünktchen und Anton") persönlich kennen und wird von ihm ermuntert, selbst für junge Leser zu schreiben.

Schreiben auf Reisen

Krüss nimmt sich diesen Rat zu Herzen. Die nächsten fünf Jahre verbringt er mit Reisen und Schreiben. Immer wieder zieht es ihn nach Italien und an die jugoslawische Adria, nach Holland und England. 1956 liegt beim Oetinger-Verlag das erste Kinderbuch vor: "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen". Ein Jahr später erscheint "Mein Urgroßvater und ich", für das der Helgoländer 1960 den Deutschen Jugendbuchpreis erhält.


 

Preisregen

Im den kommenden Jahren wird James Krüss mit unzähligen Preisen geehrt. Unter anderem erhält er den Hans Christian Andersen Award, die Goldene Europa für die besten Kinderliedertexte, den Marburger Literaturpreis und den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendbuchliteratur. 1967 wird die erste Schule in Berlin nach dem erfolgreichen Schriftsteller James-Krüss-Schule genannt.



 Filme und Drehbücher

In den 60er und 70er Jahren ist James Krüss am produktivsten. In dieser Zeit veröffentlicht er so erfolgreiche Geschichten wie "James Tierleben", "Adler und Taube" und "3 x 3 an einem Tag".  Viele seiner Bücher werden verfilmt. Außerdem verfasst der Dichter auch Drehbücher, z.B. zu den Pan-Tau-Geschichten von Ota Hoffmann.

 

 

Zurück auf der Insel

Dass James Krüss trotzdem am liebsten auf Inseln zu leben schien, beweist sein Umzug 1966 nach Gran Canaria. Hier bezog er ein eigenes Haus in einem kleinen Dörfchen, wo es sich entspannt und ruhig arbeiten ließ. Erst als der Schriftsteller 1985 einen Herzinfarkt erlitt, musste er deutlich kürzer treten. Geschrieben hat er jedoch bis zu seinem Tod - wie immer mit viel Humor, Sprachwitz und Fantasie. James Krüss starb am 2. August 1997 an Herzversagen. Aber seine Bücher leben weiter!

Nic - 30.5.2006 / Cover-Abbildungen: Oetinger Verlag, Porträt-Foto: Andreas Laible, mit freundlicher Genehmigung des Oetinger-Verlags

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