Hermann Hesse - berühmtester deutschsprachiger Autor

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Hermann Hesse - berühmtester deutschsprachiger Autor

Hermann Hesse wurde vor 130 Jahren, am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg in eine sehr fromme Familie hinein geboren. Sein Vater Johannes Hesse war ein Missionar, seine Mutter Marie Gundert, die älteste Tochter eines namhaften Indologen und Missionars.

Dichter oder gar nichts

Hesses Kindheit war bestimmt von religiösen Zwängen und Erwartungen. Statt klein bei zu geben, lehnte Hermann sich immer wieder dagegen auf und rebellierte. Er wechselte ständig die Schulen, war jedoch aufgrund seiner Auffassungsgabe immer unter den Klassenbesten. Dennoch hatte er kein Interesse am Lernen.

Seine Familie wollte natürlich, dass Hermann die Familientradition fortsetzt und ebenfalls eine theologische Laufbahn einschlägt, doch er hatte andere Zukunftspläne und floh aus dem Seminar Maulbronn, weil er entweder Dichter oder gar nichts werden wollte.

Der Weg dorthin führte Hermann Hesse über einige Umwege. Nach der Mittleren Reife begann er eine Buchhändlerlehre, brach sie jedoch wieder ab und half seinem Vater. Dann folgte eine Mechanikerlehre und schließlich wieder eine Buchhändlerausbildung, nach der er sich ab 1899 als Buchhändler und Antiquar in Basel niederließ.

Anfeindungen und schwere Jahre

Nach seiner Hochzeit mit Maria Bernoulli wurde er 1904 freier Schriftsteller in Gaienhofen am Bodensee. Die Ehe bleibt bis 1919 bestehen. Hesse erleidet einen Nervenzusammenbruch wegen des Todes seines Vaters (1916) und wegen der fortschreitenden Schizophrenie (=Persönlichkeitsspaltung) seiner Frau.

1919 zog Hermann Hesse endgültig in die Schweiz und wurde vier Jahre später, also 1923, auch Schweizer Staatsbürger. In diesem Jahr ließ er sich von seiner Frau, mit der er inzwischen drei Söhne hatte, scheiden. Hermann Hesse heiratete insgesamt noch zweimal.

Zwischen 1910 und 1912 unternahm er mehrere Reisen nach Österreich, Italien, in die Schweiz und nach Indien. Bei Kriegsbeginn 1914 meldete sich Hesse freiwillig, wurde aber als dienstuntauglich zurückgestellt. 1917 wurde Hesse nahegelegt, seine zeitkritischen Publikationen zu unterlassen, doch weitere Publikationen erschienen unter Pseudonymen.

1924 heiratete er Ruth Wenger, die Tochter der Schriftstellerin Lisa Wenger, von der er sich auf ihren Wunsch hin 1927 wieder scheiden ließ.

1931 heiratete er wieder, diesmal die Kunsthistorikerin Ninon Dolbin.

Von 1939 - 1945 galten Hesses Werke als entartete Kunst und volksfeindlich und wurden von den Nazis verboten, darunter seine Werke Unterm Rad", Der Steppenwolf", Betrachtungen und Narziß und Goldmund". 1944 verhaftete die Gestapo Peter Suhrkamp, Hesses bisherigen Verleger.

Vom Zeitkritiker zum preisgekrönten Schriftsteller

Ab 1946 konnten Hesses Werke, darunter Das Glasperlenspiel" und Krieg und Frieden", auch in Deutschland wieder veröffentlicht werden.

In diesem Jahr, am 14. November 1946, erhielt er den Nobel-Preis für Literatur. In der Begründung hieß es: "Für sein schriftstellerisches Werk, welches sich mit zunehmender Kühnheit und Durchdringung durch humanistische Ideen und hohe stilistische Qualität auszeichnet".

Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen wird ihm 1947 die Würde des Ehrendoktors verliehen und er wird zum Ehrenbürger von Calw ernannt.

1955 erhielt Hesse den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1956 erfolgte die Stiftung des Hermann-Hesse-Preises durch die Förderungsgemeinschaft der deutschen Kunst Baden-Württemberg.

Im 9. August 1962 stirbt Hermann Hesse an Gehirnschlag in seinem Haus in Montagnola in der Schweiz.

Wollt ihr mehr über Hermann Hesse erfahren? Aktuelle Informationen übers Hesse-Jahr 2002 mit vielen Veranstaltungshinweisen findet ihr auf folgender Seite: www.hesse2002.de.

-sw- Stand: 12.11.01 / LM - 02.07.02

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