Henrystutzen und Bärentöter <br> Karl May hat Geburtstag

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Henrystutzen und Bärentöter
Karl May hat Geburtstag

Silberbüchsen, Bärentöter und Henrystutzen wer das hört, denkt unweigerlich an einen der beliebtesten deutschen Schriftsteller: Karl May. Seine Romanhelden Winnetou und Old Shatterhand, Hadschi Halef Omar und Kara Ben Nemsi kennt jedes Kind.


Seine abenteuerlichen Reiseerzählungen aus Nordamerika und dem Orient sind in über 80 Millionen Exemplaren erschienen. Und so abenteuerlich wie seine Erzählungen war auch sein Leben.

Eine traurige Kindheit

Karl May hatte eine ungewöhnlich schwere Kindheit. Er wurde am 25. Februar 1842 als fünftes von insgesamt 14 Kindern im sächsischen Ernstthal (später Hohenstein-Ernstthal) geboren. Der Vater - ein Weber aus dem Erzgebirge konnte die Familie nur mit Mühe und Not durchbringen. Die Mutter verdiente als Hebamme dazu.

Das Geburtsthaus von Karl May in Hohenstein-Ernsttahl.

Bis zu seinem 5. Lebensjahr war Karl May blind, erst eine Operation in Dresden, verhalf ihm zu seinem Augenlicht. Er war ein guter Schüler, nähte nebenher Leichenhandschuhe und half so seiner Familie, über die Runden zu kommen.

Er wollte Lehrer werden, doch schon während des Studiums bremsten sechs Kerzen seine gutbürgerliche Karriere. May soll sie gestohlen haben. Erst nach einem Gnadengesuch wurde sein Verweis von der Lehranstalt zurückgenommen

Auf Irrwegen zum Erfolg

Mit 19 Jahren unterrichtete er als Volksschullehrer. Aber schon nach wenigen Wochen verlor er seine Stellung. Wieder soll er etwas gestohlen haben.

Aus Not und Trotz geriet er dann auf die schiefe Bahn. May prellte bei Gastwirten die Zeche und gab sich für einen vermögenden Arzt aus. Als angeblicher Polizist, Generalstaatsanwalt und Advokat beging Karl May wieder mehrere Diebstähle.

Natürlich flogen seine Betrügereien auf und er musste insgesamt rund acht Jahre ins Gefängnis.

Nach seiner Entlassung (1874) fand Karl May endlich seinen Traumberuf. Er wurde Schriftsteller.


Der Durchbruch gelang ihm mit seinen "Reiseerzählungen", die ab 1892 in Buchform erschienen. May schildert darin in der Ich-Form die abenteuerlichen Erlebnisse seines Helden in exotischen Ländern, vor allem im Wilden Westen Nordamerikas und im Orient. Dabei war er noch nie dort gewesen.

Prozesse und Affären

Zur Jahrhundertwende geriet Karl May inzwischen berühmt wieder negativ in die Schlagzeilen. Er musste zahlreiche Prozesse und Pressefehden ausfechten.

Auch das Bekannt werden seiner kriminellen Jugendsünden und Angriffe der literarischen Kritik verstrickten ihn in unaufhörliche Kämpfe um Ehre, Urheberrecht und schriftstellerische Anerkennung.

May litt so sehr unter den Anschuldigungen, dass es schließlich seine Gesundheit zermürbte. Trotz allem entstand in dieser Zeit ein bedeutendes Spätwerk. Darin entwickelte er Visionen und Utopien über ein überkonfessionelles Christentum und seine Friedensideen. ("Und Friede auf Erden", "Im Reiche des Silbernen Löwen", "Ardistan und Dschinnistan").

Späte Genugtuung

Am 22. März 1912, acht Tage vor seinem Tod, hielt May in Wien vor mehr als 2000 Zuhörern einen umjubelten Vortrag. Darin er verteidigte sein Leben und Werk und propagierte die pazifistischen Lehren der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner.

Sie schrieb auch den Nachruf auf Karl May. Dort heißt es: "Wer den schönen alten Mann an jenem 22. März ... sprechen gehört, durch ganze zwei Stunden, ..., begeisterungsvoll, in die höchsten Regionen des Gedankens strebend - der musste das Gefühl gehabt haben: In dieser Seele lodert das Feuer der Güte".

In der Villa Shatterhand befindet sich heute das Karl May Museum

Gut einen Monat nach seinem 70. Geburtstag stirbt Karl May am 30. März gegen 20 Uhr in seiner Villa "Shatterhand." Seine Atmung hat versagt, vermutlich infolge einer Lungenerkrankung. Andere Quellen sprechen von einem Herzschlag.

Die Beerdigung findet am 3. April auf dem Radebeuler Friedhof statt.

Weltweiter Erfolg

Heute ist Karl May einer der beliebtesten und meistgelesenen deutschen Schriftsteller. Die Gesamtauflage seiner im wilden Westen Nordamerikas und im Orient des 19. Jahrhunderts spielenden Abenteuererzählungen überschreitet die 80 Millionen. Übersetzungen liegen in 30 Sprachen vor.

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Karl May Verlag

Karl May Museum

-sw- 15.02.02 Fotos: Karl May Verlag und Karl May Museum

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