Dürrenmatt zum 90. Geburtstag

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Dürrenmatt zum 90. Geburtstag

Heute vor 90 Jahren, am 5. Januar 1921, wurde der Schweizer Dichter und Maler in Konolfingen in der Schweiz geboren. Zu seinen bekannten Stücken gehören "Die Physiker" und "Der Besuch der alten Dame".


Friedrich Dürrenmatt am 27. April 1989 in Bonn bei der Verleihung des Ernst-Robert-Curtius-Preises.

Dürrenmatt wurde zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise am 5. Januar 1921 als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Als er 14 Jahre alt war, zog er mit seiner Familie ins nicht allzu weit entfernte Bern um. 1941 beendete er seine Schullaufbahn mit dem Abitur.

Kein guter Schüler

Die Schulzeit bezeichnete Dürrenmatt selbst als "übelste Zeit" seines Lebens. Er hatte keine besonders guten Noten und war genervt von der Form des damaligen Unterrichts. So hatte er auch ständig Konflikte mit Lehrern.

Als Jugendlicher begann er auch zu malen und zu zeichnen. Später illustrierte er einige seiner Werke und entwarf sogar Bühnenbilder für seine Stücke. Ab 1941 studierte er in Zürich und Bern Philosophie, Naturwissenschaften und Germanistik.

Schwierigkeiten als freier Schriftsteller

Um 1945 verfasste er sein erstes Stück, das 1947 uraufgeführt wurde: "Es steht geschrieben". 1949 heiratete er die Schauspielerin Lotti Geissler und zog mit ihr nach Ligerz an den Bieler See. Hier antstand 1950 "Der Richter und sein Henker".

Nach anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten als freier Schriftsteller besserte sich die Lage der Familie. Dürrenmatt verfasste als Auftragsarbeit einige Hörspiele für deutsche Radiosender. Außerdem begann er Detektivgeschichten zu schreiben, die zum Teil als Fortsetzungen in Schweizer Zeitungen erschienen.

"Die Physiker" bringen den Durchbruch

Den ersten großen Erfolg in Deutschland hatte Dürrenmatt mit dem Stück "Die Ehe des Herrn Mississippi". International wurde er bekannt mit "Der Besuch der alten Dame" und "Die Physiker". Für sein umfangreiches und kritisches Werk wurde Dürrenmatt mit vielen Preisen und auch Ehrendoktorwürden geehrt.

In seinen Stücken behandelte Dürrenmatt immer wieder Fragen von Verantwortung und Mut. Auch er selbst bewies Mut und den Willen zur Auseinandersetzung und nahm immer wieder in Essays und Vorträgen Stellung zu Fragen internationaler Politik.

Friedrich Dürrenmatt starb am 14. Dezember 1990 in Neuchatel in der Schweiz.

Dürrenmatt und das Theater

Für Dürrenmatt war die Komödie die einzig mögliche Form des Theaters, um das wirklich Tragische auszudrücken. Er nutzte das Stilmittel der Ironie und Satire, um selbstgefälligen und selbstgerechten Kleinbürgern, Spießern, die Maske vom Gesicht zu nehmen. Dahinter verbirgt sich oft wenig, oder doch wiederum allzu Menschliches: Angst, Gier, Stolz, Feigheit...

Im Gegensatz dazu steht der "mutige Mensch" in den Stücken Dürrenmatts. Er hat keine Illusionen über eine Besserung der Menschen oder der Welt. Aber trotz dieser beängstigenden Erkenntnis steht der mutige Mensch Dürrenmatts für seine Überzeugungen und Ideale ein. Er resigniert und verzweifelt nicht. Dabei wirkt der mutige Mensch nicht übermenschlich wie die klassischen Helden Griechenlands. Das Heldentum bei Dürrenmatt besteht im echten Menschsein.

Wichtige Werke, um die kein Schüler herumkommt, sind die Theaterstücke "Der Besuch der alten Dame", "Die Physiker" und "Der Richter und sein Henker".

Zitate Dürrenmatts

"Die Welt ist eine Tankstelle, an der das Rauchen nicht verboten ist."

"Wer das Scheitern nicht wagt, soll die Hände von der Kunst lassen."

"Vaterland nennt sich der Staat immer dann, wenn er sich anschickt, auf Menschenmord auszugehen."

"Niemand köpft leichter als jene, die keine Köpfe haben."

"Kultur mache ich selber."

Begriffe:

Ironie: Ist jemand ironisch, dann meint er meist das Gegenteil des Gesagten. Ironie wird durch Gesten, Blicke oder Betonung deutlich gemacht. Mit gespielter Ernsthaftigkeit wird der Standpunkt des Gegenüber ins Widersprüchliche gezogen.

Satire: Bezeichnung für eine Spottdichtung, in der gesellschaftliche Missstände angeklagt werden.

Links:

Hier findest du eine ausführliche Besprechung des Stücks "Die Physiker" bei WIW

Die Homepage des "Centre Dürrenmatt Neuchatel" (mehrsprachig)

Text: -jj- 4.1.2006; Foto Dürrenmatt: Elke Wetzig/cc-by-sa 3.0;

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