"Der Seewolf" - Jack Londons weltbekannter Abenteuerroman

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"Der Seewolf" - Jack Londons weltbekannter Abenteuerroman

Mit dem Seewolf begründete der amerikanische Schriftsteller Jack London seinen literarischen Ruhm in Deutschland. Der 1904 veröffentlichte und bis heute mehrfach verfilmte Abenteuerroman verkaufte sich wie warme Semmeln und war besonders bei Jugendlichen eine beliebte Lektüre.

Jack London erzählt darin die Geschichte des Literaturkritikers Humphrey van Weyden, der sich auf eine anfänglich harmlose Seereise begibt, um einen Freund zu besuchen. Als das Schiff verunglückt, wird der junge Mann unfreiwillig zum Passagier eines Robbenfängers, dessen Mannschaft ihn aus dem eiskalten Meer fischt. Der tyrannische Kapitän der Ghost, Wolf Larsen, entschließt sich aus einer Laune heraus den Schiffbrüchigen nicht an Land abzusetzen, sondern ihn zum Mitglied seiner Mannschaft zu machen.

Unfreiwilliger Passagier

Während die "Ghost" den Robbenjagdgründen vor der japanischen Küste entgegenschippert, bleibt Humphrey nichts anderes übrig als sich mit der Situation zu arrangieren. Der ihm zugewiesene Job als Küchengehilfe ist kein Zuckerschlecken, zumal der Schiffskoch ein bösartiger Zeitgenosse ist. Dennoch gelingt es dem jungen Mann zum ersten Mal in seinem Leben über sich hinauszuwachsen und sich den nötigen Respekt zu verschaffen.

Die Flucht gelingt

Als noch weitere Schiffbrüchige aufgenommen werden, lernt Humphrey die junge Schriftstellerin Maud Brewser kennen und lieben. Der Literaturkritiker sieht in der gebildeten jungen Dame bald die einzige Verbindung zur Welt des Geistes. Seine Liebe zu Maud zwingt ihn zum Durchhalten und ein Fluchtversuch der beiden gelingt. Nach tagelanger Irrfahrt stranden sie auf denen von ihnen getauften Mühsal-Inseln. Dort beginnt ein neues Abenteuer...

Der Kampf ums Dasein

Wenn ihr in den Ferien noch etwas Schönes zum Schmökern sucht, können wir euch den Seewolf empfehlen. Das Buch ist nicht nur spannend und atmosphärisch geschrieben, sondern wirft auch philosophische Fragen über Moral und die menschliche Seele auf. Jack London verarbeitete in seinem Roman die damals relativ neue Evolutionstheorie von Charles Darwin.

Schöngeist gegen Rauhbein

Er thematisiert Fragen des darin formulierten Konkurrenzkampfes ums Dasein, indem er als Hauptfiguren einen gebildeten gegen einen wilden Menschen setzt: Schöngeist Humphrey, der an die Reinheit der Seele und an das Gute im Menschen glaubt gegen den brutalen Wolf Larsen, der frei nach dem Motto lebt: Der Stärkere überlebt. Diese philosophische Auseinandersetzung ist zwar Ausdruck ihrer Zeit, aber noch heute interessant.

Abenteurer Jack London

Beim Schreiben konnte Jack London aus dem Vollen schöpfen, da er selbst ein recht abenteuerliches Leben führte. Bereits als 14jähriger schufftete er in einer Konservenfabrik, schlug sich später als Matrose auf einem Robbenfänger, als Austerndieb, Landstreicher, Goldsucher und Kriegsberichterstatter durchs Leben. Und nebenbei war er ein erfolgreicher und höchst produktiver Schriftsteller.

Weltweit populär

Jack London schrieb wie besessen und verfasste zwischen 1900 und 1916 über 50 Bücher, einschließlich Romane und Kurzgeschichten sowie zahllose Artikel in großer thematischer Bandbreite. Viele Veröffentlichen wurden Klassiker und weltweit populär. Londons Bücher wurden in über 70 Sprachen übersetzt, darunter Ruf der Wildnis (1903), Der Seewolf (1904), Wolfsblut (1906) und Lockruf des Goldes (1910).

Nic 12.08.2004 / Buchcover: Verlag Ueberreuther

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