Start für die Fußball-WM der Menschen mit Behinderung

Nach der WM ist vor der WM! Kaum ist die Fußball-Weltmeisterschaft vorbei, steht die nächste ins Haus: In der Duisburger MSV-Arena wird am Dienstag 29.08.2006 um 12.00 Uhr das Eröffnungsspiel der Fußball-WM der Menschen mit Behinderung angepfiffen. 16 Mannschaften spielen um den Weltmeister-Titel. Das Endspiel findet am 16. September um 15.00 Uhr in der BayArena Leverkusen statt. Zuschauen lohnt sich!



Das offizielle Plakat zur Fußball-WM der Menschen mit Behinderung 2006.

Wer kann teilnehmen?

An der 4. INAS FID WM Fußball nehmen Menschen mit Lernbehinderung und geistiger Behinderung teil. INAS FID ist die Abkürzung für den englischen Begriff International Sports Federation for Persons with Intellectual Disability, zu deutsch: Internationale Sport-Vereinigung für Personen mit geistiger Behinderung. Diese Vereinigung wurde 1986, also vor 20 Jahren gegründet. 2005 waren dem Weltverband 86 Nationen angeschlossen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat geregelt, dass eine geistige beziehungsweise eine Lernbehinderung vorliegt, wenn der Intelligenzquotient eines Menschen bei 75 Prozent oder weniger liegt und er Schwierigkeiten hat seinen Alltag zu bewältigen. Die WM ist für die Sportler eine Plattform, die unter diese Definition fallen.

 

Diese WM wird auch alle vier Jahre ausgetragen und nach den FIFA-Regeln gespielt. Bisher fanden die WMs in den Niederlanden (1994), 1998 in England und 2002 in Japan statt.



Die deutsche Nationalmannschaft zählt vor heimischen Publikum zu den Favoriten. Vielleicht gewinnt sie 2006 zum ersten Mal den begehrten Pokal.



Favoriten

Bei der letzten WM 2002 holte sich England den Titel und auch dieses Jahr zählen die Briten zu den Anwärtern auf den Titel. Außerdem zählt der deutsche Budnestrainer Polen, Portugal, aber auch Brasilien und Japan zu den Favoriten. Chancen sollten auch Saudi-Arabien und Südafrika haben.

Die Mannschaft bereitet sich auf der Insel Texel intensiv auf das Turnier vor.

Heimvorteil für die Deutschen?

Bisher erreichte die deutsche Nationalmannschaft, die sich gezielt im Trainingslager auf Texel und bei einigen Testspielen vorbereitet hat, immer das Halbfinale. Und dieses Mal? Die deutsche Mannschaft kann sich durchaus gute Chancen auf den Titel ausrechnen. Ein großer Teil der deutschen Spieler spielt in Kreisligen gemeinsam mit Nichtbehinderten und die Leistungsträger der Mannschaft beweisen in Landesliga- Mannschaften ihre Stärke. Und vor eigenem Publikum möchte Bundestrainer Willi Breuer auch dieses Mal mindestens unter die letzten Vier des Turniers kommen. Schöner wäre natürlich das Erreichen des Endspiels vielleicht hilft dabei ja eine begeisterte heimische Zuschauerkulisse?

Eine der Stützen im deutschen Team: Kapitän Guido Skorna, rechts im Bild.

16 Mannschaften dabei

Gastgeber Deutschland eröffnet gegen Japan die 4. WM der Menschen mit Behinderung in der MSV-Arena in Duisburg. Gespielt wird zunächst in vier Gruppen mit je vier Mannschaften. Im Gegensatz zur WM im Juni, wird hier jeder Platz ausgespielt. Die Gruppe A mit Deutschland, Japan, Russland, und Nordirland trägt ihre Spiele in Nordrhein-Westfalen aus. In der Gruppe B kämpfen die Teams aus England dem amtierenden Weltmeister -, Mexiko, Ungarn und Südkorea in verschiedenen Stadien in Niedersachsen um den Einzug in die nächste Runde. Die Gruppe C mit Brasilien, Südafrika, Frankreich und Portugal trägt alle Spiele im Dante- Stadion in München aus. Schließlich spielen die Niederlande, Saudi- Arabien, Polen und Australien auf unterschiedlichen Plätzen in Sachsen- Anhalt.

Nach den 24 Vorrundenspielen in den vier Gruppen, kommen die Hauptrundenspiele, die alle in Nordrhein-Westfalen ausgetragen werden. Den genauen Spielplan findet ihr hier


Unterstützt wird die deutsche Mannschaft auch von Rudi Völler, hier gemeinsam mit Trainer Willi Breuer und Spieler Andreas Timm bei einer Veranstaltung.

"Anders ist auch normal!"

Dieser Satz ist zugleich Botschaft und Motto dieser WM. Hoch motiviert gehen die rund 500 Aktiven - Fußballer, ihre Betreuer und Trainer - an den Start. Sie wollen zur Höchstleistung auflaufen und ihr Können am Ball unter Beweis stellen. Packende Spiele, Einsatzwille und Spaß am Sport all das soll die Zuschauer begeistern. Dabei sollen auch Vorurteile abgebaut werden. Denn in unserer Gesellschaft wird die Leistung von Behinderten häufig noch immer nicht anerkannt und das Anderssein wird als weniger wert und schlecht angesehen. Dabei ist es doch wertvoll! Und genau das beweisen die Sportler!


Andreas Timm (rechts) bei einem Testländerspiel Ende Juli.

Feuert die Spieler an!

Die Leistungen dieser Mannschaften sind genauso wertvoll wie die nichtbehinderter. Macht euch selbst ein Bild davon und feuert die Teams an! Der Eintritt zu den Spielen ist bis auf das Endspiel - kostenlos! Das Finale kostet 5 Euro Eintritt. Und vielleicht könnt ihr ja hier ein Finale Deutschland - Brasilien oder Deutschland - England bewundern, wer weiß ...

Wer sich kein Spiel im Stadion anschauen kann, der hat immerhin im Fernsehen die Chance live dabei zu sein: Der WDR überträgt alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft und das Endspiel live !

Übrigens gibt es zu den Spielen an den jeweiligen Austragungsorten kunterbunte kulturelle Begleitprogramme. Genauere Infos findet ihr unter www.inas-fid-wm2006.de/.

-ab-28.08.2006 Text / Fotos: www.inas-fid-wm2008.de/

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