Vom Holzknüppel zum Hightechschläger: Badminton im Wandel

Berühmte Personen

Vom Holzknüppel zum Hightechschläger: Badminton im Wandel

Badminton ist die Wettkampfvariante des Freizeitsports Federball. Es wird in ähnlicher Form bereits seit 2000 Jahren gespielt und begeistert auch heute noch Sportler auf der ganzen Welt. Es stellt hohe Ansprüche an Reflexe, Schnelligkeit, Kondition und Taktik und ist seit 1992 fester Bestandteil der olympischen Spiele.

Ein Sport mit Vergangenheit...


Links: Aufschlag beim Badminton.

Der Name dieser Sportart geht auf den englischen Landsitz Badminton des Herzogs von Beaufort zurück, auf dem 1872 die aus Indien importierte Ballsportart vorgestellt wurde. Doch schon 2000 Jahre alte Höhlenmalereien zeigen eine Sportart, bei der mit Hühnerfedern gespickte Bälle mit flachen Hölzern geschlagen wurden. Auch die Inkas und Azteken in Süd- und Mittelamerika kannten diese Freizeitbeschäftigung.


In Europa spielten die Adligen zur Zeit des Barock Battledore and Shuttlecock - ein Federballspiel das sich enormer Beliebtheit erfreute. Weil es damals jedoch noch keine Hallen gab wurde nicht selten in Kirchen gespielt, da nur deren hohe Decken dem Federball eine uneingeschränkte Flugbahn gewährten. Die Kirchenbänke dienten den Zuschauern hierbei als Tribünen.


...und Zukunft!


Rechts: Badminton Spielfeld beim gemischten Doppel.

Nachdem Badminton 1972 bei den olympischen Spielen nur als Demonstrationssportart vertreten war wurde es 1992 zum festen Bestandteil erklärt. Heute findet es überall auf der Welt immer mehr Anhänger. Besonders in Dänemark, England und asiatischen Ländern wie zum Beispiel Indien hat sich das oft belächelte Kinderspiel zum Volkssport entwickelt. Aus diesem Grund werden die meisten Turniere von Dänen und Asiaten gewonnen.


Wann hat man gewonnen?


Links: Gemischtes Doppel.

Gespielt wird auf einem rechteckigen Feld, das in der Mitte von einem Netz geteilt wird. Ein Badmintonfeld ist kleiner als ein Tennisfeld und hat für Einzel- und Doppelspiele unterschiedliche Begrenzungslinien.

Zu Beginn jedes Spiels wird der Ball auf den Boden gefallen gelassen: Derjenige, auf den die Korkspitze zeigt, macht die erste Angabe. Ziel ist es, den Ball auf dem gegnerischen Feldteil aufschlagen zu lassen. Wenn ein Spieler den Federball ins Netz oder aus dem Feld hinaus schießt, gibt das einen Punkt für seinen Gegner.


Die Angabe wechselt, sobald der Gegenüber des Aufschlagenden einen Punkt macht. Wenn einer der Sportler einundzwanzig Punkte erreicht hat, hat er einen Satz gewonnen. Nach jedem Satz werden die Spielfeldseiten getauscht um so etwaige Nachteile wie blendende Sonne auszugleichen. Es werden drei Sätze gespielt, wobei derjenige, der die Mehrheit davon für sich entscheiden kann, das Spiel gewinnt.


Welcher Schläger passt zu mir?


Rechts: Badminton-Ausrüstung.

Der Schläger ähnelt dem Tennisschläger, ist aber kleiner, dünner besaitet und mit durchschnittlich 100 Gramm deutlich leichter. Bei der Bespannung des Schlägers muss man sich entscheiden: Durch eine harte Bespannung kann man den Ball mit weniger Kraftaufwand schlagen. Ist die Bespannung weich, hat man jedoch mehr Kontrolle über den Schläger und kann so genauer spielen.


Taktisches Vorgehen ist wichtig!


Links: Aufstellung beim Aufschlag.

Dies ist besonders bei den so genannten Drops (englisch: to drop = fallen lassen) bedeutsam: Hierbei wird versucht, den Ball kurz hinter das Netz fallen zu lassen. Besonders effektiv ist diese Schlagart, wenn der Gegenspieler im hinteren Teil seines Felds steht und dadurch den Ball vorne am Netz nur schwer erreichen kann. Ein Reiz dieser Sportart ist es, taktisch geschickt zu spielen um den Gegner möglichst stark unter Druck zu setzen. Entscheidungen müssen oft innerhalb von Sekundenbruchteilen getroffen werden, was Badminton nicht nur körperlich anspruchsvoll macht.


Was bringt mir Badminton?


Badminton stellt hohe Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit, Geschicklichkeit und Kondition der Spieler. Diese Eigenschaften werden beim Badminton ebenso trainiert, wie Spontanität, Intuition und nicht zuletzt die Menschenkenntnis der Spieler: Da man immer abschätzen muss, wo der Gegenspieler hinspielt und wo er den Ball am wenigsten erwartet, gehören auch psychologische Kenntnisse zum Repertoire guter Spieler.


Wo kann ich Badminton spielen?


Wenn du jetzt selbst Lust auf Badminton bekommen hast, frage einfach bei Vereinen in deiner Nähe nach! Die meisten großen Vereine bieten Badminton für alle Altersklassen an. Und wenn du im Sommer draußen spielen willst, kannst du das auch ohne Badmintonfeld tun. Alles was du brauchst, ist ein Schläger für jeden Mitspieler und einen Federball. Dieser muss nicht aus Federn sein Ein Plastikball ist billiger und hält auch deutlich länger.

Text und Fotos: Klaus Warkus, Schülerpraktikant 10.03.08;

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt