Viel Spaß beim Drachenbasteln

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Viel Spaß beim Drachenbasteln

Ab Oktober liegen die Windgeschwindigkeiten auf unserer nördlichen Erdhalbkugel über dem Durchschnitt. Deshalb ist die Herbstzeit auch der Beginn der Drachenzeit. Denn erst ab den Monaten Mai und Juni kommt es wieder zu windschwächeren Wetterlagen. Auch dem Drachenfliegen im Schnee steht also nichts im Wege!

Selbst ein Drachen, der aus den leichtesten Materialien gebaut wird, ist immer schwerer als Luft. Er benötigt also eine Kraft, die ihn in die Luft hebt. Beim Drachen ist es der Wind.

Wie muss man sich das genau vorstellen?

Der Wind drückt nach oben gegen die schräg stehende Drachenunterseite und wird nach unten abgelenkt. Die Schnur verhindert, dass der Drachen nach hinten ausweicht, die so genannte Waage hält den Drachen in einem bestimmten Winkel zum Wind. Beides bewirkt, dass der Drachen Auftrieb bekommt und in die Höhe gehoben wird (Abbildung A).

Ein Drachen kann nur dann fliegen, wenn sein Anstellwinkel richtig zum Wind steht. Ist er zu flach, dann ist der Auftrieb von unten zu gering. Ist er zu steil, gibt es Luftwirbel auf der Oberseite und der Drachen fliegt sehr unruhig. Die Waage ist dann am besten eingestellt, wenn die Tragfläche zum Seil einen Winkel zwischen 70 und 80 Grad bildet. Das hängt auch ein bisschen von der Windstärke ab. Bei starkem Wind muss der Winkel kleiner sein, bei schwachem Wind muss der Drachen steiler in der Luft gehalten werden.

Seine gute Flugeigenschaft bekommt der Drachen aber erst durch seinen Schwanz. Er gibt ihm mit seinem Gewicht und Luftwiderstand Richtungs- und Seitenstabilität.

Der klassische Zweistab-Drachen

Materialien

Werkzeug: Bleistift, Filzstift, Schere, kleine Säge, Lineal, Zollstock, Zeichenwinkel, Kleber und Leim, feiner Bohrer, Klebeband.

Bespannung: Plastikfolie ca. 100 x 85 cm groß eignet sich sehr gut (Verpackungsmaterial, Müllsack, bunte Plastikfolie gibt es im Bastelladen). Einen Drachen aus klarer Folie solltest du bemalen, damit du ihn überhaupt am Himmel erkennen kannst.

Holzleisten: Fichtenholz oder Ramin, Stärke zwischen 5 x 5 und 5 x 10 mm, 92 cm und 69 cm lang; als Faustregel gilt: die kleinere Leiste sollte  der Länge der größeren Leiste haben.

Für die Waage: Metallring (z.B. Schlüsselring)

Spule und Drachenschnur: meistens gibt es zur Drachenschnur auch gleich eine Plastikspule zu kaufen. Oft ist sie aber nicht groß und stabil genug. Du kannst dir auch selbst eine aus Sperrholz basteln.

Drachenschwanz: entweder du nimmst auch hier farbige Folie oder Krepppapier.

Bauanleitung

Drachengerüst:

- Markiere zuerst auf der 69 cm langen Leiste die Mitte. Prüfe dann über deinem Finger oder besser über einer Messerschneide, ob beide Teile gleich schwer sind. Wenn eine Hälfte absinkt, musst du an diesem Stück etwas wegschnitzen bis beide Teile ausbalanciert sind.

- Säge in die vier Enden der Leisten 0,5 cm tiefe Kerben für die Schnurumspannung (Abbildung B). Beim Sägen lasst euch bitte von euren Eltern helfen!


- Trage auf dem 92 cm langen Stab im Abstand von 20 cm zum Ende etwas Klebstoff auf. Auch der 69 cm lange Stab wird in der Mitte mit Klebstoff bestrichen. Lege nun die beiden Stäbe in einem 90 Grad Winkel mit den Klebstoffseiten übereinander. Beschwere die Stelle mit einem Gewicht. Lasse jetzt den Kleber sehr gut trocknen!

- Sichere das Leistenkreuz vorsichtig mit einem festen Knoten

(Abbildung C).

- Nun brauchst du gute 2,70 m Drachenschnur. Lege die Mitte der Schnur mit einer Schlinge in die Kerbe am Kopfende des Mittelstabes und fixiere sie mit genügend Klebstoff.

Vergiss nicht, den Klebstoff wieder gut trocknen zu lassen. Dann ziehst du die Schnur auf beiden Seiten mit leichter Spannung über die Kerben des Querstabes zum unteren Ende des Mittelstabes und knotest sie fest.

An dem übrigen Schnurende wird später der Schwanz befestigt. In jede Kerbe gibst du einen dicken Tropfen Klebstoff (Abbildung D).

Bespannung:

- Schneide die Folie in den Maßen des Drachengerüstes zu, zeichne dabei die Schnittkanten 3 cm außerhalb der Schnurumspannung ein. Markiere die Enden der Hölzer mit einem Punkt auf der Folie und schneide diese bis zum Punkt ein.

 

- Klappe nun den Rand über die Schnur und fixiere sie mit Klebestreifen.

Die Waage:

- Bohre mit einem feinen Bohrer an beiden Enden des Mittelstabes ein Loch vorsichtig durch den Stab und die Bespannung. Das Loch sollte 2 cm vom jeweiligen Stabende entfernt sein. Bei dieser Arbeit sollten dir deine Eltern bitte helfen.

- Schneide ein etwa 190 cm langes Stück Drachenschnur ab. Mit einem Filzstift zeichnest du drei Markierungen ein im Abstand von 10 cm, 110 cm und 180 cm.

- Das 10 cm lange Stück ziehst du durch das Loch am Schwanzende. Du musst es so verknoten, dass die Markierung etwa auf dem Loch liegt. Das gleiche machst du am anderen Ende des Stabes.

-An der mittleren Markierung hängst du den Metallring (Abbildung E)

mit einem speziellen Knoten ein (Abbildung F).

Der Knoten kann immer wieder leicht gelöst werden und du kannst so die Waage je nach Windstärke verschieben.

 

- An dem Ring wird auch die Drachenschnur befestigt.

Kontrolle:

- Halte den Drachen am Metallring fest und prüfe, ob er ausbalanciert ist oder etwa nach einer Seite kippt. Wenn das passiert, dann musst du auf der Gegenseite ein kleines Gewicht z.B. ein Stückchen Holz befestigen; am besten auf dem Querstab und nicht auf der Bespannung.

Drachenschwanz:

- Die Schnur für den Schwanz sollte ca. 3 m lang sein. Knülle Krepppapier in eine Schleifchenform und knote sie im Abstand von etwa 15 cm an die Schnur. Diese befestigst du an der Restschnur der Verspannung.

Mögliche Fehler:

- Der Drachen ist nicht ausbalanciert und kommt deshalb ins Trudeln.

- Der Anstellwinkel ist der Windstärke nicht angepasst (mit der Waage zu verstellen). Starker Wind flacher Winkel, schwacher Wind steiler Winkel.

- Der Schwanz hat nicht die richtige Länge (je stärker der Wind desto länger der Schwanz).

Zum Schluss:

- Dein Platz zum Drachenfliegen sollte nicht in der Nähe von Hochspannungsleitungen, Bahnlinien, Straßen, Häusern und Bäumen sein.

- Die Drachenschnur darf nicht länger als 100 m sein.

- Vorsicht: bei einem herannahenden Gewitter solltest du rechtzeitig deinen Drachen einholen und das ungeschützte Feld verlassen!

Viel Spaß beim Basteln und Drachen steigen lassen!

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