Neue Regeln für die Formel 1

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Neue Regeln für die Formel 1

Nachdem einige Rennställe über zu hohe Kosten gestolpert sind, soll das neue Reglement den Formel 1 Zirkus wieder günstiger aber auch spannender machen. Deshalb gibt es sportliche, technische, aber auch sicherheitstechnische Änderungen. Eine Neuheit ist HANS. HANS ist die Abkürzung für den englischen Begriff "head and neck support", also Kopf- und Nackenstütze, die in diesem Jahr alle Formel 1 Fahrer obligatorisch tragen müssen.

Die FIA, die oberste Automobilsportbehörde, gab den Rennställen für die Umsetzung einiger geforderter technischer Neuerungen bis zum 11. Rennen, dem Großen Preis von England in Silverstone, Zeit. Außerdem wurde der Große Preis von Belgien aus dem Rennkalender gestrichen.

Die Qualifikation:

Ab 2003 gibt es vor jedem Rennen jeweils freitags und samstags zwei Qualifikationsläufe, in denen die Startaufstellung ermittelt wird. Bei diesen Läufen geht nur ein Fahrer allein auf die Strecke und fährt eine fliegende Runde. Beim ersten Rennen in Melbourne wird bei der Qualifikation nach dem Stand der Weltmeisterschaft 2002 gestartet. Beim zweiten Lauf am Samstag, sind die Resultate des Vortages für den Start entscheidend. Gestartet wird dann immer in umgekehrter Reihenfolge, das heißt die Besten vom Freitag fahren am Samstag zum Schluss. Für das Rennen selbst, sind die Zeiten vom Samstag entscheidend. Auch das Warm Up, also Aufwärmen, vor dem Rennen am Sonntag entfällt. Das findet nun auch samstags, vor dem zweiten Qualifikationslauf statt.

Die Autos unter Verschluss:

Nach den abgeschlossenen Qualifikationsrennen werden die Fahrzeuge unter Verschluss genommen. Das heißt, die Mechaniker dürfen eigentlich keine Veränderungen an ihnen vornehmen. Die Rennleitung muss dafür sorgen, dass diese neue Regel eingehalten wird. Sollte es zu größeren Reparaturen wie einem Motorwechsel kommen, muss dieser ausnahmsweise genehmigt werden. Eigentlich sollten die Rennwagen aber schon so in die Qualifikationsrennen gehen, wie sie am nächsten Tag auch im Rennen starten sollen. Damit soll verhindert werden, dass weiterhin spezielle Qualifying Motoren eingesetzt werden, die in der kurzen Zeit der Qualifikation Höchstleistungen bringen, aber ein Rennen nie durchhalten würden. Sind die Rennwagen im so genannten Parc Fermé, also im geschlossenen Park, abgestellt, dürfen sie auch nicht mehr neu betankt werden. Auch an diesen Umstand muss die Renntaktik angepasst werden.

Kleiner Mann im Ohr verboten

Im Rennen sind Stallorder per Funk an die Piloten verboten. Damit soll verhindern werden, dass ein Fahrer den anderen auf Befehl der Teamleitung vorbeilässt. Zwar dürfen die Fahrer aus Sicherheitsgründen zum Beispiel über Hindernisse auf der Fahrbahn, Unfälle oder Ölspuren informiert werden, sie dürfen aber keine taktischen Anweisungen mehr während des Rennens erhalten. Der Funkverkehr zwischen der Box und den Fahrern soll öffentlich mitgehört werden. So sollen selbst die Zuschauer zuhause mitlauschen können, was Schumi und Co während eines Rennens ins Ohr geflüstert wird.

Neben diesen Änderungen, gibt es auch technische Neuerungen:

Keine Startautomatik mehr

Die Startautomatik, auch Launch Control genannt, soll abgeschafft werden. Durch diesen automatischen Start per Knopfdruck wurde eine optimale Beschleunigung am Start erzielt. Die Rennställe sollen bis zum Großen Preis von England im Juli wieder manuelle Kupplungen in ihre Fahrzeuge einbauen. Dann wird die Launch Control abgeschafft.

Fahrerisches Können statt computergesteuerte Hightec

Ebenfalls ab 18. Juli soll die kostspielige Traktionskontrolle verboten werden. Die Traktionskontrolle passt automatisch die Motorleistung an die Reifenhaftung an. Dadurch drehen die Reifen nicht mehr so leicht durch und die Beschleunigung und Kurvenlage wird verbessert, unabhängig vom Können des Fahrers. Dies soll nun wieder anders werden. Auch das computergesteuerte Getriebe soll ab Juli 2003 der Vergangenheit angehören und auch hier wartet Mehrarbeit auf die Fahrer. Denn ab dann sollen halbautomatische Getriebe eingesetzt werden. So müssen die Fahrer zwar weiterhin keine Kupplung treten, aber sie müssen selbst von Hand am Lenkrad den entsprechenden Gang wählen.

Verboten wird auch die Übertragung elektronischer Messwerte. Diese so genannte Telemetrie machte es möglich, dass die Mechaniker während eines Rennens von der Box aus die Einstellungen des Motors verändern konnten. Das soll ab jetzt nicht mehr möglich sein. Der Fahrer kann zwar Daten an die Box weitergeben, damit er notfalls auch gewarnt werden kann. Allerdings sollen die Techniker während des Rennens keine neuen Daten mehr einspeisen können.

Auch zweite Ersatzfahrzeuge sind nicht mehr erlaubt. Nur wenn das eigentliche Rennauto im Qualifying so kaputt ging, dass es nicht mehr repariert werden kann, darf ein neues Fahrzeug eingesetzt werden. Außerdem gab es auch bei den Reifen Änderungen, so sind zum Beispiel Nur-Regen-Reifen nicht mehr erlaubt.

Die WM Punkte

Ab 2003 gibt es bis zum achten Platz Punkte. Der Erste eines Rennens erhält 10 Punkte, der 2. acht, der 3. sechs, der 4. fünf, der 5. vier, der 6. drei, der 7. zwei und der 8. einen Punkt. Das macht vor allem den 2. Platz attraktiver, weil er nicht wie vorher vier, sondern nur zwei Punkte weniger erhält.

Alles in Allem sollen diese Änderungen die Kosten für die Rennställe senken und damit auch den Fahrbetrieb überhaupt weiter aufrecht erhalten. Zu wenig Konkurrenz macht Rennen langweilig. Und schwindet das Interesse der Zuschauer und der Medien, schwinden auch die Einnahmen. Zudem sollen die Fahrer und ihr Können wieder mehr im Mittelpunkt stehen, als Computer und ihre Programmierung. Ob die Formel 1 Saison durch all diese Änderungen wirklich spannender wird, werden wir allerdings erst Ende Juli merken, wenn die meisten Neuerungen tatsächlich greifen sollen.

Die Rennsaison 2003:

07.03. 09.03. Großer Preis von Australien in Melbourne, Albert Park.

21.03. 23.03. Großer Preis von Malaysia in Sepang, Sepang International Circuit.

04.04. 06.04. Großer Preis von Brasilien, Interlagos, Autodromo Jose Carlos Pace.

18.04. 20.04. Großer Preis von San Marino, Imola, Autodromo Enzo e Dino Ferrari.

02.05. 04.05. Großer Preis von Spanien, Barcelona, Circuit de Barcelona.

16.05. 18.05. Großer Preis von Österreich, Spielberg, A1-Ring.

29.05. 01.06. Großer Preis von Monaco, Monte Carlo, Circuit de Monaco.

13.06. 15.06. Großer Preis von Kanada, Montreal, Circuit Gilles Villeneuve.

27.06. 29.06. Großer Preis von Europa, Nürburgring.

04.07. 06.07. Großer Preis von Frankreich, Magny-Cours, Circuit de Nevers.

18.07. 20.07. Großer Preis von England, Silverstone, Silverstone Grand Prix Circuit.

01.08. 03.08. Großer Preis von Deutschland, Hockenheim, Hockenheimring.

22.08. 24.08. Großer Preis von Ungarn, Budapest, Hungaroring.

12.09. 14.09. Großer Preis von Italien, Monza, Autodromo Nazionale di Monza.

26.09. 28.09. Großer Preis der USA, Indianapolis.

10.10. 12.10. Großer Preis von Japan, Suzuka, Suzuka Circuit.

-ab-09.03.03 Text/Fotos: wasistwas.de: Formel 1Wagen aus vorhergehenden Saisons.

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