Marissa und Haflingerstute Angie: Ein Tag auf dem Reitturnier

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Marissa und Haflingerstute Angie: Ein Tag auf dem Reitturnier

Ihr wollt wissen, wie es auf einem Reitturnier zugeht und welche Vorbereitungen für so einen großen Tag zu treffen sind? Dann begleitet mich, Marissa (16 Jahre) und für eine Woche Schülerpraktikantin beim Tessloff Verlag, und Haflingerstute Angie!

Wochenlang habe ich dem großen Ereignis entgegen gefiebert. Und bevor es losging, musste ich einiges vorbereiten. Am Tag vor dem Turnier habe ich Trense und Sattel mit Lederfett geputzt, damit alles schön glänzt. Ich habe kein eigenes Pferd, aber in unserem Verein gibt es Schulpferde, auf denen jeder reiten lernen kann. Das Pferd, das ich gerade reite, heißt Angie und ist eine sportliche Haflingerstute.


Styling für Angie

 

Natürlich wird auch Angie für den großen Tag besonders hergerichtet. Ich putze sie gründlich und damit sie ordentlicher aussieht, flechte ich ihre lange Mähne zu einem Zopf. Wenn alles fertig ist, muss noch der Pferdeanhänger, mit dem Angie zum Turnier gefahren wird, vorbereitet werden. Damit Angie etwas zum Fressen und Trinken hat, fülle ich ihr ein Heunetz und packe einen Wassereimer ein. Jetzt kann ich beruhigt schlafen gehen.


Foto: Angie, eine Haflingerstute vom sportlichen Typ

Lampenfieber

Am nächsten Tag klingelt mein Wecker schon um 6 Uhr morgens. Ich konnte vor Aufregung fast nicht schlafen. Schnell schlüpfe ich in meinen Turnierdress. Jeder Turnierreiter muss in den  Prüfungen eine weiße Reithose, eine Bluse mit weißem Kragen und ein schwarzes Jackett tragen. Im Stall angekommen, muss Angie in den Pferdehänger gebracht werden. Sie ist stur und es braucht etwas Überredungskunst, aber ich führe sie energisch hinein. So, noch einen letzten Blick in die Sattelkammer. Ob auch wirklich nichts fehlt? Jetzt kann es losgehen!

 

Welche Leistungsklassen gibt es?

Als wir am Ort des Turniers ankommen, herrscht auf dem Reitplatz schon reges Treiben. Man sieht viele jugendliche Nachwuchsreiter, hauptsächlich Mädchen. Aufgeregt schaue ich, wann ich dran bin. Heute starte ich nur in zwei Prüfungen. Zuerst Springen und dann Dressur. Es gibt verschiedene Klassen, E steht für Einsteiger, A bedeutet Anfänger, L heißt zwar Leicht,  aber wirklich leicht ist es nicht, M heißt Mittel und ist schon ganz schön schwer, S steht für Schwer und in dieser Klasse starten nur die Profis.

Foto: Marissa mit Angie auf dem Springparcours



Hochkonzentriert durch den Parcours

Endlich ist es so weit: Ich starte zuerst in einer Stilspringprüfung der Klasse E. Aufgeregt gehe ich zu Fuß den Parcours ab, damit ich weiß, in welcher Reihenfolge ich die Hindernisse  reiten muss. Der heutige Parcours besteht aus sieben Hindernissen mit einer Höhe von etwa 80 bis 90 Zentimetern. Ich hoffe, ich kann ihn mir merken. Auf dem Abreiteplatz versuche ich Angie so gut wie möglich locker zu reiten. Wir springen über ein paar Hindernisse, damit wir vorbereitet sind.


Und dann werde ich auch schon aufgerufen. Konzentriert reite ich auf den Springplatz und galoppiere Angie in der ersten Ecke an. Das erste Hindernis ist schon in Sicht. Angie springt ab und landet weich auf der anderen Seite. Auch das zweite meistern wir. Jetzt rechtsherum auf die zweifache Kombination, das heißt eine Folge von zwei Hindernissen, zwischen denen ein bis zwei Galoppsprünge liegen. Angie kommt etwas aus dem Takt und landet im falschen Galopp. Ich schaffe es nicht mehr, sie vor dem nächsten Hindernis richtig anzugaloppieren. Über die letzten drei Sprünge kommen wir problemlos.

 Foto: Nur einmal macht Angie einen Fehler und wirft eine Stange ab.

Die Richter haben währenddessen meine Wertnote ermittelt, sie bewerten meinen Sitz, den Rhythmus und die Wegführung. Ich bekomme eine Wertnote von 6,5. Die Skala geht von 0 bis 10, wobei 10 die beste und 0 die schlechteste Wertnote ist. Leider werde ich nicht mehr platziert, viele sind besser. Ich bin aber trotzdem zufrieden. Man kann nicht jedes Turnier gewinnen und es gibt noch viele Turniere, an denen ich teilnehmen kann.

 

Wer wird gewinnen?



Jetzt bin ich gespannt auf den Reiterwettbewerb. Das ist die leichteste Prüfung, die man in der Dressur gehen kann. In einem Reiterwettbewerb reitet man in einer Abteilung, das heißt in einer Gruppe von Reitern. Es wird der Sitz, die Einwirkung durch Hilfen und das korrekte Ausführen von Hufschlagfiguren bewertet. Ich muss am Anfang der Abteilung reiten. Neben mir nehmen noch sechs weitere teil. Zuerst müssen wir im Schritt einige Hufschlagfiguren zeigen. Danach im Trab. Und jetzt bitte die erste Reiterin auf den Zirkel geritten. An beliebiger Stelle angaloppieren, verlangt die Richterin  Es läuft alles prima und Angie macht keine Fehler.

Foto: Marissa bei der Dressurprüfung, hier mit einem anderen Pferd



Zur Siegerehrung müssen wir uns auf der Mittellinie aufstellen. Aus dem Lautsprecher tönt eine Stimme: Kommen wir nun zur Siegerehrung: Den Reiterwettbewerb hat gewonnenMarissa Müller auf Angie!  Ich bin total überrascht, bis jetzt habe ich noch keine Prüfung gewonnen. Ich freue mich riesig und reite stolz meine Ehrenrunde. Angie bekommt nachher ganz viele Karotten. Und so geht ein erfolgreicher Turniertag zu Ende.

Text und Fotos: Marissa Müller

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt