Kitesurfen: Waghalsige Sprünge und Schnelligkeit!

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Kitesurfen: Waghalsige Sprünge und Schnelligkeit!

Habt ihr sie schon gesehen, die Kitesurfer? Wie sie mit ihren Lenkdrachen und den Boards an den Füßen in einem Affenzahn über die Wellen rauschen. Auf Seen und auf dem Meer kann man die waghalsigen Sportler beobachten. Was sie brauchen? Vor allem ordentlich Wind!

Was ist Kitesurfen?

Auf einem kleinen Brett, das ca 1,40 lang ist und einem Snowboard oder Surfbrett ähnelt, lässt sich der Kiter von einem speziellen Lenkdrachen über das Wasser ziehen. Kite ist das englische Wort für Lenkdrachen. Durch die Kraft des Drachens kommt das Brett so richtig in Fahrt und es lassen sich bei gutem Wind enorme Sprünge absolvieren. Zum Teil wird sogar eher geflogen als auf dem Wasser geglitten. Zehn Meter hohe und 40 Meter weite Sprünge sind keine Seltenheit und im Gegensatz zum Surfen sieht das Kiten auch schon bei wenig Wind spektakulär aus sofern der Kiter weiß, wie er mit dem Drachen, dem Wind, dem Wasser und dem Brett umzugehen hat...

Wie der Drachen zum Board fand...

Wie so oft gibt es nicht nur einen, der "das" Kitesurfen erfunden hat. Mitte der 80er Jahre bastelte der US-Amerikaner Cory Roeseler an der Idee. Er benutzte Wasserski und einen gerahmten Drachen. Auch in Frankreich wurde herumexperimentiert und immer mehr Drachenhersteller versuchten sich an wassertauglichen, strapazierfähigen Materialien. Richtig beliebt wurde der Sport Ende der 90er Jahre, vor allem vor den hawaiianischen Inseln. Für viele Surfer war es eine neue Herausforderung, so auch für die Surflegende Robby Naish. Auch in Deutschland stiegen Ende der 90er Jahre Surfer auf das Kitesurfen um. Auf Seen und auf dem Meer kann man sie seither sehen, selbst im Winter. Denn mit dem entsprechenden Neoprenanzug schützen sich die Kiter vor der Kälte.

Eine wilde sportliche Mischung...

Kitesurfen ist eine Sportart, bei der sowohl das Material als auch die Techniken, Figuren und sportlichen Herausforderungen von vielen verschiedenen Sportarten neu kombiniert wurden. So hat sich diese Sportart erst nach und nach entwickelt und ist sicher noch lange nicht am Ende. Beim Kite-Surfen wurden Elemente des Kite-Buggy-fahren (man fährt mit dem Wind an einem Drachen in einem dreirädrigen Gefährt mit bis zu 100 Stundenkilometer am Strand entlang), des Wellenreitens, des Windsurfens, Skateboardens, Snowboardens und Wakeboardens (wie Snowboarden nur auf dem Wasser) kombiniert. Daraus entstanden zum Teil auch wieder neue, abenteuerliche Figuren.

...gepaart mit der Kunst und Technik des Flugdrachens

Dazu kam natürlich auch noch die ständige Entwicklung der Lenk- und Flugdrachen, die bei dieser Sportart selbstverständlich auch eine wichtigste Rolle spielen! Übrigens sollen die ersten Drachen aus Seide und Bambus schon um 1000 vor Christus zum Fliegen gebracht worden sein.

Beim Kitesurfen werden unter- schiedlichste, speziell entwickelte Lenkdrachen benutzt. So werden sogenannte Tubekite-Systeme verwendet, bei denen die Drachen mit aufgepumpten Luftschläuchen ausgestattet sind. Durch sie erhalten die Drachen ihre Stabilität und man kann mit ihnen auch aus dem Wasser starten. Daneben gibt es auch Matten-Kites durch die Luft strömen kann und die über Ventile zu regulieren sind. Außerdem unterscheiden sich die Kites auch darin, ob es 2-Leiner oder 4-Leiner oder 5-Leiner sind. 2-Leiner sind einfacher zu handhaben und werden oft zum Lernen verwendet. Mit den vier oder fünf Leinen kann der Kiter auch den Anstellwinkel des Drachens verändern und besser mit oder gegen den Wind surfen.

Spektakuläre Sprünge!

Viel "Wouws" und "Aahas" sind zu hören, wenn man die Zuschauer eines Kitesurf- Wettbewerbs am Strand beobachtet. Unglaubliche Sprünge, mit sehr hohem Tempo, waghalsige Schrauben all das vollführen die Kitesurfer. Ihr solltet euch diese faszinierende Sportart unbedingt ansehen!

Wenn ihr euch für Sport interessiert: Im WAS IST WAS Band 49 Sport werden viele interessante Sportarten vorgestellt - vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei!

-ab-18.04.2008 Text / Fotos: Kuse, außer Snowboard: Archiv Tessloff.

Besonderer Dank gilt dem Kitesurfer Ingo Strasser für seine kompetente Hilfe!

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt