Die Schwimm-WM in Melbourne zwischen Rekordjagd und Enttäuschung

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Die Schwimm-WM in Melbourne zwischen Rekordjagd und Enttäuschung

Vom 17. März bis 1. April fanden in Melbourne die 12. Schwimmweltmeisterschaften statt. In den 14 Tagen, in denen die australische Metropole ganz im Zeichen des Wassersports stand, wurden 195 Medaillen in 65 Entscheidungen vergeben. 13 neue Weltrekorde wurde aufgestellt. Überragend waren dabei die USA, die sich mit 40 Medaillen als erfolgreichstes Team behaupteten. Die deutsche Mannschaft jedoch konnte die hohen Erwartungen nach den guten Ergebnissen der Europameisterschaft 2006 nicht erfüllen.

Michael Phelps, das Maß aller Dinge

Erfolgreichster Athlet bei dieser WM war ohne jeden Zweifel Michael Phelps. Der US-Amerikaner konnte sieben Goldmedaillen über 200 Meter Freistil, 100 und 200 Meter Schmetterling, 200 und 400 Meter Lagen und mit zwei Staffeln erringen. Dabei stellte er fünf Weltrekorde auf und war eindeutiger Sieger. Nur über die 100 Meter Schmetterling wurde es knapp: Phelps holte aus den letzten Metern den Sieg und war somit nur 0,05 Sekunden schneller als sein Landsmann Ian Crocker. Und wenn Crocker in der letzten Staffel nicht ein Wechselfehler unterlaufen wäre, wodurch die Staffel disqualifiziert wurde, hätte Michael Phelps noch sein achtes Gold gewinnen können.

Libby Lenton, Australiens Goldfisch

Auch das Gastgeberland hatte seinen Star: Libby Lenton gewann fünf Mal Gold über 50 Meter Freistil, 100 Meter Freistil, 100 Meter Schmetterling und mit zwei Staffeln. Die 22jährige schwamm über die 100 Meter Schmetterling und die 4 x 100m Freistil-Staffel in der besten Zeit, die je bei Weltmeisterschaften erreicht wurde, zum Sieg. Mit der 4 x 100 Meter Lagen-Staffel konnte sie dann noch einen neuen Weltrekord aufstellen. Damit war sie die erfolgreichste Athletin dieser WM.

Deutsche Mannschaft enttäuscht

Die deutsche Mannschaft konnte nicht an die Erfolge der Europameisterschaft 2006 in Budapest anknüpfen, wo man mit 27 Medaillen auf Platz 2 in der Länderwertung gelegen hatte. Die viermalige Europameisterin und Weltrekordlerin Britta Steffen gewann nur eine Bronzemedaille über 100 Meter Freistil. Thomas Rupprath und Annika Lurz gewann jeweils Silber und auch die 4 x 200 Meter Staffel erreichte den zweiten Platz. Ihr Soll erfüllt haben die Turmspringer, die in vier Disziplinen drei Bronze- und eine Silber-medaille holten. Die einzigen beiden Siege für das deutsche Team holten die Lang-streckenschwimmer: Thomas Lurz über 5 km und Britta Kamrau-Corestein über 25 km.

Europas Hoffnung

Als einzige Athletin aus Europa scheint Laure Manaudou der Übermacht aus den USA und Australien zu trotzen. Die 20jährige Französin gewann Gold über 200 Meter Freistil in Weltrekordzeit und über 400 Meter Freistil. Zudem wurde sie zweite über 800 Meter Freistil und 100 Meter Rücken, wobei sie mit 0:59,87 einen neuen Europarekord aufstellte, und somit die einzige Europäerin ist die diese Strecke unter einer Minute geschwommen ist. Außerdem konnte sie noch mit der französischen 4 x 200 Meter Freistil Staffel die Bronzemedaille erreichen.

Weitere Disziplinen

In Melbourne wurde nicht nur schnell geschwommen. Beim Synchronschwimmen war höchste Konzentration und Teamgeist gefragt, was den Russen am besten gelang, denn sie gewannen sechs Mal Gold in dieser Sportart. Beim Turmspringen dominierte China mit neun Goldmedaillen, aber auch die Deutschen konnten mit drei dritten und einem zweiten Platz zufrieden sein. Das Wasserballturnier konnten bei den Männern die Kroaten für sich entscheiden, bei den Frauen die Mannschaft der USA.

Dopinggerüchte um Ian Thorpe

Überschattet wurde die Weltmeisterschaft von den Dopinggerüchten um Ian Thorpe. Der fünfmalige Olympiasieger und Weltrekordler aus Australien hatte kurz vor der WM in seinem eigenen Land seine Karriere beendet, nachdem im Mai 2006 eine Dopingprobe von ihm zu viel Testosteron enthielt. Nun soll der Internationale Sportgerichtshof entscheiden, ob die Probe erneut untersucht werden soll. Thorpe war selbst geschockt von den Vorwürfen und beteuerte seine Unschuld.

Text: Jan Wrede, 02.04.07, Fotos: GFDL.

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