Das erste Rennen für Wagen ohne Pferde

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Das erste Rennen für Wagen ohne Pferde

Die Faszination der Geschwindigkeit ging von den Autos schon aus, als sie noch wie Kutschen aussahen. Und so fand schon 1894 das erste Rennen für diese neuentwickelten Fahrzeuge und ein Jahr später schon das erste offizielle Rennen für Autos in Frankreich statt.

1894: Paris Rouen

Im Juli 1894, vor 110 Jahren fand in Frankreich das erste Autorennen statt. Die Zeitschrift Le Petit Journal rief zu einem Internationalen Wettbewerb für Wagen ohne Pferde auf. Die Strecke führte von Paris nach Rouen. Der erste Preis: 5000 Francs. 120 Fahrer wollten sich mit ihren Gefährten anmelden schließlich wurden 21 zugelassen. Wagen mit Benzin-, Dampf-, Elektro-, Hydro- und Pressluftantrieb traten auf die 126 Kilometer lange Strecke von Paris nach Rouen an. Eigentlich sollte dieses Rennen beweisen, wie zuverlässig diese Wagen ohne Pferde waren. Aber dieser Zuverlässigkeitstest entwickelte sich unter den begeisterten Anfeuerungsrufen der überraschend vielen Zuschauer schlließlich zum erste Rennen des Motorsports.

Nach rund sieben Stunden kamen 15 Wagen in Rouen ins Ziel. Erster wurde das 20-PS-Dampfmobil des Grafen Emile de Dion, der aber den Sieg an seine beiden Verfolger abtreten musste: Armand Peugeot und Émile Levassor mit einem 3,5 PS- Daimler. Peugeot erreichte auf der Strecke mit seinem Viersitzer mit 565 cmÂ-V2-Motor eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 26,26 km/h.

1895: Paris Boredaux

Das Rennen begeisterte die Fahrzeugbauer und die Fans des noch jungen Motorsports gleichermaßen und so fand schon ein Jahr später das erste offizielle Rennen statt. Und auch dieses Autorennen fand in Frankreich statt, von Paris nach Bordeaux. Im Juni 1895 waren die französischen Marken Panhard-Levassor, Peugeot, De Dion-Bouton und Renault, aus Deutschland Benz und Daimler und aus Italien Fiat mit am Start. Die Gefährte wurden von Motoren angetrieben, deren Stärke zwischen 0,75 und 2 PS schwankte. 22 Teilnehmer machten sich auf die über 1200 Kilometer lange Strecke von Paris nach Bordeaux und zurück. Diese Strecke sollte in einem absolviert werden.

Noch immer erinnerten die Fahrzeuge stark an Kutschen. Manche wurden mit Benzinmotoren, andere aber noch mit Dampf- oder Elektromotoren angetrieben. Doch es wurde mit Volldampf an technischen Neuerungen und Weiterentwicklungen gefeilt. Alle waren sich einig, dass solche Wagen ohne Pferde einfach noch viel schneller werden konnten wenn man sie nur technisch weiterentwickelte.

1895: Die Weltneuheit: Luftreifen

Und so stellte Peugeot eine weitere, für die Fahrzeugentwicklung wichtige, Weltneuheit vor: die von Michelin erfundenen ersten Luftreifen. Waren die Laufflächen der Reifen vorher aus hartem Kautschuk oder Eisenringen und deshalb weniger flexibel gewesen, so gaben die Luftreifen besser nach und wurden bald immer strapazierfähiger.

Das Rennen gewann Emil Levassor mit seinem Panhard-Levassor. Für die 1200 Kilometer benötigte er 48 Stunden und 48 Minuten. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 24 Stundenkilometern.

Drei Jahre später, im April 1898 fand auch in Deutschland das erste Autorennen statt: Berlin Potsdam. Am 22. Oktober 1899 folgten die Österreicher mit einem Autorennen auf der Trabrennbahn im Wiener Prater.

Wer sich für den Ralleysport interessiert kann sich übrigens noch bis 30. September 2004 im Technik Museum Speyer die Sonderausstellung "Die Löwen zeigen Krallen: Peugeot im Rallye-Sport gestern und heute" ansehen. Täglich geöffnet von 9.00 18.00 Uhr. Nähere Infos unter http://www.technik-museum.de/.

-ab-30.06.04 Text / Foto: http://www.technik-museum.de/.

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