140 Jahre Pferderennen in Hoppegarten

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140 Jahre Pferderennen in Hoppegarten

Vor 140 Jahren wurde eine der größten und renommiertesten Galopprennbahnen Deutschlands eröffnet: der Hoppegarten nahe Berlin. Hier erfahrt ihr mehr über Pferderennen und die wechselvolle Geschichte des Hoppegartens.

Pferderennen gehören wohl zu den ältesten Sportarten des Menschen. Man veranstaltete diese Wettbewerbe ursprünglich hauptsächlich um herauszufinden, welche Tiere am geeignetsten für die Zucht sind. Denn wer sich in einem Rennen durchsetzt, wird wahrscheinlich auch gesunde und starke Nachkommen haben.


Welche Pferderennen gibt es?


Foto: Galopprennen.

In Deutschland gibt es folgende Formen von Pferderennen: Bei Trabrennen zieht das Pferd einen zweirädrigen Wagen (Sulky) mit dem Fahrer, es kann aber auch geritten werden. Das Pferd darf sich nur im Trab fortbewegen, sobald es galoppiert, wird es disqualifiziert.


Foto: Trabrennen.

Bei Galopprennen sind hingegen alle Gangarten erlaubt. Tatsächlich wird jedoch nur galoppiert, denn es geht ja darum, als Erster das Ziel zu erreichen. Dabei werden Distanzen von 1000 bis 3400 Metern zurückgelegt. Bei Flachrennen müssen anders als bei Hindernis-, Jagd- oder Hürdenrennen keine Sprünge absolviert werden. Meist treten vor allem englische Vollblutpferde aber auch Araber zu Galopprennen an.


Wie funktionieren Pferdewetten?


Typisch für Pferderennen sind die daran angeschlossenen Sportwetten. Viele Besucher legen Wetten auf einen bestimmten Ausgang des Rennens ab und zahlen dafür einen Geldbetrag. Sie können entweder wetten, wer siegt oder welche drei Pferde einen der ersten drei Plätze belegen werden oder aber sie legen sich sogar auf die Reihenfolge der Gewinner fest. Wenn der Wettende richtig geraten hat, macht er Gewinn, hat er sich verschätzt, verliert er seinen Einsatz.


Häufig wird ein großer Teil der Veranstaltungskosten und der Preise für die siegenden Reiter aus den Wetten finanziert.


Geschichte der Pferderennen


Schon in der Antike waren Pferderennen beliebt. Der älteste Bericht über ein Wagenrennen stammt von den Griechen aus dem Jahr 800 vor Christus. Später gehörte diese Sportart auch zu den olympischen Disziplinen. Im Alten Rom mochte man Pferderennen ganz besonders. Bis in die entlegentsten Provinzen des Römischen Reiches drang dieser Sport vor, so auch nach Britannien.

Das berühmteste Pferderennen Europas findet denn auch im englischen Ort Ascot statt. Es steht unter der Schirmherrschaft des englischen Königshauses. Die besten Reitpferde stammen oft aus England.


Die Galopprennbahn Hoppegarten


Foto: Haupttribüne der Hoppegarten-Rennbahn.

Das erste Pferderennen in Deutschland fand 1810 auf der Theresienwiese in München statt. Die ersten Rennbahn wurde 1822 in Bad Doberan (Mecklenburg) gebaut. Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurde dieser Sport immer beliebter.

Nachdem der Tempelhofer Exerzierplatz in Berlin für Pferderennen nicht mehr attraktiv genug war, suchte man nach einer neuen Strecke und entschied sich für den Ausbau der Galopprennbahn Hoppegarten, die sich im gleichnamigen Ort nordöstliche von Berlin befindet.


Foto: So sahen die Tribünen in Hoppegarten 1912 aus.

Der Name hat übrigens nichts mit Hoppe, hoppe, Reiter zu tun, sondern leitet sich vom Hopfen her, der in dieser Gegend traditionell angebaut wird. Am 17. Mai 1868 wurde die Rennbahn offiziell vom preußische König Wilhelm I. und Kanzler Otto von Bismarck eröffnet. Dass die zwei wichtigsten Persönlichkeiten Preußens zugegen waren zeigt, welche gesellschaftliche Bedeutung Pferderennen damals hatten.

Berühmte Wettbewerbe wie das Stutenrennen Preis der Diana, das klassische Henckel-Rennen, das Union-Rennen und der Große Preis von Berlin wurden hier ausgetragen.


Foto: So kleideten sich Zuschauerinnen bei Pferderennen früher.

Seine Glanzzeit erlebte der Hoppegarten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mehr als 40 Rennställe waren hier vertreten, bis zu 1500 Pferde wurden trainiert. Die Rennbahn stellte das Zentrum des deutschen Pferdesports dar und war ein gesellschaftlicher Treffpunkt für alle Schichten. Sehen und gesehen werden war die Devise. Und was es da alles zu sehen gab: Damen in langen Kleidern und hohen Hüten und Herren im Anzug.



Schwierige Zeiten


Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs ging der Rennbetrieb weiter, doch ab 1944 wurden Teile der Rennbahn zerstört. Kurz vor Kriegsende ritten Jockeys mehr als 100 Vollblutpferde in einem großen Treck nach Schleswig-Hostein. Die DDR-Führung war nicht an Pferderennen interessiert und so führte der Hoppegarten von 1945 bis 1989 nur ein Nischendasein.


Nach der Wende wurden hier wieder Großveranstaltungen wie Große Preis von Berlin durchgeführt, doch gab es dann lange Zeit Streit darüber, wem die Rennbahn gehört. Finanzielle Probleme machten den Wettbewerbsbetrieb schwierig. Im März 2008 kaufte ein privater Fond-Manager das gesamte Gelände, das er zu einem Themenpark rund ums Pferd machen möchte.


Mehr über den Pferdesport erfahrt ihr auch im WAS IST WAS Band 27 Pferde.

Text: Liane Manseicher, 15.05.08; Fotos: Hoppegarten Haupttribüne: cc-by-sa: Maria Krüger; Trabrennen: cc-by-sa: David Monniaux; alle weiteren Fotos: pd.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt