Wenn Vögel schlafen ...

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Wenn Vögel schlafen ...

Jeder kennt sie, unsere gefiederten Freunde, die tagsüber munter durch unsere Gärten schwirren. Doch wer weiß schon, was sie nachts machen. Schafen sie? Und wenn sie schlafen, wie kommt es, dass sie nicht vom Ast fallen? Mittlerweile weiß man einiges über den Vogelschlaf und dennoch gibt es noch viel zu entdecken. Hier ein kurzer Überblick.

Menschen schlafen, Vögel auch?

Ja, Vögel schlafen, gewöhnlich in einer Folge kurzer, intensiver "Nickerchen". Sie brauchen wie der Mensch Phasen, in denen sie zur Ruhe kommen und ihr Körper "auftanken" kann. Dies geschieht in der traumlosen Schlafphase, in der die körperlichen Vorgänge so weit wie möglich "heruntergefahren" werden.

Vögel scheinen auch zu träumen. Damit die Tiere sich im Traumschlaf nicht bewegen, wird die Aktivität der Muskeln gehemmt. Die Traumphasen sind aber wesentlich kürzer als bei den Menschen, da die dabei auftretende Bewegungshemmung im Notfall die Flucht verhindern würde. Wissenschaftler fanden heraus, dass junge Zebrafinken nachts vom Singen Träumen. Im Schlaf wiederholen sie stumm das tagsüber gehörte. Offenbar ist dies ein unverzichtbarer Bestandteil des Lernprozesses.

Wachsam bis in den Schlaf

Selbst im Schlaf müssen Vögel auf der Hut vor Feinden sein. Enten, die nicht auf Bäumen übernachten können, bedienen sich hierzu eines besonderen Tricks. Damit sie im Schlaf nicht überrumpelt werden können, schalten sie nur eine Hälfte des Gehirns ab. Die andere Hirnhälfte bleibt wach und warnt die Vögel bei Gefahr. Auch Tauben sind äußerst wachsam. Im Schlaf öffnen sie immer wieder kurz die Augen, wahrscheinlich, um mögliche Gefahren in der Umgebung frühzeitig zu erkennen. Schlafen Tauben in Gruppen, öffnen sie ihre Augen weitaus weniger häufig man wechselt sich ab.

Die Schlafgewohnheiten der Vögel

Wir schlafen zumeist in kuscheligen Betten. Bei den Vögeln findet man jedoch die unterschiedlichsten Schlafvarianten. Teichhuhnjunge machen es sich auf den alten Nestplattformen bequem. Spechte zimmern eigens Schlafhöhlen. Viele Singvögel sitzen im Schlaf aufgeplustert auf einem Ast. Wieder andere -wie die Flamingos- tun es lieber im Stehen auf nur einem Bein. Das andere wird, wie auch der Schnabel, ins Gefieder gesteckt. Enten sieht man schwimmend, stehend oder bäuchlings liegend ruhen. Und von Mauerseglern weiß man, dass sie im Flug schlafen.

Von der Kunst im Sitzen zu schlafen

Jeder, der schon mal im Sitzen eingeschlafen ist, weiß, wie schwierig es ist, dabei seinen Körper aufrecht zu halten. Schnell wird man zum Gespött der Klasse, wenn dann der Kopf nach vorne oder zur Seite kippt und man schließlich sogar komplett vom Stuhl purzelt. Vögeln kann dies nicht passieren. Ein raffinierter "Klammermechanismus" der Zehen sorgt dafür, dass sie ohne Kraftanstrengung auf dem Ast hocken bleiben und ruhig schlafen können.

Der Lauf und die Zehen der Vögel werden über lange Sehnen bewegt. Diese Sehnen gehen vom Ober- und Unterschenkel aus. Setzt sich ein Vogel, knickt das Gelenk zwischen Unterschenkel und Lauf ein. Dadurch verkürzen sich die hinten über das Gelenk laufenden Sehnen und die Zehen schließen sich um den Ast. Durch eine entsprechende Gewichtsverlagerung bleiben die Sehnen ohne aktive Muskelleistung gespannt. Bevor der Vogel wegfliegt, muss er den gesamten Lauf aufrichten, um den Klammerfuß zu öffnen. Dies geschieht oft mit Hilfe einiger Flügelschläge.

Offenkundig wirkt dieser Mechanismus so zuverlässig, dass man sogar tote Vögel gefunden hat, die sich noch lange nach ihrem Tod an ihrem Zweig festgeklammert haben. Bei den "Stand-Schläfern" verhindert übrigens eine Art Sperrvorrichtung das Einknicken des Standbeins.

Mehr spannende Informationen über die unterschiedlichsten Vögel findet ihr im WAS IST WAS Band 40 "Vögel".

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01.08.2003 Marion Dimitriadou, Fotos: Royalty Free Photos "Wildlife & Animals" Vol. 3; PhotoDisc 44 "Nature, Wildlife and the Environment 2; WAS IST WAS Band 40 "Vögel"

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