Ronja rockt den Wildpark

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Ronja rockt den Wildpark

Im Wildpark Eekholt hat eine kleine Schleiereule das Licht der Welt erblickt. Ronja, so ihr Name, wird von Hand gefüttert und vom Falknerteam schon auf die Mitwirkung am Flugprogramm vorbereitet.

Anfang August wurde im Wildpark Eekholt eine Schleiereule geboren. So jung, wie sie ist, trägt sie noch ihr weißes Daunengefieder. Das wird in den nächsten Wochen in ihr mit Tupfen weiß-schwarz gefärbtes Gefieder übergehen. Ausgebrütet wurde Ronja rund 30 Tage lang. Flügge wird Ronja mit etwa zwei Monaten sein.

Doch schon jetzt beginnt Ronja mit Training. Ab einem Alter von etwa 30 Tagen fangen Schleiereulen damit an ihre Jagdtechniken spielerisch zu entdecken und zu trainieren. Dabei sind sie morgens und abends aktiv und bewegen sich laufend um ihren Nistplatz.

Spielerisches Training

So trainieren sie die "Mäuselsprünge", mit denen sie später einmal ihre Beute fangen und töten werden. Ab dem 44. Lebenstag wird mit dem Flugtraining begonnen. Zunächst langt es allerdings nur für bis zu zwei Meter weite Flattersprünge.

Eulen muten uns heute wie exotische Tiere an, dabei gibt es sie fast auf der ganzen Welt und auch in Deutschland waren sie einmal stark verbreitet. Eulen gelten als sogenannte Kulturfolger, die sich schon seit Jahrhunderten im Umfeld des Menschen wohl fühlen.

Eulen und die moderne Welt



Doch verschiedene Gründe haben zu ihrem Rückgang geführt: moderne Landwirtschaft lässt Mäusen nicht mehr genug Raum. Die sind aber die Beute der Eulen. Auch der weitere Ausbau von Straßen nimmt den Beutetieren den Lebensraum und führt indirekt zu einem Rückgang der Eulen. Das gleiche gilt für die Ausbreitung von Siedlungen.

Außerdem bieten moderne Gebäude den Eulen nicht mehr genug Brutmöglichkeiten. Dachböden, Scheunen und Kirchtürme sind nicht mehr so leicht zugänglich, weil sie rundherum abgedichtet werden. Auch das hat zum Rückgang der Eulenzahl in Deutschland geführt.

Mittlerweile achtet man aber wieder darauf, besonders an Gebäuden im landwirtschaftlichen Bereich, den Eulen Zugang zu ermöglichen. Kein schlechtes Geschäft für Landwirte, denn Eulen betätigen sich gern als Mäusejäger. Schlechte Karten für die Mäuse: Ein Paar mit Jungen vertilgt pro Jahr bis zu 6000 Mäuse!

Ihren Namen haben Schleiereuelen übrigens von dem herzförmigen Federkranz, der wie ein Schleier ihr Gesicht bedeckt. Je nach Art ist er entweder weiß bis hellgrau oder weist eine leichte rostrote Tönung auf.

Zwischen den Geschlechtern gibt es keine ausgeprägten Unterschiede. Meist sind Weibchen ein bisschen größer und dunkler. Europäische Schleiereulen wiegen bis zu 400 Gramm, die kleinste Schleiereulenart auf den Galapagosinseln nur 200 Gramm.

Wenn dich Eulen interessieren, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 40: Vögel

Text: -jj- 2.9.2008 // Bilder: Karte: AchimRaschka/GFDL; Eulen: © Wildpark Eekholt

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