Pinguinnachwuchs im Nürnberger Tiergarten

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Pinguinnachwuchs im Nürnberger Tiergarten

Der Tiergarten in Nürnberg und seine Besucher freuen sich über Nachwuchs im Gehege der Brillen- und Humboldtpinguine. Insgesamt vier kleine, graue, flauschige Pinguinbabys werden hier von ihren Tierpflegern aufgezogen. Keine Angst, es handelt sich nicht um Waisenkinder, ihre Mütter kümmern sich ganz hervorragend um die Kleinen.

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Aber nur so können die Pfleger rechtzeitig feststellen, ob dem Pinguin- nachwuchs etwas fehlt und ob die Winzlinge auch genug Futter abbekommen. Das ist in den ersten 14 Tagen entscheidend für das Überleben, denn die kleinen Vögel betteln nicht und machen sich auch sonst nicht bemerkbar, wenn etwas nicht stimmt. Und so kann nur die tägliche Gewichtskontrolle einen Anhaltspunkt dafür geben, wie sich der Mini-Pinguin entwickelt. Der Tiergarten-Nachwuchs ist zwischen zwei und 14 Tagen alt. Die jungen Pinguine wiegen zwischen 65 und 80 Gramm. Kein Wunder, dass Pflegerin Angela Ruppert beim täglichen Wiegen gleich zwei Tiere auf einmal in die Hand nehmen kann. Es sind echte Winzlinge.

Humboldt- und Brillenpinguine


Im Nürnberger Tiergarten leben die beiden Pinguinarten in einem Gehege. Die Humboldtpinguine werden bis zu 65 cm groß und etwa 4,2 kg schwer. Sie brüten in selbstgegrabenen Höhlen oder unter Steinen. Diese Bedingungen hat man in Nürnberg nachempfunden und kleine Felshöhlen künstlich geschaffen. Meist legen die Pinguine zwei Eier, es dauert ungefähr 40 Tage bis die Jungen ausschlüpfen. Die Brillenpinguine sehen den Humboldtpinguinen sehr ähnlich, sie sind etwas größer, haben aber ansonsten die selben Lebensgewohnheiten. Von den Brillenpinguinen unterschieden sie sich durch den unbefiederten Bereich am Schnabelansatz.

Wo leben die Pinguine in der freien Natur?

Ihr fragt euch vielleicht, ob es den Pinguinen bei uns nicht viel zu warm ist? Nun, auf die Humboldt- und Brillenpinguine zumindest trifft das nicht zu. Sie kommen aus Südamerika, bzw. Afrika und dort kann es in der Sonne ebenfalls sehr heiß werden. Hauptsache, sie können sich im kühlen Nass erfrischen. 15 Grad Wassertemperatur sind ideal.

Tatsächlich brüten nur die Adelie- und Kaiserpinguine auch in der Nähe des Südpols. Die meisten anderen der flugunfähigen Seevögel leben rund um Neuseeland. Das Wetter dort entspricht dem Klima Europas und ist also im Vergleich zur Antarktis sehr gemäßigt.

Tricks gegen zuviel Hitze

Wird es doch mal zu warm, geben die Pinguine die Hitze über ihre Flügel und die unbefiederten Füße wieder ab. Diese Körperteile werden dann so gut durchblutet, dass die Füße ganz warm werden und die Unterseite der Flügel eine rosa Farbe bekommt.

Nichtbrütende Pinguine haben noch einen weiteren Trick. Sie stehen aufrecht, um der Sonne eine möglichst kleine Angriffsfläche zu bieten und strecken die Flügel mit der schmalen Seite nach oben von sich um die Wärme abzugeben. Reicht das immer noch nicht aus, hecheln sie. Das hat allerdings den Nachteil, dass die Pinguine hinterher wieder Wasser aufnehmen müssen.

Schutzgebiet auf See

Die Humboldtpinguine stehen heute auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten Chiles und Perus. Ihre wichtigste Brutinsel ist die Insel Pan de Azucár vor der Küste Nordchiles. Hier leben an die 2000 Brutpaare. Um ihren Erhalt zu sichern, wurde vor ein paar Jahren ein breiter Küstenstreifen unter Naturschutz gestellt. Leider fehlt auf See ein solches Schutzgebiet und die Pinguine verfangen sich immer wieder in den Fangnetzen der Fischer.

Pinguine bei WAS IST WAS


Über Pinguine gibt es noch so viel zu erzählen. Wenn ihr euch mal in aller Ruhe über die Pinguinvorkommen, ihr Jagd- und Ernährungsgewohnheiten informieren möchtet oder wissen wollt, wie sich die Pinguine untereinander verständigen und ihre Küken aufziehen, in der WAS IST WAS Reihe könnt ihr im Band 107 "Pinguine" noch mehr erfahren.

24.4.03/ sw. Fotos: sw/jd

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