Pinguine in Not

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Pinguine in Not

Pinguine geraten durch den Klimawandel immer stärker unter Druck. In der Antarktis steigen die Temperaturen nämlich fünfmal schneller an als in anderen Regionen der Erde. Vor allem Kaiser- und Adeliepinguinen schmilzt das Eis dadurch unter den Füßen weg. Andere Arten finden immer weniger Futter, da die Menschen zu viele Fische fangen.

Foto: Kolonie von Adéliepinguinen.

Die Naturschutz - Organisation WWF (World Wide Fund for Nature) weist darauf hin, dass der Klimawandel sich in der Antarktis bereits wesentlich deutlicher zeigt, als in unseren Breitengraden. Dort erhöht sich die Durchschnittstemperatur rascher als bei uns, genauer gesagt: fünfmal schneller! Das südliche Polarmeer ist bis in eine Tiefe von 3000 Metern wärmer geworden.


Besonders betroffen ist der Nordwesten der Antarktis. Dort werden die Winter wärmer, die Winde stärker und das Eis dünner. Es ist in dieser Gegend heute durchschnittlich 6 Grad Celsius wärmer als vor 50 Jahren. Weltweit beträgt die Temperaturerhöhung der letzten 200 Jahre rund 0,8 Grad.


Was bedeutet das für die Pinguine?


Foto rechts: Kaiserpinguine.

Kaiser- und Adeliepinguinen schmilzt buchstäblich das Eis unter den Füßen. Besonders der große Kaiserpinguin ist stark bedroht, denn er muss seine Jungtiere nun auf dünnerem Eis aufziehen, was problematisch ist. Die Winde, die in der Antarktis ohnehin extrem stark blasen, verstärken sich durch den Klimawandel noch zusätzlich. Pinguin-Eier und Jungtiere werden dadurch einfach ins Meer geweht.


Foto links: Kehlstreifenpinguin.

Ein weiteres Problem für viele Arten wie etwa Esels- und Kehlstreifenpinguine ist das schlechtere Nahrungsangebot. Wird der Ozean wärmer, gibt es weniger Krill. Das sind kleinste Tierchen, die vielen Pinguinen als Futter dienen. Außerdem haben die schwarz Befrackten einen mächtigen Futter-Konkurrenten: den Menschen.


Der Mensch als Konkurrent


Foto rechts: Tauchende Pinguine.

Die Weltmeere sind stark überfischt. Das liegt daran, dass man dank Satellitentechnik, Aufklärungsflugzeugen und modernsten Sonargeräten heute jeden Fischschwarm ausfindig machen kann. Viele Fische werden gefangen, bevor sie geschlechtsreif sind und sich fortpflanzen können. So kommt es, dass die Fischbestände drastisch zurückgegangen sind.


Foto links: Adéliepinguin im Sprung.

Auch den Pinguinen fehlt damit das Futter. Sie müssen ständig neue Jagdreviere finden. Immer weniger von ihnen können ihren Nachwuchs durchbringen.



Der WWF betont, dass bei Kolonien von Kehlstreifenpinguinen in der Westantarktis die Zahl der Tiere um bis zu zwei Drittel abgenommen hat. Auch die Kolonien der Adelie-Pinguine sind in den letzten 25 Jahren um bis zu zwei Drittel geschrumpft.


Foto rechts: Adéliepinguine.

Um diese Entwicklung zu dämpfen ist es dringend nötig, die weltweite Erwärmung unter 2 Grad zu halten, so WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl. Sie appellierte auch an die Politiker bei der Klimakonferenz in Bali, die vom 3.-14. Dezember 2007 stattfand.


Pinguin-Link

Wenn du mehr über Pinguine und ihren Lebensraum erfahren willst, dann schau doch mal hier nach. Auf dieser Seite sind eine Menge nützlicher Infos zusammengestellt.

Und der Fischereiführer von Greenpeace verrät euch, welche Fische ihr guten Gewissens essen könnt.


Mehr über Pinguine und ihre erstaunlichen Verhaltensweisen erfahrt ihr auch im WAS IST WAS Band 107 Pinguine. Über die wertvollen Ökosysteme in den Polarregionen informiert euch der WAS IST WAS Band 36 Polargebiete.


Text: 14.12.07 - lm auf Basis des Pressetextes vom WWF, Fotos: Tessloff Archiv.

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