Der Atlantische Lachs

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Der Atlantische Lachs

Wenn der Atlantische Lachs auf Wanderung ist, gibt er ein beeindruckendes Bild ab: Sein "Hochzeitskleid" leuchtet in den buntesten Farben. Die Wanderung führt ihn aus den Meeren in seine Heimatflüsse, wo er sich paaren will. Wie er dort seine "Lachshochzeit" feiert, kannst du hier nachlesen.

Merkmale



Der Atlantische Lachs hat eine Körperlänge von 90 bis 100 Zentimeter und ein Gewicht von neun bis dreizehn Kilogramm. Zwischen Rücken- und Schwanzflosse befindet sich die Fettflosse, die ein besonderes Merkmal für alle Lachsarten ist.

Die Haut des Atlantischen Lachses ist silbern, schwarz gesprenkelt und mit Schuppen bedeckt. Am Bauch ist sie weißlich. Atlantische Lachse mit diesem Schuppenkleid bezeichnet man als Blanklachse.

Hier siehst du einen Blanklachs.



Wenn der Atlantische Lachs jedoch auf Wanderung ist, wird sein Rücken blaugrün, der Kopf dunkelrot und sein Bauch leuchtend orange. Dieses farbenfrohe Aussehen nennt man das Hochzeitskleid des Lachses. Warum das so heißt, erfährst du genauer unter "Lebensweise und Wanderung".

Lebensraum

Der Atlantische Lachs ist im Nordatlantik sowie in Nord- und Ostsee verbreitet. Auch in den Flüssen, die zu diesen Meeren führen, ist er zu finden. Nach der Geburt in den Flüssen wandert der Atlantische Lachs ins Meer, wo er sich in seinen ersten Lebensjahren aufhält.

Lebensweise und Wanderung

Lachse können bis zu zehn Jahre alt werden. Mit ein oder zwei Jahren schwimmt der Atlantische Lachs von seinen Laichgebieten ins Meer. Die Laichgebiete sind die Flüsse, in denen er sich vom Laich zum Fisch entwickelt hat. Ist er im Meer angekommen, legt der Atlantische Lachs durch das Fressen von Krebsen und kleinen Fischen schnell an Gewicht zu. Auf der folgenden Wanderung wird er nämlich keine Nahrung mehr aufnehmen, sondern nur noch von seinen Fettreserven leben.


Lachse begeben sich auf eine weite Reise.

Mit etwa vier Jahren erreicht der Atlantische Lachs schließlich die Geschlechtsreife und beginnt mit seiner Laichwanderung. Ziel dieser Wanderung sind seine Heimatgewässer, die er vermutlich über seinen Geruchssinn findet.

Die Laichwanderung selbst dauert etwa zwei Jahre. Während des Winters bleiben die Lachse an ungefrorenen Stellen, im Frühjahr schwimmen sie weiter. Auch Hindernisse während der Wanderung sind für den Atlantischen Lachs kein Problem: Er kann bis zu drei Meter hoch springen und so Stromschnellen und Wasserfälle überwinden.

Die Lachse nehmen die Laichwanderung auf sich, um sich zu paaren. Deshalb sagt man zur Paarung der Lachse auch "Lachshochzeit" und zu ihren farbenfrohen Schuppen "Hochzeitskleid".

Die männlichen Lachse steigern ihre Attraktivität aber noch auf andere Weise: Ihre Zähne werden durch stärkere ersetzt, die aber beißunfähig sind. Außerdem bekommen sie eine nach oben gebogene Spitze des Unterkiefers. Deshalb nennt man Lachse mit diesem charakteristischen Merkmal auch "Hakenlachse".

Das Weibchen sucht sich am Ziel ihrer Laichwanderung einen Laichplatz. Besonders beliebt und geeignet sind Bachläufe mit klarem, nicht zu schnell fließendem Wasser und kiesigem Untergrund. Mithilfe seiner Schwanzflosse schafft das Weibchen eine bis zu 1,50 Meter große Laichgrube, um die sich mehrere Männchen versammeln und gegenseitig attackieren.

Die Eiablage während der Paarung wird regelmäßig unterbrochen. Auch in diesen Pausen kommt es zu heftigen Kämpfen; siegt bei diesen ein anderes Männchen, geschieht ein Partnerwechsel. Das eigentliche Laichen kann so bis zu zehn Tage dauern. Bis zu 30.000 Eier können von einem Weibchen in mehrere Laichgruben abgegeben werden.

Nach der Lachshochzeit sterben die meisten ausgewachsenen Lachse durch Entkräftung. Nur etwa zehn Prozent überleben und lassen sich zurück Richtung Meer treiben und nehmen dort wieder die Farben eines sogenannten Blanklachses an. Nach ein oder zwei Jahren im offenen Meer beginnt die Laichwanderung von neuem.

Wechselbäder

Beim Schwimmen vom Meer in die Flüsse wechselt Salzwasser zu Süßwasser. Mit diesem Wechsel haben auch die Lachse zu kämpfen: Im Salzwasser droht innerer Wasserverlust, im Süßwasser innerer Salzverlust. Um diese Schwierigkeit zu überwinden, haben die Lachse einen Trick.

Im Meerwasser geben sie über die Kiemen und Harn kleine Salzteilchen ab, im Süßwasser scheiden sie nur starkt verdünnten Harn aus, um im Körper möglichst viel Salz zu behalten. Dieser Ausgleich kostet die Lachse Energie, die sie wiederum aus den Fettreserven schöpfen. Auch deshalb sind die Reserven für die Laichwanderung sehr wichtig.

Gefährdung

Früher gab es deutlich mehr Atlantische Lachse. In Norddeutschland gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts sogar einen Vertrag zwischen Herrschaften und Bediensteten, der eine Maximalzahl von Lachsspeisen für Diener in der Woche vorschrieb.

Heute steht der Atlantische Lachs auf der Roten Liste gefährdeter Arten, denn durch die zunehmende Anzahl von Fabriken im 19. Jahrhundert wurden in der Folgezeit auch immer mehr Abwasser und gifitge Stoffe in die Flüsse geleitet und somit verschmutzt.

Gezüchtete Lachse, die aus ihren Zuchtgewässern entkommen, machen den Wildlachsen ihre Nahrung und Laichgebiete streitig und können Infektionen auf diese übertragen. Durch die starke Hochseefischerei werden die Bestände des Atlantischen Lachses ebenfalls reduziert. Außerdem verschlammen viele Laichgründe durch Stauhaltung der Flüsse. In der Europäischen Union gehört der Atlantische Lachs deshalb zu den streng zu schützenden Arten.



Text: Lena Götzinger // 01.04.09; Bilder: U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration / PD;

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