Bald nur noch glückliche Hühner?

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Bald nur noch glückliche Hühner?

Eier von glücklichen Hühnern? Die isst man natürlich am liebsten! Deshalb hat sich das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in den letzten Jahren auch dafür stark gemacht, die Haltungsbedingungen von Hühnern Schritt für Schritt zu verbessern.

Legebatterien sollen ab 2006 endgültig der Vergangenheit angehören.

Momentan gibt es in Deutschland drei Arten der Hühnerhaltung: Käfighaltung, Bodenhaltung und Freilandhaltung. Durch die 2002 in Kraft getretene Legehennenverordnung wird sich für die Hühner in Zukunft einiges zum Besseren wenden.


Käfighaltung

Schlechte Lebensbedingungen haben Hennen aus der Massenhaltung. Sie werden in herkömmlichen Käfigen gehalten, die in mehreren Etagen übereinander gebaut sind. Die Tiere stehen auf Drahtgeflechten, sie haben keine Sitzstangen und keine Nester. Die Eier rollen über einen Bodenrost mit Gefälle automatisch ab. Die Tiere leben äußerst beengt und haben keine Möglichkeit, natürlichen Verhaltenweisen nachzugehen.

Tierquälerei

Da Hühner äußerst aktive Tiere sind, ist die Legebatterie für sie schlicht Tierquälerei. Sie laufen gerne umher und erkunden neugierig die Gegend, sie flattern, fliegen und putzen ausgiebig ihr Gefieder und lieben Sandbäder. Werden Hühner wie in der Legebatterie - nicht artgerecht gehalten, können sie Verhaltensstörungen entwickeln , die sich oft darin äußerst, dass sie sich und ihre Artgenossen teilweise oder völlig kahl picken.

Aus für Legebatterien

Mit dieser Haltungsform ist deshalb am 31. Dezember 2006 Schluss. Schon heute dürfen solche Legebatterieanlagen in Deutschland nicht mehr gebaut werden. Eine Übergangsfrist wurde für Käfiganlagen eingerichtet, die die Haltungsbedingungen für Hühner verbessert haben. Käfige mit Nest, Sitzstange, Einstreu und mehr Bewegungsfreiheit für die Hennen dürfen übergangsweise noch bis Ende 2011 betrieben werden.

Die Alternativen:

Bodenhaltung

Für die Zukunft werden tierfreundlichere Haltungsformen angestrebt. Wie z.B. die Bodenhaltung. Die Hühner werden im Stall gehalten und können sich dort frei bewegen. Mindestens ein Drittel des Stalls ist eingestreut. Hier können die Hennen ihre angeborenen Verhaltensweisen wie Scharren, Staubbaden und Flügelschlagen ausüben. Der übrige Bodenbereich ist mit Latten und Gitterrosten ausgestattet. Die Nester sind auf mehreren Etagen angelegt.


Freilandhaltung

Noch besser geht es Freilandhühnern. Sie haben neben ihrem Stall mit Sitzstangen, Nestern und Einstreu tagsüber Auslauf im Freien. Hier können sie ihre natürlichen Verhaltensweisen und ihr Bewegungsbedürfnis ungehindert ausleben. Jedes Huhn hat im Auslauf mindestens vier Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Ökologische Erzeugung

Bioeier stehen bei den Konsumenten seit einigen Jahren besonders hoch im Kurs. Für Eier aus ökologischer Erzeugung gelten EU- und deutschlandweit ganz besondere Anforderungen. So ist die Auslaufhaltung der Legehennen zwingend vorgeschrieben. Die Belegdichte im Stall beträgt höchstens sechs Legehennen pro Quadratmeter. Außerdem muss Futter aus ökologischem Anbau verwendet werden.

Eierkennzeichnung ist Pflicht

Aber wie weiß man, ob man tatsächlich ein Bioei kauft? Und wie kann man ein Ei aus der Legebatterie von einem Freilandei unterscheiden? Ab sofort genügt ein Blick aufs Ei um alle Unklarheiten zu beseitigen. Ab 1. Januar 2004 gelten neue EU-weit einheitliche Regelungen für die Kennzeichnung von Eiern. Alle Eier müssen mit einem Erzeugercode gestempelt werden, damit Herkunftsland, Erzeugerbetrieb und Art der Legehennenhaltung klar sind. Bereits auf der Verpackung muss ersichtlich sein, ob Eier aus Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung stammen oder von einem Ökohof kommen.

Augen auf beim Eierkauf

Wer sich den Stempel genau anschauen möchte, damit er beim nächsten Eierkauf genau weiß, worauf er achten muss, sollte einen Blick auf diese Seite werfen. Üblicherweise ist der Nummercode aber auch auf der Innenseite jedes Packungsdeckels genau erklärt.

Mehr über Hühner, Ökobauern, die Landwirtschaft, Schafe, Kühe, Schweine, Kälber oder den Anbau von Getreide erfahrt ihr im neuesten WAS IST WAS Band 117 Bauernhof.

Nic 24.02.2004 / Foto: Photo Disc Agriculture

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