Wie wird man Tierarzt im Zoo?

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Wie wird man Tierarzt im Zoo?

Bernhard Neurohr ist vor etwas mehr als einem Jahr an den Nürnberger Tiergarten gekommen. Gemeinsam mit seiner Kollegin kümmert sich der Tierarzt um die rund 2000 Tiere des Zoos. Bevor er nach Nürnberg kam war er 14 Jahre am Duisburger Zoo und zuvor sechs Jahre im Landauer Zoo beschäftigt. Er erklärt uns, was man machen muss, wenn man als Traumberuf Tierarzt im Zoo werden möchte.

Die Ausbildung

Als erstes muss man sein Abitur machen. Dann muss man Tiermedizin studieren, das sind im Allgemeinen neun oder zehn Semester. Neun Semester ist die Mindeststudienzeit und dann schließt man meist noch seine Doktorarbeit an, die auch noch ein paar Jahre dauert. Wenn man sich für die Arbeit in einem Zoo interessiert, sollte man sich während des Studiums schon darum kümmern und ein Praktikum machen. Und wenn einem das gefällt, sollte man sich später am Zoo bewerben.

Ab wann kann man ein Praktikum machen?

In der Tierpflege können Jugendliche üblicherweise mit 16 Jahren anfangen. Es langt der qualifizierte Abschluss, Mittlere Reife wäre besser und je älter der Bewerber oder die Bewerberin ist, umso höher sind die Chancen. Mit 18 Jahren wäre es am besten. Denn, die Arbeit in einem Tiergarten ist sowohl für den Tierarzt als auch für die Tierpfleger körperlich anstrengend, da ist es besser, schon etwas älter und robuster zu sein.

Wer in der Tiermedizin ein Praktikum in Nürnberg am Tiergarten machen möchte, der müsste noch älter sein. Ich nehme zum Beispiel noch nicht mal Praktikanten der unteren Semester. Die müssten also mindestens das zweite Staatsexamen hinter sich haben, also im achten Semester studieren. Vorher hat ein Praktikum, meiner Meinung nach, keinen Sinn, denn Zootierbehandlung ist etwas ganz anderes als die Heimtierbehandlung. Alles muss viel schneller gehen.

Tierbehandlungen müssen schnell gehen

Das liegt daran, dass ein Tier nicht so lange gestresst sein darf. Deswegen muss bei einer Behandlung alles Zack-Zack gehen, Hand in Hand und man kann dabei nicht jeden einzelnen Schritt erklären. Hinterher erkläre ich gerne, aber bei der Behandlung ist das unmöglich. Jeder muss bei einer Operation einfach genau wissen, was er tut.

Ich als Tierarzt muss genau wissen, welches Tier ich vor mir habe und auch da zählt die Erfahrung. Ich muss wissen, wie ich einen Hund behandle, um zu wissen, wie ich einen Wolf behandeln muss. Eine Katze, um zu wissen, wie ich einen Löwen behandle. Oder ein Pferd, damit ich weiss, was ich mit einem Zebra machen muss.

Es ist also gut, schon einschlägige Erfahrung als Tierarzt mitzubringen, wenn möglich aus einer Landpraxis. Denn dort hat man Erfahrung mit Klein- und Großtieren. Also nicht nur mit Hund und Katze, sondern am besten auch mit Rind, Ziege, Schaf, Pferd und Schwein. Das ist von großem Vorteil und hilft bei der Arbeit in einem Zoo enorm.

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