Im Schatten der Akazie Forschung in den Wüsten Afrikas

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Im Schatten der Akazie Forschung in den Wüsten Afrikas

Das ist der Titel einer Ausstellung, die bis zum 18. November 2007 im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln zu sehen sein wird. Im Anschluss an das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Wüsten 2006 werden die Forschungsergebnisse gezeigt, die 140 Wissenschaftler in 12 Jahren Arbeit zusammengetragen haben.

Forscheralltag in der Wüste: Expeditionslager bei Zolat el Hamad

Der Weg zur Weisheit jedoch führt durch die Wüste, so lautet ein altes nomadisches Sprichwort. Die 140 Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs ACACIA haben das ganz wörtlich genommen und sich auf den teils sehr beschwerlichen Weg in die Trockenregionen Afrikas gemacht, um das Wissen über diese Gebiete zu vertiefen. Geforscht wurde im Nordosten und im Südwesten des afrikanischen Kontinents.

Rund 25 Prozent der Erdoberfläche sind Wüstengebiete und mehr als 500 Millionen Menschen leben dort. Ganz unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen haben im Rahmen des Sonderforschungsbereichs ACACIA Material gesammelt. ACACIA ist die botanische Bezeichnung für Akaziengewächse, die hauptsächlich in Savannen und Wüsten vorkommen. Wegen ihrer Dornen heißen Akazien im englischen auch Dornenbäume (=thorn tree). Akazien gehören zu den Hülsenfruchtgewächsen. Sie haben spezielle Wurzeln, mit denen sie in den nährstoffarmen Böden wachsen können.


Felsbildarchäologie

Nachdem 2006 von den Vereinten Nationen das Internationale Jahr der Wüste ausgerufen wurde, zeigen deutsche Forscher im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, was sie über die Veränderungen der Trockengebiete herausgefunden haben. Dabei haben ganz unterschiedliche Disziplinen zusammengearbeitet.

Umwelt prägt Zusammenleben

Feldforschung - Von der Teilnahme zum Verstehen: Ethnologen leben oft ein Jahr oder länger in einer andere Gesellschaft und nehmen am Alltagsleben der Menschen teil und lernen ihre  Sprache



Forscher der Afrikanistik haben untersucht, wie die Menschen in den Wüstengebieten zusammenleben. Denn es gibt viele regionale Stämme mit ihren je eigenen Sprachen und Geschichten. Und die Menschen verbinden mit der sie umgebenden Landschaft verschiedene Dinge. Für die einen sind die Gräber der Ahnen bedeutungsvoll, andere Gruppen bauen ihre Geschichte auf bedeutenden Kämpfen und Schlachtfeldern auf. All das hat auch Einfluss auf die von Stamm zu Stamm unterschiedlichen Rituale, Bilder und Tänze. Außerdem wird gezeigt, wie die Menschen mit dem steten Mangel an Nahrung und Wasser in diesen Landschaften umgehen.

Sandkörner erzählen Geschichten

Schicht für Schicht in die Vergangenheit: Wasser und Wind lagern Sedimente, also Materialschichten ab. Die ältesten Lagen befinden sich unten und die jeweils nächstfolgenden darüber. So kann man das Klima und die Umwelt der Vergangenheit erforschen.



Botaniker, Biologen und Geographen untersuchten, wie die unterschiedlichen Landschaftsformen mit ihren jeweils typischen pflanzlichen und tierischen Bewohnern zustande gekommen sind. Im Nordost-Tschad konnte in einem 25 Meter tiefen Salzsee ein Bohrkern entnommen werden. Mit ausgefeilten Untersuchungsmethoden kann man den Klima- und Umweltwandel der letzten 5000 Jahre untersuchen. So lässt sich zum Beispiel feststellen, ob ein Sandkorn durch Wind oder durch Wasser in das heutige Wüstengebiet gelangte.

Vergangenheit und Gegenwart

Geschichtsforscher wiederum untersuchten sowohl die Ur- und Frühgeschichte des afrikanischen Kontinents, als auch die Auswirkungen der Kolonialzeit. Bis heute wirken die oft willkürlichen Grenzziehungen der damaligen Kolonialmächte nach und sind Ursache für oft blutige Konflikte.

Faszination Wüste im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln

Wer sich also der Faszination Wüste in all ihren Facetten hingeben möchte, ist bis zum 18. November im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln gut aufgehoben. Die Ergebnisse der Forscher werden in großformatigen Fotos und Filmsequenzen  dargestellt. Außerdem gibt es viele einmalige Objekte zu sehen, etwa libysches Wüstenglas oder geheimnisvolle Tonringe. Nach dem 18. November 2007 wandert die Ausstellung durch Deutschland und wird schließlich auch auf dem afrikanischen Kontinent zu sehen sein.

Hier findest du mehr zu den einzelnen Ausstellungsbereichen und Informationen zum Rahmenprogramm

Wenn dich vergangene Zivilisationen interessieren, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS Band 14: Versunkene Städte.

Text: -jj- 18.4.2007 // Bilder: mit freundlicher Genehmigung von Dr. Schuck & © SFB 389-Akazien/Uni Köln

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