Der Deutsche Umweltpreis 2007

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Der Deutsche Umweltpreis 2007

Die DBU wurde am 18. Juli 1990 gegründet. Sie unterstützt Forschungsprojekte in den Bereichen Umwelttechnik, Umweltforschung, Naturschutz, Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz. Außerdem vergibt sie jedes Jahr den Umweltpreis an besonders engagierte Personen, Firmen oder Organisationen.

Gefährlicher Temperaturanstieg auf der Erde


Momentan sind viele Forscher damit beschäftigt, Lösungen zur globalen Erwärmung unserer Erde zu entwickeln. Unter globaler Erwärmung versteht man den vom Menschen verursachten Temperaturanstieg der Atmosphäre und der Weltmeere. Die maßlose Nutzung von Fahrzeugen, Energieerzeugung und Industrie hat einen massiven Schadstoffausstoß zur Folge. Besonders beim Verbrennen fossiler Brennstoffe, wie Erdöl und Kohle, treten viele Gase (Kohlendioxid, Methan und Stickstoff) in die Atmosphäre aus und fördern so den Temperaturanstieg.


Folgen der Klimaerwärmung


Wenn weiterhin so viele Mengen an Schadstoffen austreten, wird es wärmer auf der Erde und der Meeresspiegel steigt durch allmähliches Schmelzen der Polkappen. Somit werden Naturkatastrophen wahrscheinlicher und häufiger. Damit beispielsweise ein Hurrikan entstehen kann, muss die Wassertemperatur über 26,5 ° Celsius betragen. Wenn sich das Umweltbewusstsein der Menschen nicht bald ändert, werden derart hohe Temperaturen der Meere bald keine Ausnahme mehr sein. Es gäbe also viel häufiger solche Naturkatastrophen und die Existenz vieler Menschen wäre in großer Gefahr.


Umweltpreis für enormes Engagement


Einer der vier Gewinner dieses Jahres, der Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber (siehe Foto), hat mit seinem Institut die internationale politische Diskussion zur Lösung des Klimaproblems entscheidend geprägt.


Brickwedde, Generalsekretär der DBU, lobte Schellnhuber für seine Vielzahl an neuen Forschungsansätzen, mit denen er die Lösung globaler Umweltprobleme im kommenden Jahrhundert aufgezeigt hat. Schellnhuber, der auch Physik-Professor an der Oxford-University und der Universität Potsdam ist, betonte in einem Interview: Wir müssen jetzt in den Industrieländern aggressive Programme entwickeln, um unsere Energiesysteme umzustellen.

Schellnhuber sei einer der herausragendsten und kreativsten Denker der deutschen Umweltforschung. Er hat schon mehrere internationale Auszeichnungen erhalten und ist außerdem klimapolitischer Berater der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.


Umweltfreundlicher Auto fahren


Foto: Carl H. Schmitt und Prof. Dr.-Ing. Jürgen Köhler.

Schellnhuber teilt sich den Preis mit Carl H. Schmitt, dem Gründer der Schwalmstädter Firma Konvekta und dessen langjährigem Entwicklungsleiter und heutigem Direktor des Instituts in Thermodynamik der TU Braunschweig, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Köhler.


Wie ihr vielleicht wisst, sind ganz besonders die Abgase von Kraftfahrzeugen ausschlaggebend für die globale Erwärmung und schaden der Umwelt. Aber auch die Stoffe, die in der Klimaanlage der Fahrzeuge enthalten sind, entweichen bei Unfällen und der Entsorgung von Autos. Das trägt mit zur Klimaerwärmung bei.


Die Firma Konvekta hat bereits wichtige Vorarbeiten zum möglichen Einsatz von Kohlendioxid als Kältemittel in der Fahrzeugklimatisierung geleistet. Gemäß EU-Verordnung sollen ab 2011 Klimakiller-Kältemittel durch Kohlendioxid ersetzt werden: Das klingt komisch, denn heute diskutiert man die Schädlichkeit von Kohlendioxid als Treibhausgas. Aber die in Klimaanlagen verwendeten Mittel sind noch 1300-mal schädlicher als Kohlendioxid. Sollte sich diese Verordnung durchsetzen, wäre dies vor allem auch Konvekta zu verdanken.


Belohnung für Naturschutz


Beate Weber (siehe Foto)hat 16 Jahre lang als Oberbürgermeisterin Heidelbergs den Umwelt-, Klima-, und Naturschutz, sowie die Umweltbildung ausgebaut. Dank ihres Engagements ist Heidelberg im Umwelt-und Klimaschutz führend unter den Großstädten in Deutschland. Unter anderem hat sie sich dafür eingesetzt, dass rund 35 Hektar neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen werden das entspricht der Fläche von etwa 48 Fußballfeldern.


Beate Weber hatte sich vor ihrer Amtszeit in Heidelberg elf Jahre in der europäischen Umweltpolitik als Europaabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz engagiert. Heute setzt sie ihre langjährigen Arbeiten im Weltzukunftsrat fort. Dieser Rat bezeichnet sich selbst als Bewahrer und Hüter der Erde für künftige Generationen und befasst sich mit Problemen aus Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft.


Für ihre vorausschauende und innovative Arbeit haben die vier Gewinner jeweils ein Preisgeld von 166.000 Euro erhalten.


Text: Luisa Blendinger Fotos: Schadstoffe: GFDL, Saperaud; Luftverschmutzung: PD, ArtMechanic; weitere Bilder: © Mit freundlicher Genehmigung der DBU.

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