"Bitte nicht füttern!"

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"Bitte nicht füttern!"

Jeder meint es eigentlich nur gut. Jeder Besucher freut sich, wenn sein mitgebrachtes Brot oder Hörnchen den kleinen Affen ganz besonders gut schmeckt. Wenn die Gibbons ganz begeistert die Erdnüsse fressen und die Tiere des Streichelzoos wie wild hinter den Kuchenkrümeln her sind.

Für viele Tiere sind die zusätzlichen Leckereien oft gar nicht gesund.

Warum es gefährlich ist, die kleinen Affen zu füttern:

Zoologe Helmuth Mägdefrau hat schon viele traurige Erfahrungen machen müssen: Zum Beispiel bei den Totenkopfäffchen. Weil die Tiere dank der neuen Anlage ganz nah an die Menschen heran kommen können, wollen die Besucher sie auch füttern. Dabei wissen sie häufig nicht, wie schlecht dieses Füttern ihren kleinen Freunden bekommt.

Eigentlich haben die meisten Besucher keine Ahnung davon, was den Tieren überhaupt gut tut. Und die Tiere selbst wissen es oft auch nicht. Außerdem sind sie gern neugierig und natürlich kleine Schleckermäuler. Aber gerade Totenkopfäffchen neigen zur Zuckerkrankheit, die dann eine Unfruchtbarkeit bei den kleinen Affen hervorrufen kann. Deshalb sollen die Äffchen auf keinen Fall Süßigkeiten bekommen.

Im Kinderzoo sollten die Gäste lieber weniger füttern

Auch im Streichelzoo werden immer wieder Kaninchen, Meerschweinchen oder auch Ziegen krank. Im Kinder- oder Streichelzoo ist das Füttern zwar erlaubt, aber eben nur mit dem Futter, das der Tiergarten extra dafür bereit hält. Aber dort greifen die Leute oft in die eigene Tasche, füttern Semmeln, Brot oder Kekse da ist wieder zu viel Zucker drin. Das führt zu schweren Magenveränderungen und kann bei den Ziegen bis zu Todesfällen führen, warnt Helmuth Mägdefrau.

Auch zu viel Füttern kann gefährlich sein!


Oder aber es wird viel zu viel gefüttert, wie der Tierarzt am Nürnberger Tiergarten Dr. Bernhard Neurohr beklagt. Gerade im Streichelzoobereich sehen die Leute oft einfach nicht ein, dass weniger oft mehr wäre: Ich persönlich habe dort häufiger Besucher beim Füttern erwischt und wenn man sie dann auf das Verbotsschild hinweist, dann kommt Ich habe aber doch nur... Dann sage ich: Sie haben doch nur - und 500 andere haben auch nur und irgendwann ist es zu viel. 500 Stücke Zucker sind einfach 499 zu viel erklärt Bernhard Neurohr. Wir versuchen das zu unterbinden, aber wir können natürlich nicht nur Verbotsschilder überall hinstellen. Wir können und wollen auch nicht überall Wachpersonal postieren. Wir können nur auf die Einsicht der Besucher zählen. Und die ist schon besser geworden, im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten.


Tiere haben eigenen "Speiseplan"

Wenn Besucher die Tiere füttern, dann vergessen sie dabei auch, dass jeder Tierpfleger einen ganz ausgewogenen Futterplan für jedes Tier hat. Dieser Plan ist gut durchdacht, mit allem was die Tiere brauchen. Wenn ein Tier aber tagsüber von den Besuchern stark gefüttert wurde, dann frisst es danach nichts mehr. Der Tierpfleger merkt, dass seinem Schützling seine normale Ration nicht schmeckt. Er macht sich Sorgen und denkt: "Das Tier muss krank sein". Er ruft nach dem Tierarzt. Der sieht auf den ersten Blick nichts und betäubt das Tier um es zu untersuchen. Und am Ende stellt er nur fest: "Das Tier hat sich überfressen!" Ohne ernsthaften Grund muss ein Tier die ganze Prozedur über sich ergehen lassen. Um so etwas zu vermeiden, immer daran denken:

Bitte nicht füttern!

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt