Wie lebt Rudolf, wenn das Rentier keine rote Nase hat?

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Wie lebt Rudolf, wenn das Rentier keine rote Nase hat?

Dass Rentiere als Hirsche des Hohen Nordens ganz besonders dazu geeignet sind, Schlitten zu ziehen, das glaubt jeder. Aber diese Tiere haben noch ganz andere außergewöhnliche Eigenschaften um bei diesen eisigen Temperaturen zu überleben.

Wo leben Rentiere?

Rentiere sind Huftiere und zählen zu den Hirschen. Sie leben in kälteren Gefilden, so im nördlichen Nordamerika, in Grönland, in Nordeuropa und Ostasien. In Nordamerika nennt man die Rentiere auch Karibus. Je nach Herkunftsgebiet haben die Rentiere unterschiedlich gefärbtes Fell, von braun mit dunklen Beinen in Nordamerika zu grau in Europa und Asien. Ihre Fellfarbe hat sich den jeweiligen natürlichen Gegebenheiten angepasst.

Rentiere leben in weiten Steppen und Tundren. Das sind große baumlose Gebiete, in denen vor allem niedrige Sträucher, Heidekrautgewächse, Moose, Pilze und Flechten wachsen. Und genau diese Pflanzen stehen auf dem Speisezettel der Rentiere: Sie ernähren sich von Blättern, Pilzen, Kräutern, Erd- und Baumflechten - und sie fressen diese auch, wenn sie noch oder wieder gefroren sind.

Wie leben Rentiere?

Im Winter ernähren sich die Rene von Flechten. Die bringen die Tiere aber nur über den Winter, denn sie sind sehr arm an Proteinen. Gewicht zulegen können die Rene nur über andere Nahrung im Sommer. Die Sommerweiden im Hochgebirge sind dort am besten, wo es im Winter am meisten schneit; Flechten dagegen wachsen eher in Gebieten mit weniger Schnee. Deshalb wandert das Ren zwischen Sommer- und Winterweideplätzen.

Rentiere sind Herdentiere. Sie legen bei ihren Wanderungen oft unglaublich lange Strecken zurück. So ziehen manche Rentierherden täglich 15 bis 65 Kilometer in einer Region, andere wandern zweimal jährlich Strecken bis zu 1200 Kilometern.

Geweih für alle

In manchen Herden ziehen die Weibchen mit ihren Jungen im Frühjahr voraus, die Männchen folgen später. Ein Weibchen hat eine Tragzeit von maximal 228 Tagen. Mitte Mai beginnt das Kalben.

Im Gegensatz zu den anderen Hirscharten, tragen auch die weiblichen Rentiere Geweihe, aber nicht so riesige wie die Männchen. Denn von allen Hirschen haben Rentiere das größte Geweih! Der Biegung entlang gemessen, ist es oft länger als der ganze Körper.

Den Lebensbedingungen optimal angepasst

Als erstes Landsäugetier folgte das Ren dem Rückzug des Inlandeises vor 15.000 bis 10.000 Jahre nach Norden. Hier sind die Winter lang, mit einer geschlossenen Schneedecke über sieben bis neun Monate im Jahr. Damit ihr Gewicht - ein Männchen kann bis zu 270 Kilogramm wiegen - nicht auf dem Schnee einbricht, sind die Hufe der Tiere speziell geformt. So tragen sie die Tiere gut auf dem Schnee. Außerdem können Rentiere mit ihren Hufen auch Flechten freilegen.

Der Pelz ist sehr dicht und besteht aus hohlen Haaren. Diese Haare sind mit luftgefüllten Markzellen gefüllt und können deshalb besser isolieren. Außerdem ist das Fell der Rene viel dichter als das anderer Hirscharten. So können sie Temperaturen bi -40°C aushalten, ohne den Stoffwechsel beschleunigen zu müssen.

Schutz ist nötig!

Wilde Rentiere gibt es in Europa eigentlich nur noch in Norwegen. Allerdings sind die Wildrene stark vom Aussterben bedroht. Luftverschmutzung, Eingriffe in ihre natürlichen Lebensräume und verstärkter Tourismus machen den Rentieren zu schaffen.

Sami und Rentiere

Im Norden Skandinaviens lebt das Nomadenvolk der Sami als Hirten der Rentierherden. Allein in Norwegen leben rund 180.00 Rene und 4000 norwegische Sami von der Rentierzucht. Heute ziehen die Sami allerdings nicht mehr zu Fuß mit ihren Herden mit. Sie halten ihre Tiere vielmehr mit Schneemobilen zusammen. In den Aufbauten der Schneemobile können sie auch gut übernachten - ein schneller Ersatz für die Zelte von früher. Die Familien der Hirten wohnen inzwischen das ganze Jahr über an einem festen Ort und verarbeiten zum Beispiel auch das Rentierfleisch. Da die Herden der Sami immer größer werden, gibt es nicht genug zu fressen für die Tiere - und immer wieder Ärger mit der Regierung und den Waldbauern.

Probleme haben auch die schwedischen Sami, denn Waldbesitzer klagen gegen die alten Weiderechte der Sami. So wird sich zeigen wie die Rentierherden und auch die Sami die nächsten Jahre überstehen.....

-ab-23.12.03 Fotos: Rentierherde 1: Photo Disc, Karibu und Rentierherde 2: Corel Images Stock.

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