Was unterscheidet die Hausratte von einer Wildratte?

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Was unterscheidet die Hausratte von einer Wildratte?

Lea Fistein ist nicht nur Tierärztin, sie hält auch selbst Ratten. Deshalb ist sie auch genau die richtige Expertin zur Beantwortung häufig gestellter Fragen, so z.B.: "Wo liegt der Unterschied zwischen Haus- und Wildratte?

Der Begriff Hausratte ist in diesem Zusammenhang nicht richtig gewählt. Man unterscheidet bei den Wildratten zwischen zwei Formen (Species): der Hausratte (Rattus rattus) und der Wanderratte (Rattus norvegicus).

Die Hausratte stammt ursprünglich aus Südostasien und ist durch große Augen und Ohren, einen schlanken Körper mit spitzer Schnauze und langen Schwanz gekennzeichnet. Als eigentlicher Baumbewohner bevorzugt sie höher gelegene Lebensräume, wie Dachboden oder Speicher. Mittlerweile ist sie in Deutschland so selten geworden, dass sie unter Naturschutz steht.

Die Wildratte, die bei vielen Menschen Ekel hervorruft und vorzugsweise in dunklen Kanalisationen haust, ist die Wanderratte. Auch sie stammt aus Asien und lebte dort in selbst gegrabenen unterirdischen Gangsystemen. Sie ist größer, schwerer mit kleineren Ohren und Augen, einer kantigen Schnauze und einen kürzeren Schwanz als die Hausratte.

Die von uns als Heimtiere gehaltenen Ratten die üblicherweise als Farbratten bezeichnet werden, stammen von der Wanderratte ab. Sie wurden aus der Albino-Wanderratte zunächst für die Forschung gezüchtet und später in unterschiedlichsten Farbschlägen als Heimtier angeboten. Sie sind etwas kleiner als die Wanderratte und haben eine deutlich kürzere Lebenserwartung. Sie haben jede Scheu und Aggression verloren, was ein Überleben in freier Wildbahn unmöglich macht.

Wie alt können Ratten werden?

Die Lebenserwartung einer normalen Farb- oder Albinoratte beträgt ca. 1Â- 2Â Jahre. Die wild lebenden Wanderratten können eine Lebenserwartung von ca. 7 Jahren haben.

Woran erkenne ich den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen?

Bei erwachsenen Tieren sind die Männchen an den deutlich hervortretenden Hoden im Schwanzansatzbereich zu erkennen. Zur Geschlechtsbestimmung vor der sechsten Lebenswoche sollte ein Fachmann aufgesucht werden.

Fotos: Timm Thiemann / Heiko Pulcher

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