Tier des Jahres 2004: der Siebenschläfer

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Tier des Jahres 2004: der Siebenschläfer

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild ist eine Organisation zur Erhaltung freilebender Tierarten. 2003 wählte sie den Wolf zum Tier des Jahres. 2004 fiel die Wahl auf die Siebenschläfer. Die kleinen Nager gehören zur Familie der Bilche.

Was sind Bilche?

Bilche sind Schlafmäuse, dazu zählen Siebenschläfer, Baumschläfer, Gartenschläfer und die Haselmaus. Sie zeichnen sich durch einen langen Winter- und Trockenzeitschlaf aus. Charakteristisch für diese Nagetiere ist ihr langer Schwanz. Es sind Dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Bilche gibt es in Eurasien und Afrika.

In Mitteleuropa leben die Siebenschläfer, die hellgrau sind und einen langen, buschigen Schwanz haben. Mit ihren langen Hinterbeinen zum Springen und einer halb aufrechten Haltung erinnern ise an Eichhörnchen.

Im östlichen Europa gibt es auch Baumschläfer. In Mittel- und Westeuropa findet man die etwa 17 Zentimeter langen, rötlich graubraunen Gartenschläfer. Die kleinste Schlafmausart ist die Haselmaus, die gelbrötlich gefärbt ist und die Größe einer kleinen Hausmaus erreicht.

Auch auf die Bedrohung dieser Bilche hat die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hingewiesen. Der Siebenschläfer gilt vor allem in Norddeutschland als vom Aussterben bedroht.

Wie leben Siebenschläfer?

Siebenschläfer leben in Wäldern, vorzugsweise mit Eichen- und Buchen. Tagsüber verbergen sich die schnellen Kletterer in hohlen Bäumen, Erdlöchern, Wurzelstöcken oder in totem Holz am Boden. Sie nisten sich aber auch gern in Vogelnistkästen, Schuppen oder Dachböden ein oder bauen ihre Nester unter Fußböden. Im Herbst legen sich die Siebenschläfer Fettreserven an, damit sie ihren 7-monatigen Winterschlaf in einem großen Nest in einer Höhle auch gut überstehen.

Was fressen Siebenschläfer?

Bilche sind die einzigen Nager, die keinen Blinddarm haben. Das ist - laut der Forscher - ein Anzeichen dafür, dass ihre Nahrung arm an Zellulose (Zellstoff) ist. Die rund 16 Zentimeter großen Siebenschläfer (ohne den 13 Zentimeter langen Schwanz) kommen am Abend mit der Dämmerung aus ihrem Versteck um nach Nahrung zu suchen. Sie fressen energiereiche "Kost", wie Eicheln, Nüsse, Kastanien, Blätter oder Obst. Es können aber auch Insekten, Vogeleier oder Küken verspeist werden.

Wie verständigen sich Siebenschläfer?

Siebenschläfer können die unterschiedlichsten Laute machen. Sie trillern und geben langgezogene Pfiffe von sich oder murmeln, quicksen und zirpen oder zwitschern. Sie leben gemeinsam mit anderen Tieren in einer lockeren Gruppe. Nur trächtige Weibchen ziehen sich zurück und leben allein.

Welche Feinde haben diese Nager

Zu den natürlichen Feinden zählen Marder, Iltisse und Eulen. Außerdem zählt leider auch der Mensch dazu, da Siebenschläfer häufig als Ernte-Schädlinge bekämpft werden.

-ab-12.11.03 Text/ Foto: Titelbild von "Naturschutz heute", Ausgabe 2/2002. "Naturschutz heute" ist das Mitgliedermagazin des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

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