Spielen mit dem Hund -<br>Abwechslung für Mensch und Tier

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Spielen mit dem Hund -
Abwechslung für Mensch und Tier

Nichts festigt die Bindung zu unserem vierbeinigen Freund so sehr, wie das Spiel. Hunde jeden Alters spielen nicht nur gerne, sie brauchen diese Beschäftigung auch, um ihre Stellung im Rudel gemeint sind hier die Familie und eventuell vorhandene andere Hunde - auszuloten, ihre Fähigkeiten zu testen, und sich auch im höheren Alter stets auf neue Umweltbegebenheiten einstellen zu können.

Wozu spielen?

Leider sind die Spiele oft nicht abwechslungsreich genug oder zu anspruchslos. So langweilen sich sowohl Hund als auch Besitzer. Sie werden ungeduldig oder brechen gar das Spiel ganz ab. Dass der Lerneffekt dabei auf der Strecke bleibt, versteht sich von selbst. Das muss aber nicht sein. Schon mit einfachsten Mitteln und kleinen Variationen können immer wieder neue Akzente ins Spiel eingebracht werden. Allerdings ist es nicht nur bei älteren Hunden ratsam, regelmäßig den Tierarzt aufzusuchen, um eventuellen Schäden durch zu intensives Spielen vorzubeugen. Auch bei Rassen, die zu Problemen mit dem Bewegungsapparat neigen, ist dies empfehlenswert. Im Zweifelsfall sollte man sich dann für eine ruhigere Spielvariante entscheiden.

Auswahl des Spiels

Bei der Auswahl des geeigneten Spiels sollte man zuallererst die Rassemerkmale des einzelnen Tieres mit einbeziehen. Begleithunde, wie beispielsweise Dalmatiner oder Pudel, sind begeistert von Partnerspielen bis hin zur Agility (Geschicklichkeit), während Spür- und Jagdhunde wie Retriever oder Spaniel sich vor allem für Such- und Fährtenspiele begeistern lassen. Die für den Hund besonders geeignete Spielart lässt sich durch seine Rassenabstammung daher leicht ermitteln. Natürlich darf man auch den persönlichen Charakter des einzelnen Tieres und die körperlichen Voraussetzungen nicht außer Acht lassen.

Wann muss das Spiel beendet werden?

Besonders wichtig ist, dass nicht der Hund das Ende und den Verlauf des Spiels bestimmt, sondern du als Rudelführer. Auch sollte man niemals vergessen, dass das Tier im Spiel seine Grenzen im Rudel, vor allem gegenüber dem Rudelchef, auslotet. Aus diesem Grund sollte man das Spiel beim kleinsten Anzeichen von Aggression wie Schnappen oder Knurren sofort beenden. Genauso, wie man das abrupte Beenden der Spielaktivitäten als Signal benutzen kann, um den Hund sein Fehlverhalten klar zu machen, kann man das Spiel andererseits auch als Belohnung einsetzen. Das Tier begreift schnell, dass es mit seiner Lieblingsbeschäftigung belohnt wird, wenn es zum Beispiel auf ein bestimmtes Kommando die entsprechende Reaktion zeigt.

Spielen zu Hause

Zu Hause sollte man die Spielutensilien immer außerhalb der Sichtweite des Tieres aufbewahren, um nicht ständig Anlass zum Spielen zu geben. Außerdem sind feste Spielzeiten sinnvoll, um zu verhindern, dass der Hund dauernd winselnd mit dem Ball im Maul an der Türe sitzt und nach draußen drängt. Doch das regelmäßige Spiel muss nicht immer draußen stattfinden; Spielen kann man so gut wie überall. Auch im Haus kann man seinen Hund mit interessanten Spielen beschäftigen.

Man kann mit geringem Aufwand sogar einen kleinen Agility-Parcours aufbauen. Ein im Türrahmen aufgespanntes Tuch mit einem entsprechend großen Loch ersetzt zum Beispiel einen Reifen zum Durchspringen, einige aufgestapelte Bücher bilden den Slalomkurs, einen langen Flur kann man bestens als Ballspielbahn umfunktionieren. Außerdem eignen sich die heimischen vier Wände hervorragend für Versteckspiele. Viele Hunde haben Spaß daran, einen ihnen bekannten Gegenstand in der Wohnung zu erschnüffeln. Dabei ist das Spiel im Haus nicht nur als Schlechtwetterersatz zu sehen. Vor allem für junge Hunde, oder für Tiere mit schlechtem Gehorsam bietet es viele gute Möglichkeiten, dies zu erlernen. Der Spielraum ist begrenzt, die Konzentration kann sich voll auf das Spiel richten, die Gefahr von Verletzungen ist deutlich geringer.

Spiele im Freien

Trotz dieser Vorteile kann und soll man auf keinen Fall auf Spiele im Freien verzichten. Hierbei ist bereits der eigene Garten Hundespielparadies. Allerdings sollte er unbedingt durch einen Zaun oder eine Mauer begrenzt sein, damit der Vierbeiner sein Spielterritorium nicht selbsttätig auf Nachbars Blumenbeet ausdehnt.

Die meisten Wohnungsspiele eignen sich auch für draußen. Auch hier kann man mit ein wenig Geschick und Ideenreichtum einen kleinen Hundespielplatz einrichten. Es genügen schon einige stabile Kisten, ein über ein Rundholz gelegtes Brett als Wippe und ein paar zum Slalomkurs hergerichtete Stangen, fertig ist der Agility-Parcours. Und vielleicht hat man ja auch noch einen alten Reifen vom letzten Winter übrig.

Der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt, solange man darauf achtet, dass das Tier sich nicht verletzen kann. Den selbstgebauten Parcours sollte man noch mit einigen sinnvollen Hundespielzeugen wie Beißring oder Kauseil ergänzen. Diese Gegenstände sind natürlich nicht nur für das Spiel im Garten, sondern auch für das große Abenteuer beim Spielen außerhalb des eigenen Reviers wichtig. Die Sachen werden zum Symbol für das angenehme Spiel, womit der oben beschriebene Belohnungseffekt erst möglich wird.

Weitere Tipps

Viele Tipps und Informationen rund um das Spiel mit Hunden findet man am besten in verschiedenen Büchern. In Mit dem Hund spielen und trainieren von Gerd Ludwig, einem GU-Tierratgeber, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag, (64 Seiten, 40 Farbfotos, 35 Zeichnungen) verschafft der Autor dem Leser einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten des Spiels. Er beschäftigt sich zudem mit den besonderen Anforderungen junger und älterer Hunde und unterschiedlicher Rassen. Auch die Ernährung und die Gesundheit des aktiven Hundes werden besprochen und zu guter Letzt findet man hier sogar Anregungen zum Selbstbau eines Parcours und Hinweise zur Gesundheit und Sicherheit des spielenden Hundes.

Das Buch Ulmer Spielschule für Hunde 100 Tricks und Übungen , erschienen im del Amo Verlag, (192 Seiten, 86 Farbfotos, 19 Zeichnungen) behandelt vor allem das spielerische Erlernen des Apportierens und der üblichen Kommandos. Aber auch alltägliche Übungen, die Hund und Besitzer das Leben und das Spielen erleichtern können und die Zusammenarbeit mit Freude und Spaß bis ins hohe Alter sichern, werden beschrieben.

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