Shetlandponys: Die kleinsten Pferde der Welt

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Shetlandponys: Die kleinsten Pferde der Welt

Mit einem Stockmaß von rund einem Meter sind sie die kleinste Pferderasse der Welt: Shetlandponys. Im Nürnberger Tiergarten und vielen anderen Zoos werden die niedlichen Vierbeiner mit der Wuschelmähne gezüchtet und sind eine Attraktion bei den Kids.

Shetland-Ponys werden bereits seit etwa 2000 Jahren als Pack- und Zugpferde gehalten. Erst vor rund hundert Jahren brachte Carl Hagenbeck, Gründer des berühmten Hamburger Zoos, die Zwergpferde von ihrer schottischen Heimat auf das europäische Festland. Dort haben sie inzwischen als Freizeitpferde einen festen Platz eingenommen und sind besonders als Reitponys für Kinder beliebt.

Richtig schlau

Kein Wunder Shetlandponys sind nämlich nicht nur schlau und gelehrig, sondern haben auch ein sanftes, gutmütiges Wesen. Die große Kraft, die sie trotz geringer Größe besitzen, würden sie niemals bösartig gegen ihren Reiter einsetzen.

Klimabedingter Zwergenwuchs

Benannt sind die Shetties nach ihrem Herkunftsort, den Shetlandinseln. Sie liegen nördlich von Schottland auf der Höhe von Norwegen und Finnland. Dort ist das Klima kalt, regnerisch und stürmisch. Der einzige Schutz, der sich ihnen bot, waren niedrige Felsvorsprünge. Und außer hartem Gras und Heidekraut gab es außerdem nicht viel zu beißen. All diese äußeren Umstände führten dazu, dass die Shetlandponys im Laufe der Jahrhunderte immer kleiner wurden. Ihre Größe ist also kein bewusst herbeigeführtes Zuchtergebnis, sondern die Folge ihrer natürlichen Lebensbedingungen.

Robust und stark

Weil Shetlandponys kräftig, robust und anspruchslos sind, wurden sie gerade im 19. Jahrhunderts bevorzugt als Arbeitspferde eingesetzt. Im Wald und auf dem Feld ebenso wie in Kohlegruben. Sie passten wegen ihrer geringen Größe perfekt in den Stollen und schafften es trotzdem mühelos, die mit Kohle beladenen Wägen ans Tageslicht zu befördern. Für die Pferde allerdings eine quälende Plackerei. Durch die ständige Arbeit bei Dunkelheit wurden viele Tiere blind und entwickelten Verhaltensstörungen.

Beliebte Reitpferde

Heute werden die Shetties kaum noch zum Arbeiten eingesetzt. Sie sind beliebte Reit- und Kutschpferde, die gerade wegen ihres niedlichen Aussehens beliebt sind. Das flauschige Fell, das sie im Winter vor Kälte schützt, ist ebenso typisch wie die kurzen, stabilen Beine, der harmonische Körperbau, die harten Hufe und die lange Nase, die alle nordischen Pferderassen besitzen um die kalte Luft auf dem Weg in die Lungen vorzuwärmen.

Nachzucht

In ihrer Heimat, auf den Shetlandinseln, leben heute nur noch etwa 100 Exemplare der winzigen Ponys. Doch inzwischen werden sie auf der ganzen Welt nachgezüchtet. Im Nürnberger Tiergarten gab es zum Beispiel gerade erst wieder Nachwuchs. So häufig brauchen Shetlandponys übrigens gar nicht für Nachkommen zu sorgen. Bei guter Haltung und Pflege können sie zwischen 30 und 40 Jahre alt werden.

Nic 27.04.2004 / Fotos: Zoo Karlsruhe

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