Seehund Steckbrief

Seehunde gehören zur Familie der Robben, genau wie die Walrösser, See- Elefanten, Seeleoparden oder Seelöwen. Hier wollen wir euch diese Säugetiere ein bisschen näher vorstellen, denn an der Nord- oder Ostsee können sie euch durchaus begegnen. Und was macht ihr dann?

Seehund-Fakten

Seehunde haben als Kennzeichen einen runden Kopf. Sie werden bis zu 1, 50 Meter groß und bis zu 100 Kilogramm schwer. Sie fressen Muschlen, Tintenfische, Krebse oder Fische und stehen damit am Ende einer Nahrungskette im Meer. Forscher vermuten das Seehunde rund 40 Jahre alt werden können.

Weltweit gibt es derzeit an den Küsten der Nordhalbkugel 500.000 Seehunde, davon leben über 17.000 im Wattenmeer. Im Wattenmeer kann man die Seehunde auf Sandbänken beobachten. Dort liegen manchmal bis zu 100 Tiere zusammen in der Sonne.

Seehund- Nachwuchs

Die Tragzeit bei Seehunden beläuft sich auf elf Monate. Ihre Jungen bekommen Seehunde zwischen Mai und Juli. Die Weibchen legen sich zur Geburt auf eine ruhige, vor Menschen geschützte Sandbank. Die Geburt findet bei Niedrigwasser statt und kaum ist das Junge da, wird es auch schon gesäugt. Anders als alle anderen Robbenarten hat das Seehundbaby sein weiches, wasserdurchlässiges Embryonalfell bereits im Mutterleib verloren. Es kommt mit dem glatten Fell erwachsener Seehunde zur Welt. Die Fähigkeit zu schwimmen ist den Seehunden angeboren.

Was ist ein Heuler?

Heuler nennt man Seehunde, die innerhalb der ersten zwei Tage nach der Geburt - von ihrer Mutter getrennt werden. Diese Seehundwelpen haben allein kaum eine Überlebenschance. Gründe für die Trennung können sein,

dass Zwillinge geboren werden und sich die Mutter nur um ein Junges kümmern kann,

dass durch böiges, stürmisches Wetter das Junge von der Mutter abgetrieben wird oder

dass Menschen die Weibchen beim Säugen stören, die Mutter deshalb flüchtet und das Junge allein gelassen wird.

Wenn ein Junges allein gelassen wurde, heult es herzzereißend, deshalb auch der Name "Heuler". Normalerweise kehrt das Muttertier dann auch zu ihrem Welpen zurück. Manchmal verhindern aber die Umstände oder auch störende Menschen, dass die beiden wieder zusammenkommen. Kann man davon ausgehen, dass die Mutter nicht zurückkehrt, dann können Heuler in eine Seehundaufzuchtstation gebracht werden.

Seehunde sind Tauchspezialisten

Menschen speichern den Sauerstoff in den Lungen, Seehunde dagegen in den Muskeln. So können die Tiere eine halbe Stunde unter Wasser bleiben, ohne Luft zu holen. Bis über 200 Meter können die eleganten Schwimmer abtauchen um zu jagen. Und während die Seehunden eher langsam und unbeholfen dahinrobben, erreichen sie im Wasser eine Geschwindigkeit bis zu 35 Kilometer in der Stunde. Dabei hilft ihnen ihr stromlinienförmiger Körper und ihre Schwanzflosse.

Was machst du, wenn du ein Seehundbaby findest?

Bitte, gehe nicht zu nah heran. Vielleicht ist die Mutter ja nur kurz weg und kommt wieder. Wenn du dann zu nah am Jungen stehst, verscheuchst du das Weibchen. Das Jungtiert darf auch nicht berührt werden, denn die Mutter erkennt ihr Kind am Geruch. Der verändert sich aber mit einer menschlichen Berührung. Am besten beobachtest du das Jungtier aus einer guten Entfernung. Dann meldest du deinen Fund entweder der nächsten Polizeidienststelle oder einer Seehundstation. Die Fachleute erkennen ziemlich schnell, was zu tun ist.

-ab/Hintergrundinformation für Kinder, WWF Deutschland, 18.06.2002/ Foto: Seehunde © WWF Hartmuth Jungius.

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