Neue Heimat Nürnberg

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Neue Heimat Nürnberg

Der Nürnberger Tiergarten hat eine neue Attraktion: die beiden spanischen Wölfe Cora und Pablo nennen den fränkischen Zoo nun ihr neues Zuhause. Wir erzählen euch, was es mit spanischen Wölfen auf sich hat...

Der große Königstiger nimmt den Trubel am benachbarten Gehege gelassen. Er lässt sich nicht anmerken, was er von den neuen Nachbarn hält. Nebenan surren Kameras, Blitze blitzen und setzen die Neuankömmlinge ins rechte Licht. Scheu stecken die beiden spanischen Wölfe ihre Schnauzen aus dem Gehege und wissen nicht so recht, wie ihnen geschieht.

Auffälliger als bei anderen Wolfsarten ist beim spanischen Wolf die Verwandtschaft zum Hund, besonders zum Schäferhund.

Cora und Pablo sind die neue Attraktion im Nürnberger Zoo. Sie erinnern auf den ersten Blick an Schäferhunde, besonders wegen ihrer Farbzeichnung. Der Rücken ist hellschwarz gedeckt, Bauch und Beine sind sandbraun. Das rührt von der Anpassung an die Landschaft Spaniens her. In den trockenen und rot und gelb gefärbten Ebenen Spaniens ist diese Färbung ein Schutz. Die Wölfe verschmelzen dann optisch mit ihrer Umgebung. So getarnt können sie selbst leichter jagen und werden seltener Opfer.

Spanische Wölfe sind in ihrer Heimat vom Aussterben bedroht. Ihr natürlicher Lebensraum ist die Extremadura im Südwesten Spaniens. Schätzungen gehen von deutlich unter 100 lebenden Exemplaren in der Region aus. Deshalb gibt es auch ein spezielles Erhaltungszuchtprogramm, mit dem die Art vor dem Aussterben gerettet werden soll.

Deshalb kamen Pablo und Cora auch nach Nürnberg. Pablo war ein Findelkind, ein echter Wildfang, Cora wurde im Zoo in Barcelona geboren. Zunächst machten die beiden dann im Zoo von Münster Zwischenstation und landeten schließlich in der Frankenmetropole. Hier sollen die beiden schon in den nächsten Jahren für Nachwuchs sorgen, hofft Dr. Helmut Mägdefrau, der stellvertretende Zoodirektor.

Die früheren Bewohner des Geheges, kanadische Wölfe, sind nicht vom Aussterben bedroht und sind häufig sowohl in freier Wildbahn als auch in verschiedenen Zoos und Tierparks anzutreffen. Sie wurden an Privatleute vermittelt.

Das ist nichts ungewöhnliches, erklärt Dr. Mägdefrau. Wenn die Abnehmer nachweisen können, dass sie bestimmte Auflagen zur Haltung und Sicherheit der Tiere einhalten, kann fast jeder an Zootiere kommen. Manchmal sind es Züchter, die etwa mit den Wölfen neue Hundezuchtlinien beginnen wollen. Manchmal sind es auch Biologen, die das Verhalten der Tiere studieren wollen. Privatleute im Sinne von "Herr Müller von nebenan" sind es also dann doch nicht, die sich Zootiere nach Hause holen.

Den Neuen ist das Schicksal ihrer Vorgänger herzlich egal. Nachdem sie die anfängliche Scheu abgelegt haben, beschließen die beiden, zu zeigen, wessen Revier das hier nun ist. Ganz nach Wolfs- und Hundeart heben sie dazu das Bein und markieren... das Stativ des lokalen Fernsehsenders. Willkommen in Nürnberg, Cora und Pablo!

"Meister Isegrimm" - ein anderer Artikel bei WIW, der dir mehr über die Geschichte des Wolfes verrät.

Wenn dich das Leben der Wölfe interessiert, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 104:Wölfe

Text: -jj- 30.12.2005//Bilder: Marco Jäger

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