Nachwuchs mit Plüschohren und Streifen

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Nachwuchs mit Plüschohren und Streifen

Die Grevyzebras stammen eigentlich aus den Trockensavannen und den Halbwüsten Ostafrikas. Doch in den letzten 25 Jahren ist ihr wild lebender Bestand um 90 Prozent auf rund 1700 Tiere zurückgegangen! Zoologen und Tierschützer sind alarmiert. Denn die Grevyzebras sind sehr speziell. Die Unpaarhufer zeichnen sich besonders durch den weißen, ungestreiften Bauch, das enge Streifenmuster und die großen Plüschohren aus. Die zwei "neuen" Männchen im Nürnberger Tiergarten werden sicherlich abgegeben - denn das Männchen der Herde hat etwas gegen männlichen Nachwuchs!


Bomani und Cha-Bua

Bomani ist ein afrikanisches Wort für Krieger. So wurde das am 20. Juli geborene Grevyzebra von den Tierpflegern im Nürnberger Tiergarten getauft. Am 06. August kam dann das zweite Männchen, Cha-Bua, auf die Welt. Die beiden tragen noch immer etwas von ihrem braunen Fohlenfell. Denn wenn die Zebras geboren werden, dann hat jedes Tier seine ganz einzigartige Zeichnung. Doch die Streifen sind weiß - hellbraun und erst nach und nach bekommen die Tiere mit dem Fellwechsel ihr typisch schwarz-weiß gestreiftes Fell.

Besondere Kennzeichen

Grevyzebras zählen zur Ordnung der Unpaarhufer (sie haben eine ungerade Anzahl an Zehen, nämlich nur eine) und zur Familie der Pferde. Sie können bis zu 430 Kilogramm schwer werden und sind damit die größte wildlebende Pferdeart. Dabei wiehern sie gar nicht wie Pferde, sondern geben Geräusche von sich, die eher an das Bellen von Hunden erinnern.

Die Grevyzebras zeichnen sich durch den weißen, ungestreiften Bauch, das enge Streifenmuster und die großen Plüschohren aus.

Übrigens haben diese Zebras auch eine besondere Gabe: Sie graben sich selbst bis zu 60 Zentimeter tiefe Wasserlöcher in ausgetrockneten Flussbetten - eine Fähigkeit, die sie in ihrem dürren, ausgetrockneten Lebensraum durchaus benötigen!




Wie Grevyzebras leben:

In der freien Wildbahn leben diese Zebras nicht in großen Herden, wie die Steppenzebras. Vielmehr bilden sich kleine Stutengruppen, die gemeinsam mit ihren Jungen durch die Reviere der einzelnen Hengste wandern. Die Männchen leben oft als Einzelgänger oder in so genannten Junggesellengruppen.

Deshalb werden Bomani und Cha-Bua auch nur zwei bis drei Jahre in Nürnberg bleiben können. Dann werden sie wohl in einen anderen Zoo umziehen, denn der Chef in der Nürnberger Grevyzebra- Herde, Helmuth, wird die beiden nach ihrer Geschlechtsreife nicht mehr dulden und wohl auch angreifen.

Gefährlicher Rückgang im Bestand

In der Natur leben diese Zebras in den Trockengebieten Ostafrikas, von Äthiopien bis Kenia. Dort ist in den letzten 25 Jahren der Bestand erschreckend zurückgegangen, um 90 Prozent! Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen benötigen die krisen-, dürre- und kriegsgeplagten Menschen in dieser Region Nahrung - und so jagen und essen sie die Greyvzebras. Zum anderen zerstört die anhaltende Trockenheit die Lebensräume der Tiere - große Flächen in Ostafrika sind im wahrsten Sinn des Wortes verwüstet.

Milzbrandepedemie

Hinzu kam, dass im vergangenen Winter in Nord-Kenia eine Milzbrandepedemie ausbrach. Für diese ansteckende Krankheit, die auch Anthrax genannt wird, sind Grevyzebras besonders empfänglich. Mindestens 100 Tiere starben an dieser Erkrankung. So bleibt wohl ein Bestand, der kaum mehr als 1700 frei lebender Tiere zählen dürfte.


Noch sieht man die braunen Flächen, die erst mit dem Fellwechsel schwarz werden.

Schutzimpfung

Um diese Epedemie einzudämmen, wurde getestet, ob man die Tiere impfen kann. Man musste erst sicher sein, dass die Zebras den Impfstoff vertragen und keine Krankheiten durch die Impfung übertragen. Diese Massenimpfung im Freiland ist sehr kostspielig und für die Tiere auch stressig. Denn sie werden entweder auf dem Boden verfolgt oder von der Luft aus, per Flugzeug, verfolgt und mit Gewehren geimpft.

Insgesamt wurden 620 Grevyzebras geimpft. Darüber hinaus wurden auch 56000 Haustiere wie Schafe, Rinder, Esel und Kamele geimpft um einen weitere Verbreitung des Milzbrandes zu verhindern. Noch ist nicht ganz sicher, ob diese Impfung jährlich wiederholt werden soll.

Nachzucht in Zoos umso wichtiger

Angesichts der kritischen und gefährlichen Situation für die Grevyzebras im Freiland, ist es umso wichtiger, dass die Zoologischen Gärten sich um die Aufzucht und den Erhalt dieser wunderschönen Tiere bemühen. Weltweit leben rund 600 Greyzebras in Zoos, davon 260 in Europa.

Die beiden Jungtiere aus Nürnberg werden jetzt in das Europäische Aufzucht Programm aufgenommen. Man wird sich genau ihren Stammbaum anschauen und schließlich einen Platz finden, wo die beiden bedenkenlos eine eigene Familie starten könnten, wenn die Weibchen es wollen... Aber bis dahin dauert es noch ein bisschen!

-ab-25.08.2006 Text und Fotos. (Vielen Dank für die Infos an Dr. Helmut Mägdefrau, stellvertretender Direktor des Nürnberger Tiergartens und an den zuständigen Tierpfleger Peter Urban.

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