Nachwuchs im Tiergarten: Kleine Wölfe - Große Stinker

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Nachwuchs im Tiergarten: Kleine Wölfe - Große Stinker

Mähnenwölfe gehören weltweit zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Maximal 4.500 Exemplare soll davon noch geben. Umso erfreulicher, dass dem Tiergarten Nürnberg die erfolgreiche Nachzucht gelungen ist. Zwei Jungtiere tummeln sich seit Anfang des Jahres im Gehege der Mähnenwölfe und halten die Pfleger auf Trab.

Der Nürnberger Zoo hält seit 1993 die eindrucksvolle Tierart, die aus den Pampasgebieten Südbrasiliens und Argentiniens stammt. Die Elterntiere der Mähnenwolfbabys wurden selbst erst vor drei Jahren aus Frankreich und Frankfurt nach Franken gebracht.

Fuchs oder Wolf?

Rein äußerlich könnte man vermuten, dass der Mähnenwolf eine Kreuzung aus mehreren Raubtieren ist: Der Kopf eines Wolfes, die Ohren vom Afrikanischen Windhund und den Körper einer Hyäne. Er hat auffällig lange Beine und eine prächtige rotbraune Fellfärbung, die eher an einen Fuchs als an einen Wolf erinnert.

Hühnchen - au ja!

Im Gegensatz zu anderen Hundeartigen nimmt der Mähnenwolf jedoch einen Großteil an pflanzlicher Nahrung zu sich. Deshalb sind seine Backenzähne etwas verbreitert, um Früchte, Wurzeln und Pflanzen, kleine Käfer und andere wirbellose Tiere besser zerkleinern zu können. Eines seiner Leibgerichte ist außerdem Hühnchen. Den Geflügelzüchtern in Südamerika ist der Mähnenwolf deshalb ein besonderer Dorn im Auge, weil er sich oft nachts über ihre Gehege hermacht.

Rudel - nein danke!

Nicht nur die Futterwahl unterscheidet Mähnenwölfe von ihren "Kollegen, den Hundeartigen": Sie leben nicht im Rudel, sondern sind Einzelgänger, die sich nur zur Paarung und zur Aufzucht der Jungtiere zusammenschließen. Im Zoo lassen sie sich aber auch dauerhaft paarweise halten.

Große Stinker

Eine Besonderheit der Mähnenwölfe ist ihr starker Geruch, den sie bei der Markierung ihrer Reviere verbreiten. Verglichen mit einem Menschen, der starkes Parfüm oder Rasierwasser verwendet, riecht man den Mähnenwolf häufig schon bevor man ihn sieht. Im Zoo ist der Duft natürlich stärker als in freier Wildbahn, da die Wölfe hier an ihren Markierungspunkten viel öfter vorbeikommen als in der Natur, wo ihre Reviere viel größer sind.

Vom Aussterben bedroht

Mähnenwölfe sind in Südamerika stark in ihrem Bestand stark bedroht. In den letzten Jahren wurden immer mehr Wälder niedergebrannt und abgeholzt, um neues Weideland zu gewinnen. Der Mensch hat dem Mähnenwolf damit seine natürliche Lebens- und Nahrungsgrundlage entzogen, ihn fast ausgerottet. Um die seltene Tierart nicht völlig aussterben zu lassen, ist man inzwischen leider auf die Nachzucht im Zoo angewiesen.

Nic 14.04.2004 / Illustration: Tiergarten Nürnberg

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