Löwenbabys im Nürnberger Tiergarten

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Löwenbabys im Nürnberger Tiergarten

Am 3. März 2006 kamen die zwei Löwenjunge zur Welt. Ihre Eltern, die beiden reinrassigen Indischen Löwen Thar und Keera wurden 1999 in England geboren und leben seit 2002 im Nürnberger Tiergarten. Nach knapp vier Monaten Tragzeit werden die Jungen geboren. Anfangs sind sie noch hilflos und unbeweglich. Nach ein paar Tagen öffnen sie zum ersten Mal ihre Augen und mit etwa sechs Wochen beginnen sie zu krabbeln.



Das Leben der Löwenbabys

In den ersten sechs Monaten werden sie von ihrer Mutter gesäugt. Schon seit ein paar Tagen probieren die Kleinen aber auch Fleisch. Im Moment befinden sich die Babys noch mit ihrer Mutter im Stall in einer gemütlichen Geburtsbox. Die zwei sind neugierig und versuchen immer wieder über den 20 Zentimeter hohen Rand ihres Nestes zu krabbeln. Bisher konnte Keera sie immer wieder zurückholen, doch werden sie wohl schon bald den Weg ins Freigehege entdecken.

Die zwei weiblichen Jungtiere hatten noch keinen Kontakt zu ihrem Vater. Erst wenn sie selbstständig sind, werden sie ihm begegnen. Löwenmännchen sind sozial und greifen ihren Nachwuchs in der Regel nicht an. In freier Wildbahn ziehen sich die Löwinnen zur Geburt zurück und kehren erst mit den selbstständigen Jungen ins Rudel zurück. Im Zoo wäre sogar ein Zusammensein mit dem Vater von Geburt an möglich, wie letztes Jahr deutlich wurde.

Erstgeborene haben schlechte Karten

2005 brachte Keera nämlich ihr erstes Junges auf die Welt. Thar war dabei und schien seinem Kind gegenüber sehr freundlich gesinnt. Das Kleine überlebte jedoch nicht, was bei erstgeborenen Raubkatzen oft vorkommt.

Die Mutter produzierte zu wenig Milch um ihr Kind erfolgreich großzuziehen. In freier Wildbahn ist es von Natur aus so eingerichtet, dass einzelne Jungtiere selten aufgezogen werden. Ihre Pflege wäre für die Mutter zu kraftraubend, da die Chancen für das Junge ohnehin zu schlecht stehen. Die Sterblichkeit des Nachwuchses ist zu hoch. Erst das Großziehen von mehreren Kätzchen lohnt sich, da wenigstens einige davon erwachsen werden.  

In Zoologischen Gärten werden solche Jungtiere gelegentlich von Ammen gesäugt, die gleichzeitig ihren eigenen Nachwuchs versorgen. In Nürnberg kam das jedoch nicht in Frage und so wurde der Natur ihr Lauf gelassen um Keera die Erfahrung zu geben, was sich nun bewährt hat. Die zweite Geburt verlief gut und die Löwenmutter kümmert sich jetzt ausgiebig um ihre Kleinen.

Die Kleinen werden erwachsen

Wenn sie auf die Welt kommen, sind die Löwenkinder etwa 20 bis 25 Zentimeter groß, als Erwachsene erreichen sie eine Länge von 180 Zentimetern. Die Weibchen werden 180, die Männchen 250 Kilogramm schwer. Weibliche Tiere werden mit drei, männliche mit fünf Jahren geschlechtsreif. In freier Wildbahn können Löwen 15 Jahre alt werden, im Zoo sogar 25 Jahre.

Im Aussehen unterscheiden sich die Indischen Löwen von ihren afrikanischen Verwandten durch eine kleinere Mähne, eine ausgeprägte Bauchmähne und Bauchfalte.

Artenschutz im Zoo 

In der Natur leben die Raubkatzen nur noch in einem einzigen Reservat im Westen Indiens, dem Gir-Reservat. Dort wuchs der Bestand in den letzten 30 Jahren von 180 auf etwa 300 Tiere an. Trotzdem ist es wichtig, dass die Löwen auch in Zoos gezüchtet werden, um die Art zu erhalten. Schließlich könnten die frei lebenden Wildkatzen durch Naturkatastrophen oder Kriege gefährdet werden.

Text: LM 18.04.06, Foto: Tiergarten Nürnberg.

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