Fu Long, das Pandababy in Schönbrunn

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Fu Long, das Pandababy in Schönbrunn

Am 23. August 2007 wurde im Wiener Tiergarten Schönbrunn ein Pandabär geboren. Seit Ende Janaur 2008 zeigt sich der Kleine jetzt mit seiner Mama in der Innenanlage des Pandageheges den Blicken der Besucher. Mehr über Fu Long - so der Name des kleinen Bären erfahrt ihr hier.

Fu Long am 31. Januar 2008. Seit kurzem frisst der Panda auch Bambus. Bisher hatte er sich nur von Muttermilch ernährt.

Fu Long ist chinesisch und heißt übersetzt Glücksdrache. Und ein Glückskind ist das Pandababy wirklich: Er ist erst der zweite Panda, der überhaupt in einem europäischen Zoo lebend geboren wurde. Der letzte kam 1982 im Zoo von Madrid zur Welt. Fu Longs Mutter, Yang Yang und Papa Long Hui leben mit ihm zusammen in einem Gehege.


Fu Longs Geschichte


Noch nicht einmal ein halbes Jahr alt ist Fu Long und doch schon ein kleiner Star. Seine Entwicklung wird von mehreren Videokameras rund um die Uhr überwacht, deshalb können wir euch hier davon berichten.


Geboren wurde der Panda am 23. August 2007 im Schönbrunner Tiergarten in Wien. Quieckende Geräusche aus der Geburtsbox der Panda-Anlage lassen die Tierpflegerinnen aufhorchen. Auf dem Bildschirm sehen sie, dass Pandamutter Yang Yang ein winziges, nacktes Bärenbaby vorsichtig in ihrem Maul hält (siehe Foto rechts). Etwas später entdecken sie ein zweites, lebloses Jungtier, das offensichtlich schon tot geboren wurde.


Foto links: Mutter und Kind kuscheln am 29. Oktober 2007 im Heubett.

Yang Yang kümmert sich gut um das Junge. Die beiden verbringen fast die ganze Zeit in der Wurfbox. Nach gut zwei Wochen nimmt die Mama ihren Kleinen erstmals für längere Zeit mit aus der Box um mit ihm im Heubett zu kuscheln, das die Pflegerinnen gleich neben der Geburtsstelle eingerichtet haben. Mit knapp vier Wochen ist Fu Long rund 30 Zentimeter groß und wiegt etwa 700 Gramm. Nach gut einem Monat öffnet das Baby seine Augen.


Foto rechts: Bild vom 15. Okt. 2007. Fu Long krabbelt.

Im Oktober beginnt Fu Long zu krabbeln und bekommt seinen Namen. Seit November warten alle sehnlichst darauf, dass er sich in die Innenanlage begibt, doch Mama Yang Yang ist noch gegen große Ausflüge. Sie bewacht ihren Sohn und geht bislang nur allein ins Freie, um sich dort mit Papa Long Hui zu treffen. Doch die Besucher müssen sich noch eine ganze Weile gedulden.

Foto links: Fu Long zeigt sich am 31. Jan. 08 den Besuchern. 

Erst am 20. Januar 2008 lässt die Mutter ihren Sprössling in die Innenanlage, die vorsorglich noch für Besucher gesperrt ist. Alles klappt prima und so werden am 31. Januar die Türen auch für alle Pandafans geöffnet. Der kleine Star ist mittlerweile (Anfang Februar 2008) übrigens 75 Zentimeter lang und etwa 7,5 Kilogramm schwer.


Große Pandas in freier Wildbahn


Foto rechts: Fu Long im Heubett am 31. 12. 2007.

So gut wie dem sorgsam gehüteten Fu Long geht es seinen Artgenossen in freier Wildbahn leider nicht. Nur noch höchstens 1600 große Pandas leben in 14 chinesischen Reservaten. Sie stehen zwar schon seit 1939 unter Naturschutz, sind in ihrem Bestand aber trotzdem stark gefährdet. Das liegt zum einen daran, dass sie früher wegen ihres Felles gejagt wurden. Viel schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass ihr Lebensraum immer kleiner wird, da sich hier immer mehr Menschen ansiedeln. Auch die Veränderung des Klimas macht ihnen zu schaffen.


Der Große Panda ist nämlich ein Nahrungsspezialist, der hauptsächlich Bambus frisst. Mit dem Klimawandel verändert sich jedoch auch die Vegetation. Ohne Bambus aber gibt es kein Pandas.


Für den Schutz des Großen Pandas setzt sich unter anderem die Naturschutzorganisation WWF ein, die den schwarz-weißen Pflanzenfresser auch zu ihrem Wappentier gemacht hat.


Erstaunliche Tatsachen


Foto: Pandababy kuschelt mit seiner Mama am 15. Nov. 07 in der Geburtsbox.

Der Große Panda ist mit seiner schwarz-weißen Färbung nicht nur ganz besonders hübsch anzusehen, er hat auch einige Eigenheiten, die ganz erschaunlich sind.



Foto rechts: Bild vom 5. Okt. 07

So ist der Gewichtsunterschied zwischen einem neugeborenen und einem erwachsenen Panda der größte unter den höheren Säugetieren. Bei der Geburt wiegen sie zwischen 90 und 130 Gramm, ausgewachsen dann 75 bis 160 Kilogramm.

Ähnlich groß ist der Unterschied bei den Eisbären: von 400-900 Gramm bei der Geburt steigern sie ihr Gewicht auf rund 500 Kilogramm. Beide Arten steigern ihr Gewicht damit etwa um das 1000fache! Menschen hingegen legen nur etwa das 20-30fache ihres Geburtsgewichtes zu.


Im Gegensatz zu allen anderen Bärenarten haben der große und der kleine Panda eine Art Pseudo-Daumen, also einen sechsten Finger, der eigentlich ihr verlängerter Handwurzelknochen ist. Damit können sie besonders gut nach ihrer wichtigsten Nahrung, dem Bambus, greifen.


Triff den Panda


Außer in Schönbrunn kann man im deutschsprachigen Europa nur noch im Berliner Zoo einen Panda besuchen. Hier wohnt das Männchen Bao Bao (siehe Foto links), der mit seinen 30 Jahren mittlerweile weltweit der Senior unter den Zoopandas ist.


Wer Fu Long in Schönbrunn besuchen möchte, kann das täglich zu folgenden Öffnungszeiten tun: Febr. 9-17 Uhr, März 9-17.30 Uhr, April-Sept. 9-18.30 Uhr.

Adresse: Schönbrunner Tiergarten, Maxingstraße 13B, 1130 Wien, Österreich.


Man muss allerdings wissen, dass Fu Long etwa 18 Stunden am Tag schläft und sich oft nur über die Mittagszeit von etwa 11.30-13.30 Uhr blicken lässt. Dann scheint er jedoch sehr interessiert zu sein, besonders an Kindern. Und bitte denkt daran: er ist noch ein Baby und möchte nicht von Blitzlichtern erschreckt werden. Ist er gerade außer Sichtweite, so könnt ihr ihn aber doch auf Bildschirmen beobachten, denn er wird rund um die Uhr von Videokameras überwacht.


Auf der Internetseite des Tiergartens Wien findet ihr ein Blog über das Leben des kleinen Bären sowie ein Tagebuch, das seine ersten fünf Lebensmonate beschreibt. Schließlich könnt ihr dort auch hören, was für Laute der Kleine von sich gibt. All das findet ihr hier: http://www.zoovienna.at/


Panda-Links


Informationsseite über Pandabären


Panda-Schutzprojekte des WWF

Mehr über den Großen Panda erfahrt ihr auch im WAS IST WAS Band 115 Bären.


Text: lm 07.02.08, Fotos: alle Bilder von den Schönbrunner Bären: Zoo Vienna; Karte Verbreitungsgebiet: pd: Fabio b; Bao Bao: GNU: Times.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt