Ein Panzernashorn namens Hans

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Ein Panzernashorn namens Hans

Am 29.01.2004 kam im Tiergarten Nürnberg ein männliches indisches Panzernashorn zur Welt. Der Bestand der Tiere, die in Freiheit am Südrand des Himalaja leben, ist noch immer bedroht. Mittlerweile gibt es aber wieder 2000 Tiere. In den Zoos leben weltweit 300 Panzernashörner, etwa 40 davon in Europa. Die Geburt eines Panzernashorns in einem Zoo ist noch immer etwas ganz Besonderes. Am 28.03.04 ist Tag des Tiergartens und ihr könnt euch über vieles bei den Fachleuten informieren.

Ein Nashorn ohne Horn

Das Panzernashorn gehört innerhalb der Ordnung der Unpaarhufer (Perissodactyla) zur Familie der Nashörner (Rhinocerotidae). Bei der Geburt hat das Nashorn noch kein Horn, es wächst erst nach und nach. Im Horn gibt es keinen Knochenkern, wie bei Rindern. Es besteht vollkommen aus Keratin einem harten Protein, das auch in Haaren und Nägeln vorkommt. Männchen und Weibchen tragen je ein einzelnes, bis zu 60 Zentimeter langes Horn.

Hans, so wurde der Kleine in Nürnberg getauft, wog rund 69 Kilogramm. Innerhalb von sechs Wochen hat er schon auf 145 Kilogramm zugelegt. Die Eltern sind die 12-jährige Purana, die aus dem Zoo Basel in den Tiergarten kam und der 17-jährige Noel aus Stuttgart, der seit Dezember 1989 im Tiergarten lebt.

Warum "Panzer"-Nashörner?

Die Haut des Panzernashorns hat tiefe Falten. Das gepanzerte Aussehen wird besonders an den Seiten und hinten durch Höcker, die an Nieten erinnern, unterstrichen. Die rosa Haut in den Falten ist besonders anfällig für Parasiten, die von Reihern und Madenhackern entfernt werden. Die Haut der Nashörner ist bis zu zwei Zentimeter dick.

Fakten zum Panzernashorn

Jeder Fuß eines Nashorns besitzt drei Zehen, jeweils mit einem Huf. Panzernashörner können bis zu 3,8 Meter lang werden. Männchen werden bis zu 1,85 Meter hoch, Weibchen bis 1,60 Meter. Ein Männchen wiegt bis zu 2100 Kilogramm, Weibchen bis zu 1600 Kilogramm.

Von allen Sinnen ist der Geruchssinn beim Panzernashorn am besten ausgeprägt. Die beweglichen, röhrenähnlichen Ohren hören sehr gut. Dafür sehen die Panzernashörner schlecht.

Nashörner sind sehr gute Schwimmer und sie können - was man kaum vermutet ziemlich schnell werden. Fühlen sich die scheuen Tiere angegriffen oder bedroht, rennen sie los und erreichen dabei bis zu 45 Stundenkilometer. Trotz ihres massigen Körpers sind sie sehr wendig und ändern schnell die Richtung.

Die Paarung

Panzernashörner beginnen ihre Paarung mit Verfolgungsjagden und Hornrangeleien. Diese können sich bis zu gefährlichen Kämpfen steigern, bei denen sich die Tiere häufig auch schwer verletzen.

Die Geschlechtsreife beginnt mit vier bis acht Jahren. Die Tragzeit dauert ca. 16 Monate. Jungtiere werden bis über zwei Jahre gesäugt. Das Kalb bleibt bei der Mutter, bis das nächste Junge etwa drei Jahre später geboren wird. Das Junge kann sofort nach der Geburt laufen. Das Jungtier saugt zu Beginn seines Lebens rund 20 bis 25 Liter Milch am Tag, doch schon nach zwei Wochen interessiert es sich auch für feste Nahrung.

Der Speisezettel

Panzernashörner leben in gewässerreichen Wald- und Savannengebieten am Südrand des Himalaja. Sie ernähren sich von Gräsern, Kräutern, Ästen, Früchten und Wasserpflanzen, die auch unter Wasser abgeweidet werden. Panzernashörner lieben hohe Gräser, die während der Regenzeit bis zu acht Meter hoch werden können und den Tieren einen sehr guten Schutz bieten. Die Tiere fressen bevorzugt in der Dämmerung oder bei Dunkelheit. Sie legen die Oberlippen um die Halme und beißen die zarten Spitzen ab. Nashörner müssen täglich sehr viel fressen, um ihren massigen Körper zu versorgen.

Wie Panzernashörner leben

Die Tiere leben als Einzelgänger mit überlappenden Streifgebieten, die kein festes Revier haben. Ausnahmen bilden Mütter mit ihren Jungen, die zusammen leben. Die Streifgebiete stärkerer, männlicher Panzernashörner überlappen sich mit denen mehrer weiblicher Tiere und werden mit Kothaufen markiert. Schwächere teilen sich mit stärkeren Männchen ein Revier, versuchen aber nicht sich zu paaren. Treffen sich zwei starke Männchen, kämpfen sie mit ihren stoßzahnähnlichen unteren Schneidezähnen. Viele kämpfe enden mit dem Tod des Rivalen. Und so stirbt auch jedes vierte Nashorn beim Kampf mit einem anderen Nashorn.

Artenschutz

Alle fünf existierenden Nashornarten sind gefährdet. Noch immer sind die Hörner begehrt und sehr teuer. Das Horn wird in Pulverform in China als Arznei gegen Fieber verwandt. Im Jemen wird das Horn für kunstvolle und kostbare Schnitzereien verwendet. Zwar sind die Panzernashörner Teil des Washingtoner Artenschutzübereinkommens und die Zahl der Tiere, die in freier Wildbahn leben, ist wieder etwas angesteigen, doch noch immer ist das Überleben dieses außergewöhnlichen Nashorns sehr unsicher.

Umso besser, dass sich die Panzernashörner in Nürnberg so wohl fühlen, dass sie Nachwuchs bekommen!

Tag des Tiergartens am 28.03.04

Wenn ihr mehr über Hans, aber auch über die jungen Tiger und all die anderen Tiere im Tiergarten Nürnberg erfahren möchtet: am Sonntag, den 28.03.04 ist von 10.00 - 17.00 Uhr wieder der "Tag des Tiergartens". Ihr erhaltet an 30 Stationen Hintergrundinfos über die Arbeit im Tiergarten, die Biologie und Haltung von Tieren. Ihr könnt bei Fütterungen von Affen, Seekühen oder Pinguinen dabei sein und erleben, was die Delfine und Seelöwen zwischen ihren Vorstellungen so treiben. Also eine tolle Gelegenheit mehr über das Leben und Arbeiten im Tiergarten zu erfahren!

-ab-24.03.04 Text/ mit freundlicher Unterstützung des Tiergartens Nürnberg; Foto: Tiergarten Nürnberg; www.tiergarten.nuernberg.de.

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