Die Oryx: Antilope mit "eingebauter Klimaanlage"

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Die Oryx: Antilope mit "eingebauter Klimaanlage"

Antilopen hast du bestimmt schon einmal gesehen - ob im Zoo, Fernsehen

oder sogar in freier Wildbahn. Zu den größten Vertretern zählen

die Oryx-Antilopen mit ihren gewaltigen Hörnern. Was an diesen

Tieren so besonders ist, was sie mit Einhörnern zu tun haben und warum

eine Art schon fast ausgestorben wäre, erfährst du hier.

Auffällig an einer Oryx-Antilope ist ihre beachtliche Größe. Die Männchen können eine Standhöhe von etwa 1,80 Meter erreichen. Damit sind sie schon ohne Hörner etwa so groß wie ein erwachsener Mann. Mit ihren geraden, langen Hörnern von bis zu 1,50 Meter brauchen sie natürliche Feinde kaum zu fürchten. Sogar Löwen und andere große Raubkatzen können sie mit ihrem gewaltigen Geweih in die Flucht schlagen.

Foto: Arabische Oryx-Antilope



Friedliebender Koloss

Wenn sie nicht gerade um ihr Leben kämpfen, sind die bis zu 200 Kilogramm schweren Kolosse sehr friedlich: Revierkämpfe tragen die Männchen durch Kopfdrücken aus. Ihre gefährlichen Hörner benutzen sie dazu nicht. Neben der beachtlichen Größe und den langen Hörnern besitzen alle Oryx-Arten eine auffallend schwarze Zeichnung im Gesicht. Das restliche Fell ist an den Lebensraum Steppe angepasst.

Eingebaute Klimaanlage

Oryx-Antilopen leben überall in Afrika und auf der Arabischen Halbinsel, wo

es besonders heiß und trocken ist. Sie haben sich an ein Leben angepasst,

bei dem ihnen über längere Zeit kein Wasser zur Verfügung steht. Wie ein

Kamel kann auch die Körpertemperatur einer Oryx über 38 Grad Celsius

steigen, ohne dass es ihr schadet.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Antilopen bis 45 Grad Celsius ohne Zwang aushalten können. Bei dieser Hitze steigt die Körpertemperatur des Tieres sogar über die Außentemperatur von 45 Grad Celsius. Ein solches Fieber würde für die meisten Säugetiere tödlich enden. Nicht so für die Oryx.

Immer cool bleiben

Ihr Geheimnis: Ein feines Adergeflecht an der Halsschlagader, das wie eine Blut-Klimaanlage funktioniert. Zusammen mit dem ebenfalls abgekühlten Blut aus den Nüstern verhindert der Körper durch die Kühlwege des Blutes einen Hitzeschlag. Natürlich funktioniert diese körpereigene Klimaanlage nicht unbegrenzt.Wenn die Temperaturen sehr hoch sind und sich die Antilope dann auch noch zu sehr anstrengt, kann selbst eine Oryx einen Hitzschlag erleiden.

Durst - Ein Fremdwort für die Oryx

Mit der großen Hitze kommt in den Wüsten und Halbwüsten Arabiens und

Afrikas noch ein weiteres Problem dazu: Wassermangel. Doch auch dafür ist

die Oryx-Antilope bestens vorbereitet. Sie kann tage-, sogar wochenlang

ohne Wasser auskommen. Die nötige Flüssigkeit produziert sie nämlich

einfach selbst - während der Verdauung ihrer dürren Futterpflanzen. Ihr

Körper stellt dabei so viel sogenanntes Stoffwechselwasser her, dass die

Oryx nicht auf natürliche Wasserquellen angewiesen ist. So anspruchslos

kann sie selbst in den trockensten Wüsten überleben.

Wie aus einer Antilope das Einhorn wurde

Die besonderen Eigenschaften der Oryx beeindruckt die Menschen. Deshalb wurde der Spießbock auch zum Wappentier das afrikanischen Landes Namibia gewählt und der Kopf einer Arabischen Oryx schmückt das Logo der Fluglinie Qatar Airways. Bereits in der Antike berichteten die großen Gelehrten von der wundersamen Antilope. Im Laufe der Zeit entstand aus den Beschreibungen in den Köpfen der Menschen das sagenhafte Einhorn. Ein Tier, das es mit einem Löwen aufnimmt und trotz Gluthitze kein Wasser benötigt, musste den Menschen damals wie ein Zauberwesen vorgekommen sein.

Foto: Antike Darstellung eines Einhorns



Fast ausgestorben



Der größte Feind der Oryx-Antilopen ist der Mensch. Besonders durch uneingeschränkte Jagd gab es bereits 1972 keine freilebende Arabische Oryx mehr. Nur durch erfolgreiche Zuchtprogramme in Wildtieranlagen und Zoos konnte die Art erhalten werden. Auswilderungsprojekte haben die

Oryx inzwischen in der arabischen Wüste wieder heimisch gemacht. Auch in Afrika leben sie in freier Wildbahn.

Text: 24.1.2013 - Ann-Kathrin Biermann / Bilder pd

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