Die Entdeckung des Okapis

Vor 105 Jahren, am 30. Juni 1901, veröffentlichte der britische Gouverneur für Uganda, Sir Harry Johnston eine erstaunliche Entdeckung: Er hatte Schädelknochen und Fellreste einer bis dahin unbekannten Tierart gefunden: des Okapis.


Die Okapis blieben so lange unentdeckt, da sie eine sehr versteckte Lebensweise führen und sich nur in bestimmten Regenwaldgebieten des zentralafrikanischen Landes Zaire aufhalten. Sie gehören zur Gattung der Kurzhalsgiraffen und haben tatsächlich viel kürzere Hälse als ihre hohen Verwandten.

Im Passgang unterwegs



Von der Ferne betrachtet, sehen sie aus wie eine Kreuzung zwischen Giraffe und Zebra: die Okapimännchen haben die gleichen fellummantelte Hörner, wie die Giraffen. Ihre Beine sind zebraartig gestreift während ihr übriger Körper bräunlich gefärbt ist. Wie die Langhalsgiraffen sind die Okapis Paarhufer und bewegen sich im Passgang vorwärts. Das bedeutet, das sie gleichzeitig ihre beiden rechten bzw. ihre beiden linken Beine bewegen.

Wiederkäuer



Die Zunge der Okapis ist so lang, dass sie damit sogar ihre Augen erreichen können. Mit ihr pflücken sich die Feinschmecker sorgsam ausgewählte Gräser, Blätter, Knospen, Früchte und Pilze. Okapis sind Wiederkäuer, das heißt, sie verdauen ihre Nahrung in einem Magen mit vier Kammern, der den Speisebrei während des Verdauungsvorgangs zum erneuten Kauen ins Maul zurückbefördert.

Einzelgänger



Okapis leben einzelgängerisch und kommen nur zur Paarung zusammen. Nach einer 14- bis 15-monatigen Tragzeit bringen Okapi-Weibchen ein Junges zur Welt. Das Fell der Jungtiere ist zunächst schwarz und bekommt erst im Erwachsenenalter seine typische Färbung. In Zoos können Okapis bis zu 30 Jahre alt werden.

Unter Artenschutz


Wie viele Okapis es in freier Wildbahn heute noch gibt ist schwer zu sagen, da die Tiere eben so versteckt leben. Schon seit 1933 stehen sie unter Artenschutz. In Zoos leben weltweit etwa 80 Okapis. In Deutschland könnt ihr sie zum Beispiel im Zoologischen Garten in Köln besuchen.

Text: LM akt. nic 28.06.2006, oberes Foto: Wilhelm Spieß, unteres Foto: Senckenbergmuseum Frankfurt.


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