Der Neufundländer der Bär unter den Hunden

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Der Neufundländer der Bär unter den Hunden

Seinen Namen hat der Neufundländer von der kanadischen Atlantikinsel Neufundland. Sie ist der östlichste Teil Nordamerikas und war damit früher häufig der erste Zielpunkt für Schiffe und Flugzeuge, die von Europa nach Amerika unterwegs waren. Er ist ein großer Rassehund, der viel Platz braucht, aber auch ein hervorragender Familienbegleiter, der gerne Kinder beschützt und sehr anhänglich ist. Ursprünglich half er den Fischern auf der rauhen Insel beim Einholen der Netze. Noch heute liebt er das Wasser und ist sehr wetterfest und ausdauernd. Da der Rassehund bei uns in Deutschland recht selten ist, wollen wir ihn euch hier näher vorstellen.

Die Geschichte des Neufundländers

Neufundländer auf einer Briefmarke

Der Neufundländer gilt als sehr alte Hunderasse, weshalb man auch nicht genau weiß, wie er entstanden ist. Man geht jedoch davon aus, dass er sich aus einer Mischung von amerikanischen und europäischen Hunden entwickelte. Als sich nach der Entdeckung Amerikas europäische Fischer hier niederließen, brachten sie ihre Hunde mit. Diese mischten sich mit den Hunden der ursprünglich ansässigen Micmac- sowie Beohuk-Indianer.

Ganz bestimmt trägt der Neufundländer auch Gene der Schlittenhunde von den Inuit aus dem hohen Norden in sich, da sein Fell eine sehr dichte und wärmende Unterwolle besitzt, wie die Polarhunde, die damit eisigen Temperaturen trotzen. Ob einer seiner Vorfahren zudem der sogenannte Bärenhund der Wikinger war, bleibt ungewiss. Möglich ist es, denn die Wikinger entdeckten die Insel, von Grönland kommend bereits um 1000 nach Christus.

Foto: Schwarzer Neufundländer

So entstand im Laufe der Zeit eine typische Hunderasse auf dieser Insel, auf der lange Zeit vorwiegend Fischer lebten. Sie nutzten die Tiere zum Einholen ihrer Netze oder um über Bord gegangene Kollegen zu retten. Außerdem zogen die Vierbeiner die Schlitten, die in den acht bis neun Monate dauernden und schneereichen Wintern das wichtigste Transportmittel auf der Insel waren.

Ihren Namen erhielten die Neufundländer vom englischen Kapitän Cartwright im 18. Jahrhundert.

Und so sieht er aus

Foto: Brauner Neufundländer

Der Neufundländer ist ein großer, massiv gebauter Hund mit einer Schulterhöhe von etwa 66 bis 71 Zentimetern, wobei die Hündinnen etwas kleiner sind als die Rüden. Mit 50 bis 70 Kilogramm gehört er zu den schweren Hunden, wobei er durch sein dichtes Fell noch wesentlich massiver wirkt als er eigentlich ist.

Drei verschiedene Fellfärbungen sind im europäischen Rassestandart vorgesehen: kastanienbraun, schwarz sowie weiß-schwarz.

Zu wem passt ein Neufundländer?

Foto: Neufundländer-Welpe im Schnee.

Wer sich einen Familienhund anschaffen möchte, muss zunächst gut überlegen, welche Bedingungen das Tier benötigt und welche man ihm zur Verfügung stellen kann. Ein Neufundländer braucht viel Platz und Auslauf. In einer Etagenwohnung kann er daher nicht gehalten werden.

Viel Bewegung an frischer Luft gewährt ihm hingegen ein eigener Garten, in dem er jedoch im Sommer immer einen Schattenplatz braucht, da er aufgrund seiner dichten Behaarung leicht überhitzt.

Der Neufundländer ist ein Energiebündel, das lange Spaziergänge mit der Gelegenheit zum Schwimmen und Tauchen liebt. Da er groß und stark ist, muss er gut erzogen werden und sollte eine Hundeschule besuchen. Dank seiner Intelligenz, Friedfertigkeit und Ausgeglichenheit ist er jedoch gut zu erziehen und erweist sich als perfekter Familienbegleiter, da er unheimlich kinderlieb ist. Eine regelmäßige Fellpflege ist wichtig.

Was man noch bedenken sollte

Foto: Zwei Neufundländer Welpen im Alter von acht Wochen.

Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen sollte folgendes in der Familie besprochen werden bevor man sich einen Neufundländer anschafft:

Sind alle Familienmitglieder einverstanden, sich für die Zeit von 5-12 Jahren einen bärigen Begleiter ins Haus zu holen? Oder hat jemand von euch Angst vor großen Tieren? Habt ihr genug Zeit, mit eurem Neufundländer ausgiebige Spaziergänge zu machen?

Der langhaarige Hund verteilt seine Haare im ganzen Haus sowie an den Kleidungsstücken der Hundehalter. Seid ihr bereit, diese Unordnung zu ertragen?

Wer gern in wärmere Länder verreist, kann seinen Freund auf vier Pfoten nicht mitnehmen, da er für diese Gegenden nicht geeignet ist. Wer kümmert sich dann so lange um das Tier?

Die Haltung eines Neufundländer kostet rund 100 Euro pro Monat.

Links

Mehr über Neufundländer sowie Adressen von Züchtern findet ihr beim Deutschen Neufundländer Klub sowie bei der Neufundländer-Welt.

Interessiert ihr euch für verschiedene Hunderassen, dann schaut doch in unseren WAS IST WAS Band 11 Hund.

Text: Liane Manseicher, Fotos: Welpe im Schnee; Briefmarke: pd; brauner Neufundländer: Peter Ludes: GFDL; Schwarzer Neufundländer: Heidi Müller: cc-by-sa; zwei Welpen: Jim: cc-by-sa.

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