Delfine und Robben

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Delfine und Robben

Im Nürnberger Tiergarten teilen sich Delfine und kalifornische Seelöwen den Lebensraum. Gemeinsam leben sie im Delfinarium. Die Tierpflegerin Christine Thiere erklärt uns, wie sie miteinander auskommen. Denn sowohl die Delfine als auch die Robben haben ihre speziellen Lieblinge.

Das gemeinsame Leben

Ab und zu, da sind die Robben ziemlich froh, dass sie im Gegensatz zu den Delfinen an Land können. Dass sie einfach an den Beckenrand springen und sich in eine Ecke verziehen können. Dann ist dicke Luft im Delfinarium und die Robben gehen den Delfinen lieber aus dem Weg. Auch wenn sich die beiden Tierarten normalerweise hervorragend verstehen, so hat doch jedes einzelne Tier seine Eigenheiten und Vorlieben. Und so gibt es auch Delfine, die generell Robben nicht mögen. Aus irgendwelchen Gründen gibt es da eine Antipathie, also eine Abneigung, und so werfen die Delfine die Robben immer aus dem Becken, sobald sie welche sehen.

In Nürnberg gibt es da keine Probleme, wie Tierpflegerin Christine Thiere erzählt: "Wir haben das Glück, dass unsere Delfine auf Robben stehen. Es hat witzigerweise sogar jeder Delfin seine Lieblingsrobbe. Jeder Delfin spielt mit einer anderen Robbe. Die freuen sich, wenn sie sich sehen. Die gucken schon immer, wann da einer rauskommt und dann werden sie richtig zum Spielen aufgefordert."

Ruhephasen

Natürlich gibt es auch Phasen, in denen die Robben aus dem Becken verwiesen werden. Während der Paarungszeit der Delfine zum Beispiel, da dulden gerade die Delfinmännchen keine anderen Tiere um sich. Und dann geht eine Robbe lieber an Lan. Schließlich wissen die Robben, dass die delfine ihnen dorthin nicht folgen können und sie in Sicherheit sind. "Sie sitzen dann aufgereiht wie Perlen auf einer Schnur, gucken ins Becken, beobachten die Szene, aber rein traut sich keine mehr" kommentiert die Tierpflegerin das Panorama.

Für Robben und Delfine ist das gemeinsame Leben viel abwechslungsreicher

Für beide Tierarten ist es viel schöner, zusammenzuleben. So entspricht ihr Leben wesentlich mehr dem natürlichen, ist abwechslungsreicher und spannender. Dieser Meinung ist auf jeden Fall auch Chritien Thiere, "Man kann auch in der Natur beobachten, wie Wale und Delfine miteinander spielen. Das gehört durchaus dazu. Wir sind wahrscheinlich das einzige Delfinarium weltweit, das beide zusammen hält. Die Tiere beißen sich im Spiel natürlich auch mal. Das ist wie das Spiel von Kindern im Sandkasten. Da schürft sich mal einer das Knie auf, da haut mal der eine dem anderen die Schaufel auf den Kopf. Da gibt es halt auch mal Ärger."

Delfine und Robben sind Raubtiere

Auch wenn wir den Delfinen und Robben gerne zusehen und ihr Spiel als putzig und nett empfinden: Sie sind Raubtiere und wenn die sich ärgern, dann wird auch mal gebissen. Das gehört einfach dazu. Doch eigemtlich ist das für die Tiere auch nichts Besonderes. "Das versteht auch jeder vom anderen und danach ist wieder alles in Ordnung. Aber diese Bisse geben natürlich auch Kratzer und das sieht bei den Delfinen auf Dauer ziemlich wüst aus."

Diese Kratzer fallen auch den Besuchern auf und so werden die Tiergartenmitarbeiter oft gefragt, warum die Delfine so zerkratzt sind. Die Antwort ist ganz einfach: "Das sind die Robben, aber auch die anderen Delfine, die im Spiel einfach auch mal zubeißen." Aber auch trotz der Kratzer hat sich das Tiergarten-Team dazu entschlossen, beide Tierarten auch weterhin im Delfinarium zu lassen, denn das gemeinsame Leben der beiden Tierarten bietet eine wichtige Qualität: "Dieses Miteinander zwischen Delfin und Robbe, das wollen wir ihnen einfach nicht mehr nehmen und deswegen sind wir die Einzigen, die das machen. Eine glatte Haut ist das nicht wert. Das Miteinander kommt bei den Tieren sehr gut an. Wir würden Robben und Delfine nicht mehr trennen".

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