Das Pferd und der Mensch <br> eine uralte Lebensgemeinschaft

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Das Pferd und der Mensch
eine uralte Lebensgemeinschaft

Etwa 6 000 Jahre ist es her, dass Menschen erstmals Pferde zähmten und sich die Vierbeiner zu Nutzen machten. Diese neue Erkenntnis haben schwedische Evolutionsgenetiker durch DNA-Analysen gewonnen. Carles Vila und Hans Ellegren von der Uppsala Universität haben ihre Erkenntnisse im Wissenschaftsmagazin «Science» (Bd. 291, S. 474) veröffentlicht.

Jahrtausendelang jagten die Menschen das Pferd wegen seines Fleisches und seines Fells. Es gibt Höhlenmalereien aus dem 2. Jahrtausend vor Christus in der Höhle von Lascaux in Frankreich, auf denen Pferde abgebildet wurden. Die Pferde sollten den Steinzeitmenschen Jagdglück bringen.

Anders als bislang geglaubt hatten nicht allein Eurasiens Steppenbewohner die Idee, Pferde zu zähmen. Vielmehr kam Pferdehaltung zu jener Zeit an mehreren Orten «in Mode», wie die beiden Evolutionsgenetiker herausfanden.

Kein gemeinsamer Stammbaum


Das Team verglich Mitochondrien-DNA, die nur von mütterlicher Seite an die Nachkommen weiter gegeben wird, bei 191 Pferden aus aller Welt und fand keinen Hinweis auf einen gemeinsamen Stammbaum. Ellegren zieht daraus den Schluss, dass die Menschen damals in vielen Regionen der Welt unabhängig von einander begonnen haben, Pferde zu domestizieren.

Falsche Schlussfolgerungen

Dagegen hatten archäologische Funde bislang zu der Annahme verleitet, dass die Steppenbewohner Eurasiens, der heutigen Mongolei, Kasachstans und der Ukraine, als Erste wilde Pferde eingefangen, gezähmt und diese dann in alle Welt verbreitet hatten. Zunächst wurden die Pferde nur gehalten, um immer über genügend Fleisch zu verfügen. Die Stutenmilch war außerdem ein beliebtes Getränk. Aber man bemerkte auch, dass die Pferde zum Transport von schweren Lasten geeignet waren. Die Pferde wurden bepackt. Am Ende der Steinzeit wurde in Europa und Asien aber auch das Rad und damit der Wagen bekannt und man begann die Pferde auch vor Karren zu spannen, damit sie noch schwerere Lasten ziehen konnten.

Das Pferd als Fortschrittsbringer

«Die Domestizierung des Pferdes hat den Verlauf der Zivilisation entscheidend beeinflusst», würdigen die Autoren in «Science». Pferde versorgten ihre Halter mit Fleisch und Milch und stärkten ihre Transport- und Kriegsführungskapazitäten. Dadurch konnten sich unter anderen die Indoeuropäischen Sprachen ausbreiten und ältere Kulturen und Gesellschaften zu Fall bringen. 2000 vor Christus wurden im Vorderen Orient die ersten Streitwagen gebaut, die von Pferden gezogen wurden Und ab dem ersten Jahrtausend vor Christus wurden immer mehr berittene Kampftruppen eingesetzt.



Text: RR, Bilder: Photodisc

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