Das Friesenpferd<br>Schwarzer Riese mit sanftem Gemüt

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Das Friesenpferd
Schwarzer Riese mit sanftem Gemüt

Ursprünglich wurde das Friesenpferd als Streitross gezüchtet, um Ritter zur Schlacht zu tragen, die mit ihren Rüstungen zum Teil ein Gewicht von über 300 kg auf die Waage brachten. Doch leider kamen die beeindruckenden Tiere in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus der Mode, so dass sie beinahe ausgestorben wären.

Erst 1913 erkannten einige friesische Bauern die Gefahr und retteten so eine großartige Rasse. Die Bemühungen waren groß und so gab es zu Beginn der 60er Jahre ca. 4000 Friesenpferde.

Heute ist der Friese ein vielseitig eingesetztes Pferd. Der besonders elegante Trab, bei dem die Friesen eine auffällige Knieaktion zeigen und die verblüffende Tatsache, dass die Friesenpferde im Mehrspänner fast immer in Gleichschritt traben, und das ohne das Zutun des Kutschers, machen sie zum idealen Kutschpferd.

Aber auch im Reitsport wird der gelehrige und bewegungsbegabte Friese gerne eingesetzt, und das nicht nur als Freizeitpferd, sondern auch in der klassischen Dressur und in der Hohen Schule. Als ausgesprochenes Trabpferd wirkt sein Galopp allerdings oft etwas abgehackt und mühsam. Lange Galoppstrecken sind nicht gerade die Stärke des Friesenpferdes.

Typisch für das Friesenpferd sind neben der schwarzen Farbe die lange Mähne, der meist bis zum Boden reichende Schweif und die so genannten Behänge an den Fesseln, die bis über die Hufe reichen. Das durchschnittliche Stockmaß beträgt 160 cm, der Knochenbau ist kräftig, der Kopf relativ lang.

Der Charakter ist mit einem Wort zu beschreiben: menschenbezogen. Das Friesenpferd ist schlicht weg ein sanfter Riese und jeder, der einmal die Gelegenheit hatte, sich so einem prachtvollen Tier zu nähern kennt die fast magische Ausstrahlung, die von diesen Pferden ausgeht.

Friesenpferde sollten in offenen Stallungen gehalten werden, weil sie dem neugierigen Wesen der Tiere entgegen kommt. Mit einem entsprechenden Unterstand können diese robusten Tiere ganzjährig im Offenstall gehalten werden.

(Artikel von Korinna Hovorka)

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