Dachsbau mit Bio-Heizung

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Dachsbau mit Bio-Heizung

Der Dachs ist in den Wäldern Europas zu Hause und lebt in großen unterirdischen Bauten. Wenn es im Winter kalt wird, hält der Dachs eine Winterruhe. Damit es nicht zu kalt wird, hat der Dachsbau eine eigene Bio-Heizung eingebaut.


Baumeister Dachs

Der Dachs kommt in ganz Europa und Mittelasien vor und durchstreift die Wälder. Mit seinem gedrungenen Körper und seiner spitzen Schnauze ist er bestens gerüstet für das Leben im Unterholz und die Suche nach Regenwürmern, Insekten und Kleinsäugern.

Foto: Der Dachs ist in allen Wäldern Europas zu Hause und ist grau-weiß gefärbt.

Die schaufelartigen Pfoten des Dachses sind hervorragend zum Graben geeignet. Mit ihm legt er seinen großen Bau an. Der Dachsbau besteht aus einem verzweigten System aus unterirdischen Gängen im Waldboden. Hier lebt der Dachs mit seiner Familie, oft sogar über mehrere Generationen.

 


Das Heim des Dachs

Der Dachsbau kann einen Durchmesser von bis zu 30 Metern erreichen. Das Wohnzimmer des Dachses liegt in etwa fünf Metern Tiefe und bildet das Zentrum des weit verzweigten Baus. Damit das ganze Heim gut belüftet wird, gräbt der Dachs ein ausgeklügeltes Gangsystem an die Oberfläche. So wird die Wohnkammer immer mit genügend Sauerstoff versorgt, ohne dass es zieht.

Foto: Der Dachs gräbt mehrere Eingänge für seinen Bau.



Damit es schön gemütlich ist, wird der Dachsbau mit Laub und Moos ausgekleidet. Es gibt sogar ein Dachs-WC. In der Nähe der Eingänge gräbt der Dachs nämlich kleine Erdlöcher, in die er seinen Kot setzt. So bleibt der Bau sauber.


Heizung im Winter

Wenn im Winter die Temperaturen sinken, findet der Dachs immer weniger Nahrung im Wald. Deshalb hält er eine Winterruhe, während der er weniger Nahrung benötigt, weil er viel schläft und seinen Stoffwechsel reduziert. Damit es im Bau nicht zu kalt wird, hat der Dachs eine eigene Bio-Heizung.

Foto: Hier geht's hinein in den gut beheizten Dachsbau.

Der Dachs schafft feuchtes Laub und Erde in seine Wohnung und deponiert sie in einer Kammer. Die Bakterien in der Erde beginnen nun damit, das Laub zu fressen. Das Laub verfault. Dabei produzieren die Bakterien Wärme, die so genannte Fäulniswärme. Durch das Gangsystem wird die Wärme im ganzen Bau verteilt und so muss der Dachs nicht frieren.



Gute Kinderstube



Ganz besonders wichtig ist ein gut gewärmter Bau, wenn die Kinder des Dachses auf die Welt kommen. Die Paarungszeit ist im August und die Jungen werden meist im Februar geboren. Zu dieser Zeit ist es meist draußen noch sehr kalt, doch durch die Bio-Heizung des Baus haben die Dachs-Babys es schön warm.


Foto: Im Sommer durchstreift der Dachs das Unterholz seines Waldes.




WG im Tierreich

In den Dachsbauten leben oft mehrere Dachsgenerationen zusammen. Der größte Dachsbau wurde in Großbritannien erforscht. Er hatte 50 Kammern, die mit 879 Metern Tunnel verbunden waren. Im Dachsbau ist es so bequem, dass auch oft Füchse mit darin leben. Dachs und Fuchs bilden dann eine einzigartige Wohngemeinschaft im Wald.

29.01.2011 // Text: Jan Wrede; Bilder: Eingang & Dachs im Wald: Orland (cc-by-sa 2.5), Dachs: BadgerHero (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0), Loch: CiaranG (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0)

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