Das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS)

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Das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS)

Das Zentrum für Schildkrötenschutz ist ein Teil der BiodiverCity, der ArtenschutzStadt, die im Allwetterzoo gebaut wird. Hier soll auch eine Lern- und Erlebnisstadt zum Thema Artenvielfalt und -schutz entstehen.

Für den Allwetterzoo ist der Artenschutz schon lange eine wichtige Aufgabe. So engagieren sich die Experten aus Münster zum Beispiel bei der Rettung bedrohter Affenarten in Nordvietnam. Sie unterstützen Projekte direkt in Vietnam die den Bestand der Tonkin-Goldaffen, der Pandalanguren, Kleideraffen oder der Goldkopflanguren sowie der vietnamesischen Menschenaffen schützen und retten wollen. Nun wird in Münster selbst ein weiteres Schutzprogramm vorangetrieben, das sich um asiatische Schildkröten bemüht.

Leckerbissen und Wundermittel

In Asien, vor allem in China, wandern noch immer viele Schildkröten als Delikatessen in die Kochtöpfe. Da die faszinierenden Reptilien selbst uralt werden können, gelten sie als Glücksbringer, als weise und als ein Symbol für ein langes Leben. Wer das Fleisch oder Mittelchen mit Schildkrötenknochen einnimmt, wird ebenfalls ein langes, glückliches Leben führen, so heißt es in der Chinesischen Medizin.

Die Aufgabe des Zentrums für Schildkrötenschutz

Durch den massenhaften Verbrauch an Schildkröten verschwinden selbst Arten, die bis vor kurzem noch zahlreich vertreten waren. So sind nach Berichten schon sechs von 31 chinesichen Schildkrötenarten in der freien Wildbahn vollkommen ausgerottet. Von der Yunnan-Scharnierschildkröte haben auch Privathalter oder Zoos kein Exemplar mehr, sie kann also kaum mehr gerettet werden. Von den anderen fünf Arten gibt es noch Tiere in Menschenobhut. Diese Arten sollen nun im Münsteraner Zentrum gezüchtet und gerettet werden.

Außerdem sollen zehn weitere gefährdete Arten in dem neuen Glashaus des Zoos ein Zuhause finden. Diese Zuchtstation kann zwar nicht besucht weren - Lärm und Störungen können die Aufzucht gefährden -, aber man kann sich sehr genau über das Projekt informieren und die Tiere aus sicherer Entfernung beobachten. Außerdem sollen in diesem Zentrum auch die Schutzmaßnahmen für die bedrohten Tierarten in ihren Heimatgebieten koordiniert.

Die Forscherwerkstatt

Am Beispiel der Schildkröten lernen die Besucher die Probleme des Artenschutzes sehr genau kennen. Deshalb plant der Zoo und die Westfälische Gesellschaft für Artenschutz (WGA) in unmittelbarer Nähe der Schildkrötenschutzstation eine Forscherwerkstatt. Sie soll zu einem echten Erlebnis werden. Hier können Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Zukunft experimentieren und probieren. Experten geben Auskunft und helfen schwierige Sachverhalte zu verstehen.

Außerdem wird den Besuchern der Artenschutzstadt auch noch ein Informationszentrum zur Verfügung stehen. Hier geht es in Ausstellungen und Veranstaltungen um die Bedrohung der Pflanzen- und Tierwelt, um Natur- und Umweltzerstörung und die Auswirkungen auf das Leben der Menschen.

-ab-26.08.02/Fotos: Photodisc

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