Baum des Jahres 2007: Die Waldkiefer

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Baum des Jahres 2007: Die Waldkiefer

Seit 1989 wählt ein Kuratorium aus namhaften Persönlichkeiten und wichtiger Natur- und Umweltverbände für jedes Jahr einen "Baum des Jahres". 2007 wurde die beliebte Waldkiefer auserkoren. Regional wird sie auch Kienbaum, Föhre oder Forche genannt. Der deutsche Name Kiefer ist erst im 15. Jahrhundert aus der Zusammensetzung der Wörter "Kien" (= harzreiches Holz) und Föhre entstanden. Mit einem Anteil von 23 Prozent, also fast einem Viertel an der Waldfläche, ist sie die zweithäufigste Baumart in Deutschland.


Eine Kiefer mit Ast und Kieferzapfen. Die Nadeln wachsen immer paarweise.

Was ist typisch?

Charakteristisch sind die eiförmigen, drei bis sechs Zentimeter großen Zapfen, die auch "Kienäppel genannt werden. Eine 100jährige Kiefer produziert jährlich etwa 1.600 Zapfen. Erkennen kann man die Waldkiefern vor allem auch an ihren vier bis acht Zentimeter langen, blau- oder graugrünen Nadeln, die immer zu zweit an einem Zweig stehen.

Die Kiefern, die nicht in gleichaltrigen Reihen gepflanzt werden, haben sehr unterschiedliche Baumkronen. Als echte Überlebenskünstler passen sie sich den Gegebenheiten ihres Standorts an. So können die Kronen unter dem Einfluss von Wind und stürmischen Wetter auch einseitig abflachen, wie zum Beispiel an der Küste oder im Hochgebirge.




Von links die Samen der Schwarzpappel, Hänge-Birke, Winter-Linde, Esche, Feld-Ulme, Hainbuche, Kiefer und des Berg-Ahorns.



Wie pflanzen sich Waldkiefern fort?

Im Mai ist die Höchstzeit der Blüte der Waldkiefern bei uns. Dann kann man die unscheinbaren Blüten der Bäume entdecken. Denn wie fast alle Nadelbäume, müssen die Waldkiefern keine Insekten anlocken, sondern werden vom Wind bestäubt. Erst zwei Jahre nach der Blüte verteilen sich die Samen aus den Zapfen nach und nach durch den Wind. Sind die Zapfen leer, fallen sie schließlich ab.



Kiefern senken ihre Wurzeln tief in den Boden, so können sie auch auf sandigem, torckenem Boden wachsen, in denen sie erst tief unten Wasser finden.



Wozu wird die Kiefer verwendet?

Das Kieferholz ist wegen seines warmen Farbtons sehr beliebt. Es wird für Türen, Fenster, Gartenmöbel, Möbel, Böden und Treppen verwendet. Astfreie, gerade Stammabschnitte werden als Furnier genutzt. Auch wegen des Baumharzes war die Kiefer früher ein gefragter Baum. Baumharz wurde medizinisch genutzt. Das Harz ist Grundstoff von Terpentinöl, das für Kosmetik und Farben gebraucht wurde.


Der lateinische Fachname der Kiefer ist Pinus sylvestris.

Und Kiefernölextrakte aus jungen Trieben und Nadeln kennt ihr vielleicht als Badezusatz, Duft- und Massageöl oder für Saunaaufgüsse. Lindernd sollen die Extrakte bei Erkältungen und Halsschmerzen helfen, wenn sie mit einem Dampfbad inhaliert werden. Und auch Kieferntee findet man in der Apotheke.



Einige Daten:

Das Höchstalter der Kiefer beträgt 500 Jahre. Sie kann rund 50 Meter hoch werden. Der Stamm erreicht einen maximalen Durchmesser von 1,50 Meter. Ihre Pfahlwurzeln können bis in acht Meter Tiefe reichen; die Seitenwurzeln bis zu 16 Meter lang werden. Dementsprechend verankert und sturmfest sind die Bäume. So liegt die besondere Stärke der Waldkiefer auch darin, dass sie auch an extremen Standorten wachsen kann, wie auf armen, trockenen Sandböden, auf Felsen oder auch an Moorrändern. Ihr Vorteil: Im Gegensatz zu anderen Bäumen kommt die Kiefer mit sehr wenig Wasser und Erde aus.

Übrigens:

Wusstet ihr, dass auch Baltischer Bernstein mit den Kiefern zu tun hat? Denn Bernstein ist das erhärtete Harz von Kiefern, die vor 50 Millionen Jahren gewachsen sind!

Wenn ihr mehr über Bäume aller Art wissen wollt, könnt ihr in WAS IST WAS Band 31 Bäume nachlesen. Hier geht's zu den Leseproben.

-roro / ab - 15.12.2006 Text / Illustrationen WAS IST WAS Bäume; Foto: Wikipedia /GFDL. 

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