Wie Geckos in <br>fragmentierten Landschaften überleben

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Wie Geckos in
fragmentierten Landschaften überleben

Ich arbeite in Leipzig und zwar in einem großen Forschungsinstitut. Meine Forschungsgruppe beschäftigt sich mit dem Thema Fragmentierte Landschaften".

Das ist natürlich wieder ein Fachgebiet der Biologie, das ich euch gleich erklären werde.

Ein Fragment ist ein Bruchstück. Ein Teller oder ein Glas kann z. B. in seine Fragmente zerbrechen, wenn ihr ihn/es herunterwerft. Man könnte auch sagen fragmentiert. Das gleiche kann mit einer Landschaft passieren. Indem die Menschen immer mehr Straßen, Städte und Felder anlegen, zerstören wir die ursprüngliche Landschaft. Wir zersiedeln sie oder - wie der Biologe sagt - fragmentieren sie. Übrig bleiben letztlich viele, kleine Bruchstücke.

Mich - als Zoologen - interessiert dabei am meisten, was mit den Tieren passiert, die in solchen Landschaftsfragmenten leben. Können Tierpopulationen überhaupt in diesen Gebieten leben? Sterben sie aus und wenn, warum?

Tierpopulation ist auch so ein Begriff, der häufig gebraucht, aber nie richtig erklärt wird. Eine Tierpopulation ist - einfach ausgedrückt - eine Gruppe von Tieren der gleichen Art. Sie besetzt ein bestimmtes Wohngebiet.

Es bleibt der Entscheidung des Biologen überlassen, welche Gruppe er auswählt. Beispielsweise kann ich von der Blattlauspopulation eines Baumes, eines Astes oder nur eines Blattes sprechen. Wichtig ist dabei nur, dass ich deutlich angebe, welche Gruppe von Tieren ich betrachte.

Im Fall der Geckos betrachte ich eben Populationen in Fragmenten oder einfach gesagt in kleinen, übriggebliebenen Waldstückchen.

Eine Tierpopulation sollte nie isoliert sein. Ansonsten kann ein zufälliges Ereignis, wie z. B. ein Waldbrand oder eine Krankheit die Population auslöschen. Daher ist es wichtig, das Populationen miteinander in Verbindung stehen.

Fragt sich nur wie Populationen in Verbindung stehen können? Ganz einfach, indem einzelne Tiere von der einen Gruppe zur anderen laufen. Stirbt dann die eine Gruppe durch eine Katastrophe aus, kann das Wohngebiet von der anderen Gruppe neu besetzt werden. Das hilft dem Überleben der ganzen Art.

Schwierig sind solche Wanderungen von der einen zur anderen Gruppe in fragmentierten Landschaften. Zwischen zwei Wohngebieten oder Fragmenten kann nämlich eine Autobahn, eine Stadt oder ein riesiges Feld liegen. Wie sollen zum Beispiel kleine Geckos diese schwierige Hürde überwinden?

Können Geckopopulationen überhaupt von dem einen Fragment in das andere wandern oder nicht? Diese Fragen würde ich gerne in meinem Projekt beantworten.

Warum ich mir ausgerechnet Geckopopulationen dafür ausgesucht habe und warum ich das Projekt in Australien mache, erzähle ich das nächste Mal?

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt